„Das Beste aus zwei Welten“

Treckerparty in Vahlde verbindet Landwirt-Power mit Veranstaltungs-Know-How

Ein eingeschworenes Team: Hauke Husemann (v.r.), Henning Brunckhorst und Ehefrau Andrea, Tochter Jule und Auszubildender Jan Hendrik Hollmann klotzen bis Freitag richtig ran.
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Ein eingeschworenes Team: Hauke Husemann (v.r.), Henning Brunckhorst und Ehefrau Andrea, Tochter Jule und Auszubildender Jan Hendrik Hollmann klotzen bis Freitag richtig ran.

Vahlde – Eine Armada an landwirtschaftlichen Fahrzeugen vom Oldtimer bis zum XL-Mähdrescher, geschmückt mit Lichterketten, Lampions und Diskokugel, dazu Feuerwerk und Lichtershow: Die „Fete op de Wisch“ vor einem Jahr in Vahlde setzte Maßstäbe für das, was sich in Coronazeiten vielerorts als „Treckerdisco“ etabliert hat. Die Messlatte, die die Organisatoren selbst gehängt haben, liegt hoch: Am kommenden Freitag wollen Hauke Husemann, Henning Brunckhorst und rund 50 Mitstreiter sie knacken.

Entstanden war die Idee während des Lockdowns – der eine konnte nicht feiern, der andere (seines Zeichens Veranstaltungstechniker) nicht arbeiten. „Wir haben das Format im Internet gesehen und wollten dem Stillstand etwas entgegensetzen“, erinnert sich Bruckhorst, der auch die rund viereinhalb Hektar große Fläche zur Verfügung stellt. Kurzerhand organisierte man im Juli 2020 die erste „Fete op de Wisch“ – und die hebt sich nicht nur namentlich, sondern auch vom Logo, Konzept mit vielen Überraschungen, den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern aus dem Ort und dem Freundeskreis und nicht zuletzt den professionellen Ansprüchen Husemanns von anderen Treckerdiscos ab. Aus Brunckhorsts ursprünglicher Idee „einer Soundanlage und eine Handvoll Trecker davor“ wurde ein Event, von dem in landwirtschaftlichen Kreisen und in der Region noch immer gesprochen wird: ein professionelles Feuerwerk – schließlich ist Husemann beruflich auch für „Funkenflug“ zuständig, wie der Pyrotechniker für große Acts wie beispielsweise Vincent Weiss schmunzelnd erklärt, gleich zwei Livebands (neben den Lokalmatadoren der Metal-Coverband Iron Priest auch zwei Feuerengel-Recken) und Quads, die das Feiervolk mit Getränken und frischem regionalen Grillfleisch versorgen.

Bei der Vareler Sause auf der Kuhweide – in der ersten Auflage feierten rund 500 Menschen in und auf 220 Treckern, das Aussteigen war im Juli letzten Jahres im Unterschied zu heute noch nicht erlaubt – vereint sich das Beste aus zwei Welten: Das Know-How und die technischen Verbindungen des Veranstaltungstechnikers Husemann mit der Schlagkraft und guten Vernetzung der örtlichen Landwirte, die auf „kurzem Dienstweg“ und mit viel „Ich kenn da einen“ vieles in kurzer Zeit möglich machen. Der Oldtimer fürs Pressefoto steht nach einem Telefonat innerhalb weniger Minuten auf der Wiese, die dieses Jahr vorgeschriebenen Bauzäune sind im Nu organisiert. Sie müssen dieses Jahr sein, denn die Organisatoren wollen auf Nummer sicher gehen und haben sich freiwillig 3G verordnet. „Dabei sind gut zwei Drittel unserer Gäste vollständig geimpft“, freut sich Husemann. 70 Prozent der Tickets, die ausschließlich über die Website www.fete-op-de-wisch.de verkauft werden, sind so bereits weggegangen. Und das, obwohl die Veranstalter bis zur Veröffentlichung der neuen Coronaverordnungen Ende August warteten, um auf der sicheren Seite zu sein.

Es wird wieder einen Liveact im weitesten Sinne geben, mit dem wohl keiner rechnet.

Hauke Husemann

Insgesamt werden bis zu 1 000 Menschen feiern können, erstmals auch „treckerlose“ Partygänger – ein Tribut an diejenigen im Ort, die nicht über ein solches Gefährt verfügen. Sie bekommen in einem bestimmten Bereich 15 Areale für sechs bis zehn Personen; Autos müssen draußen bleiben. Das Ambiente der Party auf und rund um den Trecker soll beibehalten werden. Die Zielgruppe: Landwirte. So sind die Website mit einem professionellen Trailer der letzten Auflage, Plakate und die Sozialen Medien in diesem Fall eine nicht so schlagkräftige Werbung wie die Whats- App-Gruppen der Landwirte, wo sich die Veranstaltung wie ein Lauffeuer verbreitet hat. Bis aus Faßberg kommen die Teilnehmer – bei 40 km/h nicht eben um die Ecke.

Auch wenn die Eintrittsgelder von 44 Euro pro Trecker à zwei Personen oder Gruppentickets von 180 Euro für sechs Personen und mehr sich nicht gerade günstig ausnehmen, haben die ehrenamtlichen Veranstalter letztes Mal keine schwarzen Zahlen geschrieben und werden es wohl auch dieses Mal wieder nicht, trotz viel Eigenleistung und eigenem Material. Das Mieten der Technik sei nicht gerade billiger geworden, „jetzt wo es wieder losgeht mit dem Kulturbetrieb“, weiß Husmann. Geld steht auch nicht im Vordergrund: „Wir hatten die Zeit und wollten was machen“, meinen die beiden Haupt-Strippenzieher – auch wenn die letzten zwei Wochen davor viele schlaflose Nächte bedeuten.

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Genießen kann Brunckhorst – er ist der „Mann für alle Fälle“, während seine Frau Andrea das Catering wuppt – die Fete allemal. Eskalationen blieben im letzten Jahr aus, gefeiert wurde friedlich: „Die Landwirte kennen sich, wissen, was für Werte da auf der Wiese stehen“, erklärt der Vahlder. Die Alkoholkontrollen der Polizei geben ihm recht: Letztes Mal habe kein einziges Delikt ergeben.

Mit welchen Überraschungen das Partyvolk rechnen darf, wollen die Macher noch nicht verraten. Nur so viel: „Es wird wieder einen Liveact im weitesten Sinne geben, mit dem wohl keiner rechnet“, so Husemann. Ausschnitte aus einem eigens vom Bruder komponierten „Fete op de Wisch“-Song zum musiksynchronen Feuerwerk kursieren schon jetzt im Internet.

Tickets im Vorverkauf

Die „Fete op de Wisch“ steigt am Freitag, 10. September, ab 20 Uhr (Einlass ab 19 Uhr). Veranstaltungsort ist am Rieper Weg zwischen Vahlde und Riepe. Die Anfahrt erfolgt ausschließlich über Vahlde. Tickets im Vorverkauf sind im Internet unter www.fete-op-de-wisch.de erhältlich.

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