Der Dritte im Bunde

Kommunalwahl: Uwe Gerlach aus Lauenbrück will Fintels Samtgemeindebürgermeister werden

Im September stimmen die Wähler ab, wer neuer Bürgermeister in der Samtgemeinde Fintel wird. Ein dritter Bewerber hat nun seinen Hut in den Ring geworfen: der Lauenbrücker Uwe Gerlach.
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Im September stimmen die Wähler ab, wer neuer Bürgermeister in der Samtgemeinde Fintel wird. Ein dritter Bewerber hat nun seinen Hut in den Ring geworfen: der Lauenbrücker Uwe Gerlach.

Lauenbrück – Er ist der dritte Bewerber in der Samtgemeinde Fintel, der sich um das Bürgermeisteramt bewirbt. Und er kommt aus Lauenbrück. Der 55-jährige Uwe Gerlach will am 12. September als parteiloser Einzelkandidat antreten. Die dazu erforderlichen Stützunterschriften hat er schon eingesammelt und im Rathaus eingereicht. Seine Kandidatur ist damit offiziell bestätigt. „Ich möchte als politisch neutraler Amtsträger hier mitgestalten und bin der festen Überzeugung, dass die Menschen eine Alternative bei der Wahl des Bürgermeisters haben sollten“, sagt Gerlach, der mit seiner Frau Nale und den beiden Kindern Leon (13) und Nela (11) am Kohlhofsweg lebt.

„Aus der Samtgemeinde für die Samtgemeinde“ – so lautet das Motto des Kandidaten, mit dem er die Wähler überzeugen will. Er selbst gehöre zwar keiner Partei an, sei aber „an Politik absolut interessiert“. Wichtig, berichtet Gerlach, sei ihm die Unterstützung aus allen fünf Mitgliedsgemeinden gewesen. „Als ich im Juni die Unterschriften gesammelt habe und die Bürger erfuhren, dass ich meinen Hut in den Ring werfen möchte, wollten viele erst gar nicht den Hintergrund wissen, sondern haben sofort mitgemacht“, erinnert er sich. Mit einer solch positiven Resonanz habe er jedenfalls nicht gerechnet – „das hat tierisch gutgetan und mich zusätzlich motiviert.“

Über Sven Maier, von der CDU und den Grünen unterstützter Kandidat, und Anne Cordes, die für die SPD ins Rennen um das höchste Amt in der Samtgemeinde geht, wolle er eigentlich gar nicht groß sprechen. Denn: „Ich bin ich. Was die anderen beiden machen, die ich im Übrigen gar nicht persönlich kenne, ist mir wirklich egal. Die Bürgerinnen und Bürger sollen mich wählen, und dafür muss ich mich interessant machen.“

Ich bin ich. Was die anderen beiden machen, die ich im Übrigen gar nicht persönlich kenne, ist mir wirklich egal.

Uwe Gerlach

Wer aber ist nun der Mann, der auf keine Ausbildung in einer kommunalen Verwaltung zurückblicken kann und sich trotzdem oder gerade deswegen den Job zutraut? Geboren, erzählt der Wahl-Lauenbrücker, sei er in Wolfenbüttel, aufgewachsen in der Samtgemeinde Asse. Schon im Alter von 18 habe er, der begeisterte Orgel- und Trompetenspieler, die Organistenprüfung in der Landeskirche Braunschweig abgelegt und sei anschließend als Zeitsoldat bei der Bundeswehr als Trompeter im Heeresmusikkorps in Hannover tätig gewesen. „Danach war ich noch viele Jahre im VW-Orchester und habe das Flughafen-Tanzorchester Langenhagen geleitet.“ In Lauenbrück habe er sich mit seiner Frau, die heute als Studienrätin am Tostedter Gymnasium arbeitet und ebenso gerne musiziert wie er, aus beruflichen Gründen niedergelassen. Gerlach ist gelernter Kommunikationselektroniker und staatlich geprüfter Techniker für Informations- und Kommunikationstechnologie. Als solcher arbeitet er seit dem Jahr 2000 bei einem Telekommunikationsunternehmen in Hamburg, bei dem er über ein relativ großes Gebiet verantwortlich sei, wie er sagt. „Weil Nale und ich vom Dorf kommen, haben wir uns damals zum Wohnen für diesen Ort entschieden.“ Bereut habe er dies in 20 Jahren nie: „Ich finde die ganze Gegend hier sensationell und ich muss sagen: Es muss auch nach außen getragen werden, was für eine tolle Samtgemeinde wir sind und dass es sich lohnt, hierherzuziehen.“

Wenn es die Zeit zulässt, dann ist Gerlach auf dem Tennisplatz anzutreffen. Als Mitglied im SV Lauenbrück habe er bis vor kurzem auch noch Fußball in der „Herren-50“ gespielt. In der Feuerwehr ist die Familie förderndes Mitglied. „Ich bin der Meinung, dass jeder, der ein eigenes Haus hat, die Feuerwehr unterstützen sollte“, befindet der Mitfünfziger. „Denn wenn es bei einem selbst mal brennen sollte, sind die Kameraden sofort zur Stelle.“

Es bleibt viel zu tun

Die Herausforderungen in den nächsten Jahren für die Samtgemeinde Fintel seien groß angesichts der schwierigen Haushaltslage, weiß der Bürgermeisterkandidat. Es gebe viel zu tun an allen Ecken. Gerlach nennt viele Stichworte, wie angemessener Wohnraum für alle, gute Kitas, Schulen (Stichwort Erweiterung und Pflege des Digitalpaktes) und Arbeitsplätze. Da müsse man gemeinsam mit den Fachabteilungen im Rathaus gucken, wie weit sich was umsetzen ließe. Zu seinen Schwerpunktthemen zähle aber auch das Vermeiden eines Atommüll-Endlagers in der Samtgemeinde sowie die Unterstützung der Mitgliedsgemeinden beim Ausbau der Breitbandversorgung. „Für mich ist es dabei unheimlich wichtig, volksnah zu sein“, betont der Kandidat. Er wolle gestalten mit der Meinung der Bürger – „und das muss man mit den Entscheidungsträgern, die es in der Samtgemeinde gibt, dann in Einklang bringen.“

Er jedenfalls ist überzeugt: „Die Zusammenarbeit mit den Teams im Rathaus wird mir sicher viel Spaß machen.“ Eine andere Sichtweise auf eine Verwaltungsstruktur, wie er sie mitbringen würde, könne auch ganz sicher nicht schaden.

Die kommenden Wochen bis zum Urnengang wolle er nun nutzen, um noch näher das Gespräch mit den Einwohnern zwischen Fintau und Eurostrand zu suchen. „Ich werde bestimmt noch einige Aktionen starten, um mich bekannter zu machen“, kündigt Uwe Gerlach an. Von einem Wahlkampf in den sozialen Netzwerken hält er eher weniger. Warum ist das so? „Ich denke, die breite Bevölkerung holt man damit nicht ab.“ Eine eigene Homepage, auf der er seine Ziele formuliert, wolle er aber noch einrichten. 

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