Wie ein Paar in Stemmen Opfer von Einbrechern wurde

„Das unschöne Gefühl bleibt“

Wollen als Einbruchsopfer andere Menschen sensibilisieren: Melanie Kröger und ihr Lebensgefährte Jaime Wink.
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Wollen als Einbruchsopfer andere Menschen sensibilisieren: Melanie Kröger und ihr Lebensgefährte Jaime Wink.

Stemmen – Wie ist es, wenn Einbrecher das eigene Haus nach Diebesgut durchsucht haben? Melanie Kröger und ihr Lebensgefährte Jaime Wink aus Stemmen kennen die Antwort: „Fürchterlich!“ Knapp zwei Wochen sind vergangen, seitdem sich Unbekannte in das Zweifamilienhaus an der Gartenstraße, in dem das noch junge Paar seit letztem Jahr in Erdgeschosslage auf rund 110 Quadratmetern zur Miete wohnt, Zutritt verschafft haben. Die Täter sind längst über alle Berge. Was für die beiden aber geblieben ist: ein Gefühl von Unbehagen. „Es ist wirklich nicht schön, zu wissen, dass Fremde in deiner Wohnung gewütet haben“, sagt Wink, der in Scheeßel das Gaucho Rodizio betreibt. Und seine Partnerin, die mit im brasilianischen Lokal arbeitet, bringt es so zum Ausdruck: „Ich war schon vorher geräuschempfindlich, aber das ist jetzt noch extremer geworden.“

Rückblick: Es ist der 29. August, ein Samstagabend. Melanie Kröger ist auf dem Heimweg von einem Berlin-Kurztrip. Ihr Freund hat noch im Restaurant zu tun. Gegen Viertel nach zehn, es ist schon dunkel, kommt Kröger daheim an. Vor der Haustür ahnt sie noch nichts Schlimmes. „Unser Nachbar von oben ist dann gleich auf mich zugekommen und meinte, er habe, kaum, dass ich auf den Hof gefahren sei, die Terrassentür einmal lautstark klappen gehört“, schildert die Mutter eines erwachsenen Sohnes die Ereignisse. Tatsächlich steht die Tür auch offen.

Im Inneren bietet sich ihr ein Bild des Schreckens: aufgerissene Schubladen und Schranktüren, umgerücktes Mobiliar, kreuz und quer auf dem Fußboden verteilte Klamotten, Chaos pur. „Die haben wirklich fast alles durchwühlt, auch viele persönliche Sachen – kaputtgegangen ist aber nichts.“

Völlig aufgelöst ruft Kröger sofort ihren Freund an. „Ich habe erst den Schreck meines Lebens bekommen, habe an einen Unfall gedacht, weil sie ja mit dem Auto unterwegs war“, erinnert sich Jaime Wink. Noch auf der Fahrt von Scheeßel nach Stemmen habe er gleich die Polizei alarmiert. Die findet am Tatort Fußspuren im Gras, die mindestens auf zwei Täter schließen lassen. „Einer muss über das gekippte Schlafzimmerfenster eingedrungen sein und hat dem anderen dann wohl die Haustür geöffnet“, schildert Melanie Kröger den offensichtlichen Einbruchshergang.

Die komplette Wohnung nach Diebesgut durchsucht hätten die Unbekannten jedenfalls nicht, „was wohl darauf schließen lässt, dass sie gestört wurden“, meint Wink. Über die Terrassentür suchen sie mit rund 500 Euro erbeutetem Bargeld das Weite – nur wenige Sekunden später betritt Kröger von der anderen Hausseite aus ihre Wohnung. „Im Nachhinein war es wirklich keine gute Idee, das Fenster auf Kipp stehen zu lassen“, macht der 47-Jährige sich heute selbst ein bisschen Vorwürfe. Ob der Einbruch möglicherweise in Zusammenhang mit seinem Beruf als regional bekannter Gastronom stehen könnte? „Daran haben wir auch schon gedacht, bei mir ist aber doch nichts zu holen – wir Gastrononomen leiden doch nur seit Corona“, meint er.

Darüber, sagt Heiner van der Werp, Sprecher der Polizeiinspektion Rotenburg, ließe sich in der Tat nur spekulieren. Er weiß: Ob Bande oder Einzeltäter, die Vorgehensweise bei Wohnungseinbrüchen sei meist dieselbe: „Die Täter gucken, ob die Objekte dunkel sind. Und wenn sie sehen, dass niemand zu Hause ist, schlagen sie zu.“ Gerade jetzt, mit Beginn der kürzeren Tage, würden die Fallzahlen wieder in die Höhe schnellen, für Einbrecher sei die dunkle Jahreszeit Hochsaison. „Unsere Geschichte soll auch als Warnung gelten, dass die Leute mehr aufpassen“, verdeutlichen Melanie Kröger und Jaime Wink. Die Fenster werden sie ganz sicher nicht mehr so schnell in Abwesenheit auf Kipp stehen lassen. Und auch über die Anschaffung von Kameras denkt das Paar jetzt ernsthaft nach.

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