Arbeiten zur naturnahen Umgestaltung der Ruschwede beendet / Gewinn für die Flussbewohner

Gelungene Renaturierung

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Zwei Fliegen mit einer Klappe: Kiesbänke schützen die Ufer der Ruschwede vor Erosion und bieten gleichzeitig hochwertigen Lebensraum im Gewässer.

Fintel - Seit Ende September hatte der Unterhaltungsverband Obere Wümme die Ruschwede zwischen Fintel und Vahlde für rund 140000 Euro naturnah umgestalten lassen. Jetzt, teilt der Verband mit, seien die Bauarbeiten erfolgreich beendet – mit dem Ergebnis, dass der Fluss von der Quelle bis zur Mündung für Fische und andere Wasserlebewesen nun vollständig „durchwanderbar“ ist.

In insgesamt vier Bereichen von insgesamt rund 1,2 Kilometer Länge sei die Ruschwede umgestaltet worden, berichtet Verbandsvorsteher Reinhard Trau. Bei Vahlde sei dabei ein Querbauwerk rückgebaut und durch eine Sohlgleite ersetzt worden, um so die Durchgängigkeit für Wanderfischarten und wirbellose Lebewesen wiederherzustellen. Des Weiteren habe man die Gewässersohle mit Kiesbänken strukturiert, wobei Bereiche mit unterschiedlichen Fließgeschwindigkeiten im Gewässer erzeugt wurden. „Besonders wichtig ist für uns die neue Niedrigwasserrinne, die bei sommerlichen Niedrigwasserständen die notwendigen Wassertiefen auch für größere Fischarten sicherstellt“, erklärt Trau.

Die Maßnahme schließt an die bereits 2014/2015 durchgeführte Maßnahme zur naturnahen Umgestaltung von Abschnitten der Ruschwede von der Quelle bis nach Fintel an. Somit dient nun das vollständige Gewässer als Laich- und Aufzuchtgebiet sowie als Lebensraum. Die Verantwortlichen erwarten so für die Zukunft einen großen Anstieg der Artenvielfalt im Gewässer.

Insbesondere, sagt Ralf Gerken vom Landessportfischerverband bei Besichtigung der Maßnahme, würden Meerforelle und Neunauge von den Kiesbänken profitieren, welche diese als Laichbetten nutzten: „Von Anfang bis Mitte November wird man die großen Meerforellen in den Kiesbetten beim Laichen beobachten können“, so der Fachmann.

90 Prozent der Baukosten wurden durch das Land Niedersachsen gefördert. Der Landkreis steuerte die restliche Finanzierung bei. Bei der Planung und Durchführung spielte für den Unterhaltungsverband vor allem die Sicherstellung der Vorflut aus angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen sowie die Hochwassersicherheit eine wesentliche Rolle, sodass diese auch nach der Fertigstellung der naturnahen Umgestaltung nicht negativ beeinträchtigt werden.

Reinhard Trau ist überzeugt: „Durch die Umgestaltung der Ruschwede der vergangenen Jahre wurde ein großer Beitrag für den Lebensraum des Gewässers und seiner Aue geleistet und ein weiterer Schritt zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie getan.“

lw

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