Baustelle sorgt für Unfälle

Sanierung der Wümmebrücke in Lauenbrück macht andernorts Probleme

Die Einfahrt ist gesperrt, doch viele Autofahrer halten sich nicht an die Anweisungen.
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Die Einfahrt ist gesperrt, doch viele Autofahrer halten sich nicht an die Anweisungen.

Lauenbrück – Seit Monaten ist die Ortseinfahrt nach Lauenbrück gesperrt. Die Brücke, die über die Wümme führt, muss erneuert werden. Mittlerweile haben sich die meisten Anwohner wohl an die entsprechenden Umwege gewöhnt. Ortsfremde verirren sich jedoch immer noch und fahren aus Versehen in den Wald, der dort anfängt, wo der Aukampsweg aufhört. Dies mag auch daran liegen, dass manche Navigationsgeräte die kleine Holzbrücke, die im Wald über die Wümme führt, nicht als Holz- und Fußgängerbrücke benennen, sondern irrtümlich den Weg als fahrbare Straße angeben.

Für den jeweiligen Autofahrer ist dies sicher lästig, allerdings nicht weiter gefährlich, denn der muss nur rückwärts wieder aus dem Wald herausfahren. Schwierig wird die Verkehrssituation allerdings, wenn sich sowohl Ortsfremde als auch die Anwohner nicht an die ausgeschilderten Fahranweisungen an der Kreuzung zur Bundesstraße 75 halten. Denn hier fahren ohnehin viele Fahrzeuge schneller als die erlaubten 70 Kilometer pro Stunde. Zudem sind täglich verschiedene Lkw auf der Verbindungsstraße zwischen Bremen und Hamburg unterwegs. Es kommt immer wieder zu gefährlichen oder zumindest brenzligen Situationen,

Die Kreuzung zwischen der Ortseinfahrt in Richtung Lauenbrück ist mit zahlreichen Absperrbaken markiert, auch sind die Schilder zum Ort hin durchgestrichen. Doch täglich biegen Autofahrer verkehrswidrig in die unübersichtliche Kreuzung ein – im Feldversuch dauert es keine zwei Minuten, bis die ersten zwei Fahrzeuge abbiegen. Immer wieder ist es in den letzten Monaten hier auch zu Unfällen gekommen. Die Polizeiinspektion Rotenburg kann hierzu genauere Informationen geben: Mal fährt jemand auf die Absperrbake, heißt es dort, mal kommt es zu einer Kollision, während in die gesperrte Linksabbiegespur eingebogen wird, obwohl die Sicht beeinträchtigt ist. Zuletzt gab es Anfang Juli an der Kreuzung einen Unfall, an dem ein Fußgänger und ein Motorrad beteiligt waren. „Von März bis Juli sind lediglich zwei Unfälle festgestellt worden, bei denen die Ursache eindeutig an der Baustelle lag“, berichtet auf Nachfrage die Pressestelle der Inspektion. Zwei weitere Unfälle hätten sich ereignet, bei denen die Ursache eventuell an der Baustelle und der Sperrung gelegen haben könnte. Eine eindeutige Klärung und zweifelsfreie Zuordnung der Ursache „Baustelle“ sei jedoch nicht gegeben. Dennoch ist eine Häufung zu erkennen.

Eine Lichtsignalanlage ist nicht in Planung.

Mitja Mutschall von der Landesbehörde 

Viele Lauenbrücker empfinden die Kreuzung als schwierig. In Gesprächen, aber auch in den entsprechenden Gruppen in den Sozialen Medien – etwa bei Facebook – wurde vor allem nach dem letzten, schweren Unfall diskutiert: „Ich finde, da müsste langsam mal eine Ampel hin. Das ist schon das dritte Mal“, ist beispielsweise zu lesen. „Eine Ampel fände ich persönlich gut, vielleicht aber sogar einen Kreisel sinnvoller? Würde die Geschwindigkeit insgesamt herausnehmen“, schreibt ein anderer Nutzer. Ein weiterer Lauenbrücker sagt: „Das Problem ist auch oft, dass tatsächlich viele Menschen/Autofahrer gar nicht wissen, wer wann fahren darf.“ Auch würden die Bäume die Sicht zusätzlich einschränken, eine Ampel sei überfällig.

Bei der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Verden wird die Kreuzung allerdings nicht als Unfallschwerpunkt gelistet. Dort werden von der Unfallkommission alle Bereiche mit hohen Unfallzahlen auf Bundes- und Landesstraßen übermittelt. Eine Lichtsignalanlage sei nicht in Planung, so Mitja Mutschall, Mitarbeiterin der Behörde. In wenigen Wochen beginnt schon der Herbst, dann wird die Sicht an der Kreuzung noch schlechter werden – allerdings wird dann die Brücke über die Wümme erneuert worden sein, sodass die Kreuzung wieder wie einst als Einfahrt in den Ort geöffnet werden wird.

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