Kunden bleiben fern

Lauenbrücker Bahnhofskneipe droht das Aus

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Seit Jahrzehnten schon ist die Kneipe im Lauenbrücker Bahnhofsgebäude beheimatet.

Lauenbrück - Von Marié Detlefsen. Sich mit Freunden treffen, eine Runde Dart spielen oder den Abend einfach nett ausklingen lassen – dies wird in der Bahnhofsgaststätte in Lauenbrück eventuell bald nicht mehr möglich sein.

Denn zum Jahresende wird das urige Lokal aufgrund ausbleibender Gäste wahrscheinlich schließen. Doch die Wirtin will die Hoffnung auf einen Fortbestand noch nicht ganz aufgeben.

Schon Ende der 1940er-Jahre eröffnet, war die Kneipe in Gleisnähe fast ununterbrochen in Betrieb. 2009 wurde sie von Klaus Heitmann übernommen, nachdem die Räumlichkeiten ein bis zwei Jahre leer gestanden hatten. Nach sieben Jahren gab er die Aufgabe schließlich an Esperanza Freude-Quade ab. 

Doch den Abwärtstrend konnte auch die derzeitige Betreiberin nicht aufhalten. „Die Kneipenkultur geht halt immer mehr verloren“, erklärt sich die Lauenbrückerin die oft leeren Tische. „Viele Leute amüsieren sich abends nach der Arbeit nicht mehr, was ich sehr schade finde. Ich möchte die Gaststätte nämlich nur ungern dichtmachen.“

Mit der Schließung, sagt sie, würde auch ein Stück Geschichte verloren gehen, denn viele Stammkunden kämen schon seit mehr als 20 oder 30 Jahren in die Bahnhofskneipe – übrigens die zwischen Bremen und Hamburg letzte verbliebene ihrer Art. Ein Grund für die Abnahme sei nach Ansicht der Wirtin auch das typische Image einer Gaststätte. 

„Es ärgert mich, wenn Leute zu schnell über etwas urteilen, obwohl sie es nicht einmal gesehen haben“, sagt Freude-Quade. Dabei sei erst vor gut einem Jahr renoviert worden. „Die Wände wurden neu verputzt und gestrichen, außerdem wurden alle Sitzpolster erneuert. Sogar eine neue Dart-Ecke wurde eingerichtet, um dort Turniere zu veranstalten.

„Es ist ein sozialer Treffpunkt, der wenig genutzt wird, dabei gibt es so viele Möglichkeiten“, betont die Wirtin. „Einige Leute möchten sich einfach nur unterhalten und einen schönen Abend verbringen – und genau das können sie hier tun.“

Viele Einwohner aus den umliegenden Ortschaften würden sich über das knappe Kneipenangebot beschweren, sagt sie, „doch der Weg nach Lauenbrück ist denen dann zu weit – trotz Bahnanbindung“. Oft würden einige Urlauber den Erhalt der Kneipe bewundern und auch ehemalige Lauenbrücker würden für kurze Besuche den Weg in die Kneipe finden. „Insgesamt kommen 20 bis 25 Gäste in regelmäßigen Abständen“, berichtet Freude-Quade. Die Teilnahme aus dem gesamten Ort schätzt sie indes auf lediglich 50 Bewohner.

„Als ich letztens die eventuelle Schließung bekannt gab, war die Gaststätte am folgenden Wochenende plötzlich voll. Das hat mich wirklich gefreut“. Deshalb sei die Schließung noch nicht beschlossene Sache, der Pachtvertrag sei zwar gekündigt, doch diesen könnte sie immer noch verlängern. „Wenn die Bewohner noch mal deutlich ihr Interesse an der Gaststätte zeigen würden, könnte ich mir vorstellen, die Kneipe noch nicht aufzugeben.“

Auf Anfrage können auch jederzeit Geburtstagsfeiern oder Sitzungen abgehalten werden. „Mir ist wichtig, dass alles gesittet und vernünftig abgeht. Ich möchte, dass die Leute hier gut feiern können, ohne Angst haben zu müssen, dass eine Schlägerei entsteht“, fügt die Wirtin hinzu.

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