Bürgermeisterwahl: Tobias Krüger strebt höchstes Amt in der Samtgemeinde Fintel an

„Das Gesamtpaket muss stimmen“

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Kann auf die Unterstützung aller Parteien im Samtgemeinderat vertrauen: Bürgermeisterkandidat Tobias Krüger (vorn) mit den Fraktionschefs Jürgen Rademacher (CDU, v.l.), Wilfried Pohl (Grüne) und Wilfried Behrens (SPD).

Lauenbrück - Von Lars Warnecke. „Wir wollen keine Samtgemeinde zum Schlafen sein, sondern auch zum Leben und Arbeiten.“ Das sagt jemand, der offenbar schon klare Vorstellungen davon hat, wie er sein Amt ausführen möchte. Tobias Krüger, 38 Jahre jung, will neuer Bürgermeister der Samtgemeinde Fintel werden. Seine Chancen stehen nicht schlecht. Knapp drei Monate vor dem Urnengang ist noch kein Herausforderer in Sicht und mit der SPD, CDU und den Bündnisgrünen weiß der Sittensener einflussreiche Unterstützer hinter sich. Die sind überzeugt, mit dem parteilosen Verwaltungsfachmann, derweil noch als Bauamtsleiter im Lauenbrücker Rathaus beschäftigt, den richtigen Kandidaten gefunden zu haben.

Das kommt einem bekannt vor: Schon 2008 hatten sich die drei im Samtgemeinderat vertretenen Parteien auf einen gemeinsamen Bewerber geeinigt. Der hieß Michael Niestädt, der bei der damaligen Bürgermeisterwahl außer Konkurrenz die Wählerstimmen aus Fintel und Vahlde, Lauenbrück, Helvesiek und Stemmen auf sich vereinen konnte. Man habe mit diesem Vorgehen einfach gute Erfahrungen gemacht, begründet SPD-Frakionschef Wilfried Behrens den erneuten Schritt. Ohnehin ziehe man zwischen Fintau und Eurostrand in der Regel politisch an einem Strang.

Drei Personen, sagt Behrens, hätten sich auf die öffentliche Ausschreibung hin beworben – verwaltungsaffin waren sie alle. „Das erschien uns auch wichtig“, meint Jürgen Rademacher (CDU). Immerhin könne es sich eine kleine Kommune, wie die Samtgemeinde es nun einmal sei, allein schon aus finanziellen Gründen nicht erlauben, nur einen Repräsentanten vorzuhalten, sondern vor allem einen Fachmann. Und Tobias Krüger, das sagt der Protagonist selbst über sich, ist ein Fachmann.

Schon mit 16 Jahren nahm er eine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten auf. Es folgten ganz unterschiedliche Tätigkeiten in diversen Kommunalverwaltungen. Darauf ausruhen wollte er sich eigenen Angaben zufolge nicht. Zusatzausbildungen zum Verwaltungsfachwirt, zum kommunalen Gebäudewirt, zum Anlage- und Vermögensberater sowie ein mehrjähriges Führungskräftetraining öffneten ihm auf seinem Karriereweg die Tür ins Lauenbrücker Rathaus. Dort leitet der zweifache Familienvater seit 2009 den Fachbereich Bau und Planung. Nicht umsonst, betonen die Fraktionsspitzen, habe die elfköpfige Findungskommission sich letztendlich einstimmig für ihn entschieden. „Er kennt hier Land und Leute, weiß um die Abläufe innerhalb der Verwaltung“, sagt Rademacher. Damit würde sich auch die Einarbeitungszeit verkürzen - gesetzt den Fall, Tobias Krüger kann die 6000 wahlberechtigten Bürger, die am 28. Februar zum Urnengang aufgerufen sind, von sich überzeugen.

Und das will der leidenschaftliche Motorradfahrer mit aller Kraft. „Ich werde die wenigen Wochen bis zu Wahl intensiv nutzen, meine Ideen zur Weiterentwicklung der Samtgemeinde vorzustellen“, sagt der Aspirant.

Dafür wolle er, unterstützt von seinen politischen Gönnern, die Bürger aller Mitgliedsgemeinden nach und nach zu Informationsveranstaltungen einladen – die ersten in Fintel (Dienstag, 1. Dezember,, 19.30 Uhr im Heimathaus) und Lauenbrück (Mittwoch, 9. Dezember, 19.30 Uhr im Landpark), weitere sollen folgen.

Weiterentwicklung ist das Stichwort. Denn „alles auf den Kopf stellen“, sagt Krüger, daran sei ihm als Samtgemeindebürgermeister keineswegs gelegen. „Mir geht es um Kontinuität, gemeinsam mit der Politik realistische Ziele anzupeilen und umzusetzen.“ Er ist überzeugt: Die Samtgemeinde werde in Zukunft ihre Attraktivität nicht nur halten, sondern noch steigern können. „Daran möchte ich arbeiten.“ Seinen Worten nach reiche es alleine nicht aus, Neubürger durch günstige Grundstückspreise hinzuzugewinnen. „Das Gesamtpaket muss stimmen.“ Dazu zählt er unter anderem die Reduzierung der Mobilitätskosten für Bahnpendler - Stichwort HVV -, das Eingehen auf den Bedarf im Kita- und Krippenbereich sowie Investitionen in die Infrastruktur. Auch Bürgersprechstunden sowie die Installation eines Rats- und Bürgerinformationssystem schweben ihm vor. „Das bestimmende Thema der nächsten Jahre und Jahrzehnte wird sicher die Unterbringung und Integration von Flüchtlingen sein, aber auch Umweltschutz, die Energiewende und der demografische Wandel werden uns weiterhin auf Trab halten“, ist Krüger überzeugt.

Er weiß: Ein Samtgemeindebürgermeister dient vorrangig der Leitung einer Verwaltung. Rund hundert Beschäftigte würden ihm im Falle seines Wahlsieges zuarbeiten. „Ich sehe mich da eher schon in der Chefposition eines mittelständischen Unternehmens“, sagt der 38-Jährige, der übrigens ab Juni 2016 der jüngste hauptamtliche Bürgermeister im Landkreis wäre. Dass sein Name Ende Februar als einziger auf dem Wahlzettel stehen wird, ist wahrscheinlich, aber nicht ganz ausgeschlossen.

Noch bis zum 11. Januar können sich weitere Bewerber für das höchste Amt in der Samtgemeinde melden. „Ehrlich gesagt wäre es schön, noch einen weiteren Kandidaten im Rennen zu haben“, sagt Wilfried Behrens. „So hätten die Wähler wenigstens auch eine richtige Wahl.“

Tobias Krüger ist im Internet auch bei Facebook zufinden unter www.facebook.com/tobias.krueger.1977

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