Lauenbrücker Schulwald soll Naturschutzgebiet werden / Bürgermeister versteht die Welt nicht mehr

Betreten bald verboten?

Der Schulwald ist der klassische „Wald vor der Haustür“. Er liegt mitten in Lauenbrück. Foto: Detlefsen

Lauenbrück - Von Lars Warnecke. Jochen Intelmann (SPD), Bürgermeister der Gemeinde Lauenbrück, ist auf dem Baum. Ausgerechnet der Schulwald, das idyllisch an der Wümme gelegene Fleckchen Erde, durch das auch der vom örtlichen Verkehrsverein ins Leben gerufene Erlebnispfad „Rund um Lauenbrück“ führt, soll in ein geplantes Naturschutzgebiet integriert werden. So sieht es der Landkreis vor, der damit die Nutzung der in der Ortsmitte befindlichen Fläche – sie liegt direkt hinter der Kirche und dem Friedhof, am Ende befindet sich das Neubaugebiet Dreierkamp – für die Öffentlichkeit stark einschränken würde. Dagegen wehrt sich aber der Sozialdemokrat – und nicht nur der: „Viele Lauenbrücker fassen sich einfach nur an den Kopf, wenn sie hören, dass der Schulwald ein Naturschutzgebiet werden soll“, schildert Intelmann die Stimmung im Dorf.

Gerade für jene Bürger, die nicht in der Nähe des Schulwaldes wohnen würden, sei er seit Generationen ein fester Bestandteil des sonntäglichen Spaziergangs, der Joggingstrecke oder des Spaziergangs mit dem Hund. Generationen von Bürgern seien dort praktisch groß geworden, hätten nach der Schule unter den Baumwipfeln gespielt. „Für unsere Grundschule ist der Wald seit Jahren zudem ein Outdoor-Klassenzimmer und die Kirche veranstaltet an der Wümme immer zu Pfingsten ihr beliebtes Tauffest“, nennt Intelmann weitere Vorzüge, auf die man in Lauenbrück nicht verzichten wolle. Beide Einrichtungen, meint der Bürgermeister, müssten so für eine Weiternutzung erst Genehmigungen einholen, sollte der Schulwald tatsächlich als Naturschutzgebiet ausgewiesen werden.

Neben einem Uferbetretungsverbot dürften Spaziergänger als weitere Einschränkung auch den Weg nicht mehr verlassen. „Aber welchen Weg überhaupt?“, fragt sich Intelmann mit Blick auf die zu erwartenden Vorgaben. „Es gibt dort keinen festen Weg. Man bewegt sich auf diversen Trampelpfaden – mal hier und mal dort. Hat es dem Wald geschadet? Keineswegs.“

Der Schulwald, betont Intelmann, sei heute noch genauso schön und intakt wie vor Jahrzehnten. „Warum nun also das Naturschutzgebiet? Und warum soll auch gleich noch die große Ausgleichsfläche zwischen Dreierkamp und Wümmeniederung unter Schutz gestellt werden, wo die Erstklässler seit vielen Jahren ihre Apfelbäumchen pflanzen?“

Schon vor Monaten hätten die Gemeinde und der Finteler Verkehrsverein berechtigte Einwände gegenüber dem Landkreis vorgebracht. „Diese werden bisher aber ignoriert, die vorliegenden Entwürfe sind unverändert“, wundert sich der Verwaltungschef. „Der Landkreis will offenbar mit Macht seinen Plan durchziehen. Die Lauenbrücker Interessen sind da anscheinend egal.“

Zur Einsichtnahme öffentlich ausliegen würden die Entwürfe zur geplanten Ausweisung ab Mitte Januar im Lauenbrücker Rathaus. „Wer eine Stellungnahme abgeben möchte, muss dies bis Mitte Februar tun – danach wird entschieden“, erläutert Intelmann das Prozedere. Er hoffe nun darauf, dass viele Bürger während des Verfahrens ihren Protest gegen das Vorhaben kundtun werden.

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