Beitragsfreie Kita-Jahre bereiten Sorge

Das Defizit könnte steigen: Haushaltsberatungen im Finteler Gemeinderat

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Im Finteler Rathaus ging es am Dienstagabend um die großen finanziellen Ausgaben, die die Gemeinde in diesem Jahr zu schultern hat.

Fintel - Von Jennifer Kräge. Neues Jahr, neue Pläne: Die erste Ratssitzung des Jahres der Gemeinde Fintel hatte viele Punkte für den Haushalt 2018 auf der Tagesordnung, die besprochen und beschlossen werden mussten. Neben unvorhergesehenen Ausgaben wie der Sanierung der Gossen oder der Änderung im zweiten Bauabschnitt des Kindergartens, gab es auch kostspieligere Finanzierungen zu erörtern.

Die Zukunft betrachtet, könnten die beitragsfreien Jahre im Kindergarten die Haushaltsplanungen ganz schön durcheinanderwirbeln. Häufiger und nicht enden wollender Regen ist die Ursache dafür, dass an einigen Stellen im Ort das Wasser nicht ablaufen kann. Die Baumwurzeln drücken die Gosseneinläufe hoch und verhindern so ein Ablaufen. „Für die Sanierung setzt die Verwaltung 5 000 Euro an, da wir die Maßnahme nicht selbst durchführen können“, so Bürgermeister Wilfried Behrens (SPD). 

„Dazu bedarf es der Hilfe von Fachfirmen, die das übernehmen.“ Bedenken äußerten die Ratsmitglieder Dietmar Röhrs (CDU) und Gabriele Schnellrieder (Grüne), dass es aufgrund der Sanierung zu überflüssigen Baumfällungen kommen könnte. „Wenn gefährdete Bäume gefällt werden müssen, dann sollte es nur gemacht werden, wenn es absolut notwendig ist. Ich bitte auch die Gemeinde, sich im Gegensatz um Neupflanzungen zu bemühen“, meldete sich Röhrs zu Wort.

Kindergarten-Bau kann fortgesetzt werden

Der wie geplante zweite Bauabschnitt im Finteler Kindergarten sieht eine finanzielle Änderung vor. Der ursprüngliche Plan konnte nicht umgesetzt werden, da ein Problem mit den Grenzabständen des Grundstückes aufgetreten war. „Zwischenzeitlich ist die Gemeinde im Besitz des Nachbargrundstückes“, informierte der Bürgermeister. „Wir können uns nun frei bewegen und mit der Planung fortfahren.“ Die ursprünglich angesetzten 70.000 Euro erhöhen sich auf 95.000 Euro. Behrens betonte noch einmal, dass „das Nachbargrundstück aus Platzgründen erworben wurde, damit die Kinder mehr Platz zum Spielen haben“.

Weiterhin gab es von der Organisation des Finteler Triathlons eine Bitte – für die Sicherheit aller wäre es sinnvoll, für die Sportveranstaltung Verkehrsschilder zur Verfügung zu stellen. „Bisher wurden diese aus umliegenden Orten und Landkreisen organisiert, was einen erheblichen Mehraufwand nach sich zieht“, erklärte der Verwaltungschef. „Die Schilder könnten vom Bauhof verwaltet werden und bei Bedarf auch anderweitig verliehen werden. So wäre der Triathlon gesichert und man muss sich keine Sorgen mehr um die zusätzliche Organisation von Verkehrsschildern machen.“ Im Finteler Haushalt sind hierfür 3 500 Euro angesetzt.

Pro-Kopf-Verschuldung bei 319 Euro

Für den Ankauf von Grundstücken und der damit einhergehenden Planung sieht die Gemeinde 500.000 Euro vor. Samtgemeinde-Kämmerer Friedhelm Indorf stellte die Ergebnisse des Haushalts der vergangenen Jahre vor. Er sehe die Pro-Kopf-Verschuldung bei 319 Euro, wenn alle Pläne wie vorgesehen, umgesetzt würden. Es könne aber auch weniger werden. Das größte Problem, vor dem sich der Rat sieht, ist das Defizit zu den Kita-Gebühren. 

Indorf zeigte es auf: „Die Kosten im Kita-Bereich laufen uns davon. Lag das Defizit 2009 in der Samtgemeinde noch bei 400.000 Euro, so liegt es derzeit bei 1,2 Millionen Euro. Die kommenden beitragsfreien Jahre machen das nicht besser.“ Auch Ratsmitglied Werner Kahlke (SPD) äußerte sich bedenklich: „So schön es für die Eltern klingt, Beitragsfreiheit im Kindergarten zu haben, so hart wird diese Entscheidung die Kommunen treffen. Meine Befürchtung ist, dass das Defizit noch viel größer wird.“

Am Ende wurde dem aufgestellten Haushaltsplan sowie den anderen geplanten Beschlüssen zugestimmt.

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