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Aus dem Vollen schöpfen: Neues „To go“-Angebot im essbaren Waldgarten in Lauenbrück

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Von: Lars Warnecke

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Hinnerk Ehlbeck an seinem selbstgebauten Käferhotel. Noch ist das Fach fast leer, nach Pfingsten können Interessierte dort aber aus dem Vollen schöpfen.
Hinnerk Ehlbeck an seinem selbstgebauten Käferhotel. Noch ist das Fach fast leer, nach Pfingsten können Interessierte dort aber aus dem Vollen schöpfen. © Warnecke

Lauenbrück – Eine schöne Vorstellung: Man bummelt durch die Gegend, und sobald sich der Hunger regt, stehen Früchte, Blüten, Blätter oder Wurzeln zum Verzehr parat. Gratis, sie brauchen nur geerntet zu werden. In Lauenbrück ist das kein Wunschdenken mehr. Im Frühjahr 2020 war es nämlich, dass auf dem Grundstück der Martin-Luther-Kirchengemeinde ein essbarer Waldgarten angelegt wurde.

„Dahinter steht die Idee der sogenannten Permakultur – also eines nachhaltigen Ökosystems, das sich weitgehend selbst erhält“, erläutert Hinnerk Ehlbeck. Der 46-Jährige, der auch Vorsitzender des Kirchenvorstandes ist, hatte das Projekt seinerzeit ins Rollen gebracht und mit tatkräftiger Unterstützung vieler Gemeindemitglieder umsetzen können.

Und es hat sich gelohnt: Dort, wo früher nur Gras wuchs, versammeln sich heute weit mehr als 40 Pflanzenarten. Wer genau hinschaut, stößt neuerdings auch auf ein hölzernes Käferhotel. Was es mit dem Objekt aus Einwegpaletten und gebrauchten Brettern auf sich hat? „In das offene Fach werden dann und wann Ableger oder Jungpflanzen gestellt, die von jedem mitgenommen werden können“, sagt Ehlbeck. Nach Pfingsten soll der „Waldgarten to go“, wie er das Angebot getauft hat, an den Start gehen. „Damit die Freude groß ist, werden das unkomplizierte und robuste Pflanzen sein, die mit hoher Wahrscheinlichkeit im eigenen Garten anwachsen.“ Als Beispiele nennt der Lauenbrücker die Japanische Weinbeere wie auch die Goji-Beere – beides Arten, die sich im Waldgarten „krass“ ausgebreitet hätten. Und: Wer immer schon mal wissen wollte, wie vorgezogene Permakultur-Tomaten schmecken: Auch die sollen in der Auslage kostenfrei erhältlich sein.

Saatgutbibliothek soll kommen

Mit dem urigen Stand, auf dessem Dach der Mauerpfeffer wächst (wenn bisher auch nur zögerlich), hat Ehlbeck aber noch viel mehr vor. Im Sommer möchte er hier nach dem Prinzip „Gib eine, nimm eine“ eine Pflanzentauschbörse einrichten. „Da werde ich dann noch die Beschilderung entsprechend austauschen.“ Und: Im nächsten Frühjahr beabsichtigt der Permakultur-Experte zeitweilig die Umnutzung des Käferhotels zu einer Saatgutbibliothek. „Dann können sich die Leute das samenfeste Gut hier wegholen, bei sich daheim anbauen und im Herbst wieder zurückbringen“, erklärt er das Prozedere.

Was der 46-Jährige beobachtet hat: „Durch den Ukraine-Krieg und die Folgen macht sich ein bisschen mehr das Selbstversorgertum breit.“ Da sei nicht zuletzt auch ein essbarer Waldgarten wie der in Lauenbrück für viele Menschen eine willkommene Anlaufstelle. „Geerntet wird hier jedenfalls schon wie verrückt“, stellt er erfreut fest.

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