Konzept kann kommen

Bei ihm laufen die Fäden zusammen: Joost Meyer ist neuer Klimaschutzmanager in der Samtgemeinde Fintel

Vertragsunterzeichnung im Rathaus: Joost Meyer (l.), der neue Klimaschutzmanager in der Samtgemeinde Fintel, mit Bürgermeister Tobias Krüger (Mitte) und Bauamtsleiter Sven Maier.
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Vertragsunterzeichnung im Rathaus: Joost Meyer (l.), der neue Klimaschutzmanager in der Samtgemeinde Fintel, mit Bürgermeister Tobias Krüger (Mitte) und Bauamtsleiter Sven Maier.

Lauenbrück – Noch gut zwei Wochen, dann wird er im Rathaus offiziell seine Arbeit aufnehmen – als neuer und überhaupt erster Klimaschutzmanager in der Samtgemeinde Fintel. Dabei kommt Joost Meyer doch irgendwie ganz anders rüber, als es das hochtrabende K-Wort zuerst vielleicht vermuten lassen würde. Offen und bodenständig wirkt der 26-Jährige, bei dem in Sachen Klimaschutz die Kommune betreffend in Zukunft sämtliche Fäden zusammenlaufen werden.

„Ich freue mich auf jeden Fall schon auf meine neue Aufgabe“, sagt der junge Mann aus Stemmen, der ab dem 1. Oktober das Verwaltungsteam ergänzen wird. „Ich finde es gerade spannend, bei einem so globalen Thema für eine Kommune zu arbeiten, weil man viele direkte Kontakte zu den Bürgern aufbaut und sich hier auch noch ein Stück weit selbst verwirklichen kann“, schildert Meyer seinen Antrieb. Dass er einen landwirtschaftlichen Hintergrund mitbringt, sei für ihn kein Widerspruch, im Gegenteil: „Es ist ein sehr naturnaher Beruf, man lernt viel über die Umwelt und gleichzeitig eine Menge über die Wirtschaft – daher passt das ganz gut, auch wenn meine ackerbaulichen Fachkenntnisse, die ich in meiner Ausbildung zum Landwirt erworben habe, für diese Stelle natürlich nicht maßgeblich sind.“

Heute, nach seinem Studium, verfügt Joost Meyer über einen Bachelor in ökologischer Landwirtschaft und Marketing sowie über einen Master in ländlicher Entwicklung in der Agrarökonomie. „Man studiert aber auch sehr viel Volkswirtschaftslehre, was für die Arbeit als Klimaschutzmanager sicherlich nicht verkehrt ist.“ Dem kann Sven Maier nur beipflichten. Der Bauamtsleiter im Rathaus war maßgeblich an der Fördermittelantragsstellung für den Posten beteiligt und hatte im Sommer, nachdem die Stelle ausgeschrieben war, auch die Vorstellungsgespräche geführt. Warum unter den acht Bewerbern am Ende der Stemmer den Zuschlag erhielt? „Er hat den besten Eindruck gemacht – sowohl fachlich als auch von der Sympathie her“, meint der 33-Jährige. So habe der Samtgemeindeausschuss Meyers Einstellung auch erst frisch beschlossen.

Er hat den besten Eindruck gemacht – sowohl fachlich als auch von der Sympathie her.

Sven Maier

Befristet sei die Stelle zunächst auf zwei Jahre – bei einer 75-Prozent-Förderung durch den Bund. „In dieser Zeit soll vom Manager ein integriertes Klimaschutzkonzept erarbeitet werden – natürlich zusammen mit Politik und Verwaltung“, erläutert der Fachbereichsleiter. Erst im Anschluss, ergänzt Samtgemeindebürgermeister Tobias Krüger, sei vorgesehen, die in dem Konzept festgeschriebenen Maßnahmen anzuschieben beziehungsweise umzusetzen – und das innerhalb von drei weiteren Jahren. Solange nämlich bestünde die Möglichkeit auf eine Anschlussförderung. Ob die Samtgemeinde über diese Zeitspanne hinaus einen Klimaschutzmanager bei sich weiterbeschäftigen möchte? Maier schließt das nicht aus: „Ich kenne es von vielen Kommunen so, dass die nach Ablauf der Förderphase die Stellen komplett selbst bezahlt haben, weil sie erkannten, dass man für diesen Bereich jemanden langfristig braucht.“

Schließlich, betont Krüger, sei es ja auch das Ziel, das Thema Klimaschutz insgesamt nachhaltig zu verankern: „Bei all den Dingen, die wir politisch beraten, etwa wenn es um Bauvorhaben geht, aber bei der täglichen Arbeit muss es zur Routine werden, dass wir das Ganze dann ganz strukturiert berücksichtigen.“ Ein Projekt, bei dem Klimaschutzaspekte erstmals im besonderen Maße berücksichtigt worden seien, allerdings noch ohne mit Beteiligung eines Managers: der Neubau der Grundschule in Lauenbrück.

„Da haben wir uns unheimlich viele Gedanken gemacht, welche Möglichkeiten es gibt, nicht nur ein wirtschaftliches Gebäude umzusetzen, sondern eben auch ein klimafreundliches.“ Solche Maßnahmen, wie eine auf dem Dach installierte Fotovoltaik-Anlage, ließen sich so auch künftig auf andere Vorhaben übertragen.

Joost Meyer dürfte bei dem ihm anvertrauten Aufbau eines Klimaschutz-Controllings in den kommenden Jahren jedenfalls wohl nicht langweilig werden, geht es dabei doch von der Koordination über die Ausarbeitung und beratende Begleitung von Klimaschutzaufgaben bis hin zu Aspekten der Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit. Am Ende soll das Ziel stehen, dass die Mitgliedsgemeinden so wenig Kohlendioxid ausstoßen wie möglich. „Für mich ist Klimaschutz aber auch Teil einer Nachhaltigkeit an sich, der nicht nur das Thema Bauen betrifft“, sagt Sven Maier. Ihm sei es wichtig, dass man die Bevölkerung auch bei anderen Sachen mitnimmt, gesundes Essen an Schulen zum Beispiel. „Da kann man sicherlich auch noch nachsteuern.“

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