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Auf in die Zukunft: Kämmerer stellt Stemmer Haushaltsplan 2022 vor

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Von: Judith Tausendfreund

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In Stemmen gibt es viele sehenswerte Anlaufpunkte. Daher gilt es, für gepflegte Wege zu sorgen. Einen Schritt dazu macht die Gemeinde im aktuellen Haushaltsplan.
In Stemmen gibt es viele sehenswerte Anlaufpunkte. Daher gilt es, für gepflegte Wege zu sorgen. Einen Schritt dazu macht die Gemeinde im aktuellen Haushaltsplan. © Tausendfreund

Alle Jahre wieder beschäftigen sich die Kommunen mit dem Thema Haushalt, und das ist natürlich auch in Stemmen der Fall. Der Gemeinderat hat daher jüngst den Haushaltsplan 2022 beschlossen. In diesem Jahr und auch in der Zukunft stehen Investitionen an.

Stemmen – Doch zunächst stellte sich nun Clemens Mahnken als neuer Kämmerer der Samtgemeinde Fintel vor: „Ich bin der Nachfolger von Friedhelm Indorf, der uns aber noch beratend zur Seite steht.“ Bevor er dann ins Thema einstieg, gab er den Ratsmitgliedern noch eine erste Einschätzung mit auf den Weg: „Stemmen hat einen guten Haushalt und steht solide da“, so der Zahlenexperte. Als Oberziele benannte er zum Beispiel die Substanzerhaltung der gemeindeeigenen Liegenschaften. „Sanierungsmaßnahmen werden fortgesetzt, das betrifft zum Beispiel das Sporthaus.“

Auch die Sanierung der Gemeindestraßen werde fortgeführt. „Diese werden auf 25 Jahre abgeschrieben, es ist also gut, sie langfristig zu pflegen.“ Die Erhaltung der Wirtschaftswege sei wichtig, aber auch der anderen Wege. „Sie haben hier viele schöne Landschaften, es sind Wanderer, Fahrradfahrer und Touristen unterwegs. Man denke nur an das Tister Bauernmoor“, erklärte Mahnken.

Für die Zukunft gelte es, Innovation anzustoßen. Er benannte die Entwicklung von Wohn- und Gewerbeflächen, den Breitbandausbau und mehr. „Wir wollen Wirtschaft 4.0 haben, da gehört ein schneller Internetanschluss dazu“, betonte der Kämmerer. Die Digitalisierung werde weiter gefördert und ausgebaut. Wichtig sei auch die Stärkung und Unterstützung der örtlichen Vereine, „auch das wird auf dem Dorf immer wichtiger“.

Bei den „nackten“ Zahlen wurde dann deutlich: Im Bereich der Aufwendungen muss Stemmen etwa drei Viertel der Gelder als Kreis- und Samtgemeinde-Umlage weiterreichen. Für das Jahr 2022 sind das 776 100 Euro. Weitere Aufwendungen sind zum Beispiel 3 700 Euro Zinsen, 66 400 Euro an Abschreibungen und 23 300 Euro für Personal. Im Bereich der Steuerkraftmesszahl gebe es 2021 eine kleine Delle – diese sei Corona geschuldet.

Die Samtgemeinde wird modern und innovativ.

Clemens Mahnken

Mit Blick auf die Finanzkraft der Gemeinde ist auch die Einwohnerentwicklung eine Größe, die entscheidend ist. In Stemmen ist die Einwohnerentwicklung leicht rückläufig. Für das Jahr 2021 hat man 816 Anwohner gezählt. „Wir hoffen, dass diese Zahl durch die neuen Baugebiete wieder besser wird“, kommentierte Bürgermeister Reinhard Trau (CDU). Die schwindende Einwohnerzahl liege aber auch daran, dass der Trend weg von den großen Familien und hin zu Ein-Personen-Haushalten gehe. „Das ist schade, aber es ist so“, stellte er fest.

Mahnken kam dann zum eigentlichen Haushalt für dieses Jahr und berichtete, dass das ordentliche Ergebnis für 2022 ein Minus von 60.900 Euro aufweist. „Stemmen hat aber in den nächsten Jahren kein Liquiditätsproblem“, betonte er. Man habe sehr konservativ gerechnet, auch um die coronabedingte Unsicherheit bei Steuereinnahmen zu berücksichtigen. „Ich gehe davon aus, dass wir hier am Ende des Jahres eine Null sehen.“ Mittelfristig liege das Haushaltsergebnis schnell wieder im positiven Bereich.

An Investitionen sieht die Gemeinde für das laufende Jahr 22 000 Euro für den Breitbandausbau vor, mit 550 000 Euro wird die Erschließung des Baugebiets „Neuer Kamp“ berechnet. Bürgereister Trau wies an dieser Stelle darauf hin, dass man diese Arbeiten eben erst nach dem Feststellungsbeschluss ausschreiben könne. „Mein Wunsch wäre eine Fertigstellung des Baugebiet zum April 2023“, sagte er. In Sachen Breitbandausbau berichtete der Bürgermeister, dass man diesen an die Samtgemeinde übertragen habe. „Irgendwann wird jeder Haushalt Glasfaser bis ins Haus bekommen.“

Mahnken stellte außerdem fest, dass vor zwei Wochen zwei Kredite für das Sporthaus und die Straßensanierung aufgenommen wurden. „Die Entwicklung auf dem Kapitalmarkt ist schwierig, hätten wir länger gewartet, müssten wir mehr Zinsen zahlen“, erläuterte er.

Insgesamt zeigte er sich zufrieden mit den Zahlen und somit der Wirtschaftskraft der Gemeinde. Die Liquidität sei da. Die Steuersätze der Gemeinde verändern sich in diesem Jahr nicht.

Mit Blick auf die Zukunft betonte der Kämmerer, dass es auch Unsicherheiten gibt: Die Entwicklung der Konjunktur, die Zinsentwicklung und einiges mehr sei nicht einzuschätzen. Mit Blick auf die weitere Entwicklung der Samtgemeinde Fintel gab er den Stemmern mit auf den Weg, dass man nach vorne schaut: „Die Samtgemeinde wird modern und innovativ.“ Man wolle sich auf den Weg machen, dafür brauche man aber auch die Infratstruktur und mehr Personal. „Es tut sich was“, so Mahnken. Am Ende zeigten sich die Ratsmitglieder mit diesen umfassenden Informationen zufrieden und stimmten dem Haushalt ohne Diskussion einstimmig zu.

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