Sorgenkind Waldgruppe

Kita-Belegung in der Samtgemeinde Fintel stimmt fast zufrieden

Fast ausgelastet: In der Finteler Kita „Vintloh-Zwerge“ sind aktuell 88 von 90 Kindergartenplätze belegt, im Krippenbereich sind noch drei Plätze verfügbar.
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Fast ausgelastet: In der Finteler Kita „Vintloh-Zwerge“ sind aktuell 88 von 90 Kindergartenplätze belegt, im Krippenbereich sind noch drei Plätze verfügbar.

Lauenbrück – Die gute Nachricht vorweg: Die Samtgemeinde Fintel kann allen Eltern, die ihren Nachwuchs für das Kindergartenjahr 2021/2022 für die Krippe oder den Kindergarten angemeldet haben, auch einen Platz anbieten. Das geht aus den Zahlen hervor, die Nora Heusser am Donnerstagabend im Jugend- und Sozialausschuss für die einzelnen Einrichtungen nannte.

„Also haben wir den Rechtsanspruch erfüllt“, bilanzierte die Verwaltungsfrau. Vor dem Hintergrund, dass garantiert aber noch Zuzüge zu erwarten seien, werde es aber wohl noch wieder weiteren Bedarf geben, der sich jedoch decken ließe. In Vahlde könnten so zum Beispiel noch zwei Krippenkinder untergebracht werden, in Helvesiek sieben weitere Kindergartenkinder.

Ob denn langfristig an ein ausreichendes Platzangebot gedacht sei, wollte Ratsherr Jürgen Borngräber (SPD) wissen. Wegen den nach und nach volllaufenden Baugebieten, beispielsweise im „Vogel-Viertel“ in Lauenbrück, müssen man sich doch sicher auf die Schaffung weiterer Kapazitäten gefasst machen. „Wenn wir uns von dem Wunschgedanken lösen, dass eine Betreuung immer direkt vor Ort stattfindet, sieht es gar nicht so schlimm aus“, entgegnete Samtgemeindebürgermeister Tobias Krüger. Auch zeige die Erfahrung, dass es wieder den ein oder anderen Wegzug gebe. „Im Moment sind wir jedenfalls guter Dinge, dass wir das Kita-Jahr solide bestreiten werden. Sollte es doch zu Überraschungen kommen, dann reagieren wir wie in den vergangenen Jahren auch sehr zügig und werden uns mit dem Fachausschuss etwas überlegen.“

Unter zehn Kindern geht nichts

Was mögliche Nachzügler anbelangt, ist die Kommune also auch hier gut aufgestellt. Anders sieht es mit den noch freien Kapazitäten in der Helvesieker Waldgruppe aus, seien nach Heussers Auskunft dort doch nur drei Kinder bis zum 1. August angemeldet worden. Bis Februar 2022 wäre man so bei insgesamt sechs Kindergartenkindern – und damit zu wenig, um das in der Samtgemeinde einzigartige Angebot für dieses Jahr aufrechtzuerhalten. „Es ist ja mal beschlossen worden, dass mindestens zehn Kinder für diese Gruppe angemeldet sein müssen.“ In Zukunft sollte man darauf achten, im Falle von mindestens 26 angemeldeten Kindern diese generell auf die Regel- und die Waldgruppe zu verteilen. Aktuell sei man in Helsch von solchen Zahlen mit 17 von 25 Kindergartenplätzen aber noch entfernt.

Tatsächlich frühzeitig zu Grabe tragen will die Samtgemeinde ihr Angebot, bei dem die Lütten die Zeit in der freien Natur verbringen, an einem festen Standort nebst Bauwagen, aber noch nicht. „Wir möchten jetzt nicht sofort von einem Verkauf des Wagens sprechen und auch nicht gleich den Pachtvertrag für die Fläche kündigen, sondern es nochmal ein Jahr versuchen, beziehungsweise den Erziehern vor Ort die Möglichkeit geben, für die Gruppe Werbung zu machen – unter anderem durch Sommerfeste und einen Flohmarkt “, erklärte Tobias Krüger. Dies sei 2020 wegen Corona nicht möglich gewesen. Bedingung für einen erneuten Versuch müsse es aber sein, dass im kommenden Jahr dann auch die Anmeldezahlen für die Regelgruppe passen, betonte der Verwaltungschef. „Es kann ja nicht sein, dass wir nachher zehn Anmeldungen für den Wald und drei für die Regelgruppe haben, sodass wir die schließen müssten.“

Eine Herzensangelegenheit

Dem wollte Ulrich Brunkhorst, CDU-Ausschussmitglied und Helvesieker Bürgermeister, auch gar nicht widersprechen. „Die Gruppe jetzt aufzugeben, wäre allerdings sehr schade“, befand er. Gerade in seiner Gemeinde sei das Wald-Konzept in den letzten Jahrzehnten immer ein Schwerpunkt gewesen. „Für uns ist das Projekt eine Herzensangelegenheit, in das wir auch investiert haben.“ Und weiter appellierte Brunkhorst: „Lasst uns die Chance wahrnehmen und ein Jahr stillhalten – wir geben viel Geld für unsere Schulen und Kindergärten aus, da sollten wir jetzt nicht versuchen, ein paar Tausend Euro zu sparen.“ Er wolle jedenfalls den Beteiligten die Daumen drücken, dass die Anmeldezahlen 2022 wieder stimmen.

Für Einrichtungsleiterin Gerlinde Holst und ihr Team steht jedenfalls fest: Sollte es Corona zulassen, wolle man für die Waldgruppe wieder fleißig die Werbetrommel rühren. „Wir hatten für letztes Jahr schon ein Waldfest geplant und eine Aktion mit Hein Benjes, damit die Leute sich selbst ein Bild von dem Angebot machen können – das würden wir zu gegebener Zeit natürlich gerne nachholen“, erklärte sie in der Sitzung. Bis dahin bliebe der Standort aber weiterhin belebt – die Regelgruppe der „Bärenhöhle“ nutze ihn nämlich auch ohne zusätzliche Waldgruppe.

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