Samtgemeinde Fintel und Gemeinde Lauenbrück machen gemeinsame Sache

Ein Bauprojekt im Schulterschluss

Die Kläranlage am Alten Kirchweg in Lauenbrück – hier wird das komplette Abwasser aus den fünf Mitgliedsgemeinden gereinigt. Fotos: Warnecke

Lauenbrück - Von Lars Warnecke. Die Mängelliste, die der Gemeinde-Unfallversicherungsverband (GUV) Hannover an die Samtgemeinde Fintel adressiert hat, ist lang. Um nicht zu sagen: sehr lang. Sie betrifft das Betriebsgebäude auf dem Grundstück der in kommunaler Hand befindlichen Abwasserreinigungsanlage in Lauenbrück. 24 Jahre hat das schon auf dem Buckel; die gesetzlichen Anforderungen, wie sie heute gelten, erfüllt der Bau aber schon lange nicht mehr. Im Labor, in dem tägliche Messungen stattfinden, fehlt ein Rauchabzug. Eine vernünftige Schwarz-Weiß-Trennung? Fehlanzeige. Der Aufenthaltsaum ist zweckentfremdet, er beherbergt ein Büro. Die Umkleiden dienen als Lagerstätte, die Werkstatt ist zu klein. Auch für die Steuerungstechnik bleibt nicht viel Platz – „dabei wird der zusätzliche Bedarf in den nächsten Jahren gewiss noch steigen“, weiß Tobias Krüger. Der Samtgemeindebürgermeister machte am Donnerstagabend, in der Sitzung des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses der Samtgemeinde, keinen Hehl daraus, dass kurz- bis mittelfristig etwas baulich getan werden müsse auf der ARA, so die Kurzform der Anlage. Auch, und da griff der Verwaltungschef ein sieben Jahre altes Beispiel auf, um neues Personal für die Abwasserreinigung rekrutieren zu können. Damals nämlich, so Krüger, habe man einen Auszubildenden auf der Anlage beschäftigen wollen. Aber nichts da: „Weil wir die räumlichen Voraussetzungen gar nicht hatten, sind wir an dem Vorhaben gescheitert.“

Und Krüger holte noch weiter aus, nannte die ebenfalls in dem Gebäude untergebrachte Vorreinigung, in der die Feststoffe herausgefiltert würden – die aber aufgrund ihrer langen Lebensdauer perspektivisch umgebaut werden müsse. „Und dann ist da noch ein sogenannter Fällmitteltank fest eingebaut, der 2018 noch gerade so eben den Tüv bestanden hat.“

Lange Rede, kurzer Sinn: Mit dem Betriebsgebäude muss etwas passieren – und, so war es aus den Reihen der Ausschussmitglieder zu vernehmen, das wird es auch. Wenngleich ein Beschluss in dieser Sache noch aussteht. Der Plan, der da im Raum steht, klingt jedenfalls plausibel – und nach einer verhältnismäßig kostengünstigen Lösung. Denn: Auch der an der Berliner Straße beheimatete Bauhof der Gemeinde Lauenbrück stand beim GUV zuletzt auf dem Prüfstand – und fällt in der Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen ebenfalls komplett durch. Um die durch Sanierung zu erfüllen, müssten die Lauenbrücker laut Kostenschätzung Pi mal Daumen 90 000 Euro in die Hand nehmen – plus 32 000 Euro für eine fällige Dachsanierung. Krüger: „Vor diesem Hintergrund habe ich mich bereits mit der Frage an die Gemeinde gewandt, ob es wirklich Sinn machen würde, so viel Geld in den Standort zu investieren, wo man nachher immer noch ein altes Gebäude hätte, oder es nicht cleverer wäre, sich mit der Samtgemeinde zusammenzutun.“ Der schwebt nämlich als Ersatz für das ausgediente ARA-Betriebsgebäude die Neuerrichtung einer schlichten Stahlhalle auf dem Gelände vor. 15 mal 30 Meter soll die messen, Platz für 15 Personen bieten – und natürlich auch für die Betriebsfahrzeuge.

Es waren nicht wenige Vorteile, die der Bürgermeister im Hinblick auf einen gemeinsamen Bauhof-ARA-Standort aufzählte – praktischer wie finanzieller Art. „Zusammengenommen würden wir bei der Halle bei einem Investitionsvolumen von rund 410 000 Euro liegen“, rechnete dieser vor. Die Summe könnten beide Partner, also die Samtgemeinde und die Gemeinde, zu jeweils gleichen Anteilen tragen. „Verglichen mit den Kosten für die Bauhofsanierung am jetzigen Standort wäre das für die Lauenbrücker ja kein großer Unterschied“, konstatierte der Verwaltungschef, der von einer organisatorischen Zusammenfassung aber noch nicht sprechen will.

„Wenn das heute im Ausschuss Befürwortung fände, würden wir die Planung fortsetzen“, so Krüger. Denn auch die Gemeinde Lauenbrück habe bereits Gefallen an dem Projekt gefunden. Ratsfrau Cathrin Intelmann (SPD) fasste die Meinung aller am Ende auf den Punkt zusammen: „Keine Frage, ob das gemacht werden soll oder nicht – auf jeden Fall soll es das!“

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