Cordes gegen Maier

Noch keine Entscheidung bei der Bürgermeisterwahl in der Samtgemeinde Fintel

Wer Tobias Krüger auf den Chefsessel im Rathaus der Samtgemeinde Fintel folgt, ob Anne Cordes oder Sven Maier, wird sich erst bei der Stichwahl in zwei Wochen entscheiden.
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Wer Tobias Krüger auf den Chefsessel im Rathaus der Samtgemeinde Fintel folgt, ob Anne Cordes oder Sven Maier, wird sich erst bei der Stichwahl in zwei Wochen entscheiden.

Lauenbrück – Fintel und Vahlde, Stemmen, Helvesiek und Lauenbrück haben gewählt. Aber wer ab 1. November neue Bürgermeisterin oder neuer Bürgermeister der Samtgemeinde Fintel wird, ist noch offen. Weil am Sonntag keiner der drei Kandidaten im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erreicht hat, muss am 26. September, parallel zur Bundestagswahl, eine Stichwahl zwischen den zwei Bewerbern mit den meisten Stimmen entscheiden. Anne Cordes, die von der SPD unterstützte parteilose Kandidatin und der ebenso parteilose, von den Grünen und der CDU unterstützte Bewerber Sven Maier haben nun zwei Wochen Zeit, die potenziell knapp 6 400 Wähler auf ihre Seite zu ziehen.

Dass der Abstand doch so deutlich ist, damit hätte ich im Leben nicht gerechnet .

Anne Cordes

Cordes geht nach dem Wahlergebnis vom Sonntag dabei als klare Favoritin ins Rennen. Mit 39,7 Prozent lag die Fintelerin knapp neun Prozentpunkte vor ihrem Kontrahenten, der 30,8 Prozent holte. 1 531 Wähler votierten für die 55-Jährige, 1 185 für den Horneburger Sven Maier. Die Freude über den Wahlausgang war ihr kurz nach der Bekanntgabe des Ergebnisses natürlich anzumerken: „Dass der Abstand doch so deutlich ist, damit hätte ich im Leben nicht gerechnet – umso mehr freue ich mich natürlich über diesen Vertrauensbeweis.“ Überrascht sei sie gewesen, dass sie in keinem der Wahlkreise unter die 20-Prozent-Marke gekommen sei. „Ich habe sogar recht konstante Wählerstimmen bekommen – selbst in Helvesiek und Stemmen, was ja nicht so meine Gebiete sind.“ Worauf sie ihren Erfolg zurückführt? „Ich glaube, dass viele Frauen es positiv reflektiert haben, dass ich meinen Hut in den Ring werfe.“ So habe sie es jedenfalls bei ihren Haustürbesuchen immer wieder vernommen. „Dort habe ich in den Gesprächen auch nirgends Ablehnung gegen mich als Kandidatin erfahren – das Feedback war wirklich immer positiv.“

Mit einer Stichwahl habe sie sehr wohl schon gerechnet: „Wenn ich über 50 Prozent bekommen hätte, wäre mein erster Gedanke wohl gewesen, dass da etwas nicht stimmen könne.“ Die Zeit bis zum 26. September wolle sie nun nutzen, um im Wahlkampf gemeinsam mit der SPD den Vorsprung noch einmal auszubauen. „Die fast zehn Prozentpunkte, die am Sonntag für die absolute Mehrheit gefehlt haben, holen wir auch noch“, gibt sich die Fintelerin zuversichtlich. Und der Vorsprung von fast neun Prozentpunkten mache ihr Mut für die Stichwahl.

Damit kann man nicht zufrieden sein, ich hatte mir definitiv mehr erhofft.

Sven Maier

Und ihr Kontrahent Sven Maier? Der war am Sonntagabend im Samtgemeinde-Rathaus zugegen. Das von ihm eingefahrene Wahlergebnis von knapp über 30 Prozent habe natürlich nicht seinen Erwartungen entsprochen, meint der 33-Jährige. „Damit kann man nicht zufrieden sein, ich hatte mir definitiv mehr erhofft.“ Vor allem das doch recht starke Abschneiden vom Einzelbewerber Uwe Gerlach habe ihn erstaunt (beide liegen nur knapp einen Prozentpunkt auseinander). Seine Strategie, die Wähler für seine Person nun noch stärker zu mobilisieren: „Vorgenommen habe ich mir auf jeden Fall Haustürgespräche!“ Darüber hinaus denke er über weitere feste Termine in den Mitgliedsgemeinden nach, bei denen sich die Bürger mit ihm austauschen könnten. „Ich werde in den nächsten zwei Wochen auf jeden Fall noch ordentlich Gas geben müssen“, so der Fachbereichsleiter Bau und Finanzen bei der Samtgemeinde.

Alleine, dass ich im Wahlkampf so viele Menschen zusätzlich kennenlernen durfte, war es die Sache wert.

Uwe Gerlach

Während Sven Maier und Anne Cordes also weiter darauf hoffen können, den scheidenden Samtgemeindebürgermeister Tobias Krüger im Amt zu beerben, ist Uwe Gerlach aus dem Rennen. Mit 29,5 Prozent, und damit nur 47 Stimmen weniger als sein Mitbewerber einheimsen konnte, landete der Lauenbrücker auf dem dritten Platz. Enttäuscht, betont der 55-Jährige, sei er über sein Abschneiden allerdings nicht. „Klar, bei dem ein oder anderen Ort hätte ich mir doch ein etwas anderes Ergebnis erhofft – aber alles ist bestens.“ Nun wolle er auf jeden Fall Anne Cordes unterstützen – sei es ihm nicht zuletzt auch wegen seiner eigenen Kandidatur stets ein Ansinnen gewesen, dass jemand ohne Verwaltungserfahrung und mit Wurzeln in der Samtgemeinde neuer Bürgermeister wird. „Alleine, dass ich im Wahlkampf so viele Menschen zusätzlich kennenlernen durfte, war es die Sache wert!“, schwärmt der Lauenbrücker, der sich bei all seinen Unterstützern bedanken wolle.

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