Rat entscheidet: 36. Lauenbrücker Flohmarkt findet dieses Jahr nicht statt

Ausgebummelt

Trübe Aussichten: Die Bahnhofstraße in Lauenbrück bleibt in diesem Jahr frei von Verkaufsständen. Der 36. Flohmarkt findet erst 2021 wieder statt. Foto: Warnecke
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Trübe Aussichten: Die Bahnhofstraße in Lauenbrück bleibt in diesem Jahr frei von Verkaufsständen. Der 36. Flohmarkt findet erst 2021 wieder statt.

Lauenbrück – 35 Mal fand er statt, jedes Jahr aufs Neue. Eine 36. Ausgabe, eigentlich für den 12. September geplant, wird es in diesem Jahr aber nicht geben. Die Gemeinde Lauenbrück hat ihren Flohmarkt, im Landkreis mit regelmäßig zigtausenden Besuchern einer der größten seiner Art, abgesagt. Und das, obwohl das Verbot von Großveranstaltungen voraussichtlich nach dem 31. August aufgehoben beziehungsweise gelockert wird. Besiegelt wurde diese Entscheidung sogar per Ratsbeschluss – eine Entscheidung, mit der sich keiner der Mitglieder schwertat. „Ich halte es sogar für opportun, den Markt abzusagen“, ergriff Arne Homfeldt (CDU) in der Sitzung das Wort. „Im Zweifel würden da auch nur wenig Leute hinkommen.“ Er glaube, dass es den Aufwand nicht lohnen würde. „Und es ist gefährlich – wir sollten also jetzt und hier einen Schlussstrich ziehen.“

Auch im zwölfköpfigen Flohmarktteam selbst, das ehrenamtlich für die Organisation verantwortlich zeichnet, habe es größtenteils nur ablehnende Stimmen gegeben, erklärte Bürgermeister Jochen Intelmann (SPD). „Ich habe zwei Rückmeldungen bekommen, bei denen es hieß, sie seien dabei, wenn es denn rechtlich möglich wäre.“

Für Wolfgang Rosenbrock (SPD) ergäbe sich mit Blick auf die Abstandsregelung, die seinen Worten auch im September noch sicher greifen wird, ein skurriles Szenario: „Will man dann jeden zweiten Besucher wieder nach Hause schicken? Ich denke, wenn man dort erst den Trubel hat, landen wir am nächsten Tag mit unserer Veranstaltung garantiert im Fernsehen!“

Dass selbst die Gemeinde Tostedt schon ihren Großflohmarkt abgesagt habe, darüber hinaus sogar vorsichtshalber ihren Weihnachtsmarkt, darauf verwies Heinz Promann (SPD). „Selbst, wenn wir unsere Veranstaltung durchführen sollten, würde uns das Ordnungsamt der Samtgemeinde derart viele Auflagen machen, dass wir über den Stapel Papier nicht mehr hinweggucken werden können.“ Dem wollte der ebenfalls an der Sitzung teilnehmende Samtgemeindebürgermeister auch nicht wiedersprechen. „Ich bin ehrlich gesagt ganz froh, dass man den Markt absagen will, ansonsten würde es mich und meine Mitarbeiter in eine schwierige Situation bringen“, erklärte Tobias Krüger. „Auf der jetzigen Grundlage der Verordnung zum Schutz gegen Neuinfektionen müsste ich ohnehin sagen, dass das so nicht funktioniert.“ Mittlerweile, informierte der Verwaltungschef der Samtgemeinde, habe die Landesregierung einen neuen Verordnungsentwurf vorgelegt – mit der Idee, öffentliche Veranstaltungen unter freiem Himmel für bis zu 250 Personen zuzulassen. Das sei für den publikumsstarken Lauenbrücker Flohmarkt folgerichtig keine Option.

„Ein Problem wäre ja auch, dass die Vergabe der Standplätze am Veranstaltungstag immer direkt hier im Rathaus erfolgt“, warf Jochen Intelmann ein. „Dabei kann man keine zwei Meter Abstand halten, ohne dass die Warteschlange nicht die ganze Straße hochreichen würde.“

Und noch eine Schwierigkeit hätte sich laut Mike Drews, dem Assistenten des Lauenbrücker Bürgermeisters, ergeben. „Einen Autoscooter, bei dem es gilt, den Abstand herzustellen, bei dem man sich nicht anwuppen darf, den will glaube ich keiner.“ Nein, irgendein Argument, welches für den Flohmarkt 2020 gesprochen hätte, konnte der Rat kein einziges geben. Einstimmig, bei einer Enthaltung von Klaus Miesner (CDU), war der Tagesordnungspunkt damit auch zügig abgehakt.

„Lauenbrück wird dieses Jahr ein feierloses Dorf“, bemerkte Intelmann noch zum Schluss hin. Demnach hätte auch die Dorfgemeinschaft (DGL) schon das Fischerstechen und das Erntefest abgeblasen.

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