Im Fluss

Kommunalwahl: Wie man sich im Rathaus der Samtgemeinde Fintel vorbereitet

Ein eingespieltes Team: Die Verwaltungsmitarbeiter Olaf Böhling und Henrike Hoppe agieren als Wahlleiter in der Samtgemeinde Fintel.
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Ein eingespieltes Team: Die Verwaltungsmitarbeiter Olaf Böhling und Henrike Hoppe agieren als Wahlleiter in der Samtgemeinde Fintel.

Lauenbrück – Der Auftrag für die Druckerei in Sottrum ist schon erteilt. Denn seit letzter Woche, als an mehreren Tagen die einzelnen Wahlausschüsse getagt haben, steht nun abschließend fest, welche Namen tatsächlich auf den Stimmzetteln für die Kommunalwahl am 12. September in der Samtgemeinde Fintel stehen werden.

„Im Moment ist es für uns wieder ein bisschen ruhiger geworden“, sagt Olaf Böhling. Seit vielen Jahren schon ist der Verwaltungsmann für die Wahlen in den fünf Mitgliedsgemeinden zuständig. Henrike Hoppe, seine Kollegin aus dem Fachbereich Bürgerservice und Interne Dienste, hat – nicht weniger routiniert – derweil bei der Samtgemeinderat- und der Bürgermeisterwahl den Hut auf. Beiden sind die Abläufe bestens vertraut. Und doch ist die diesjährige Kommunal- und auch die zwei Wochen später stattfindende Bundestagswahl pandemiebedingt noch mal eine ganz neue Herausforderung. Denn im Rathaus rechnet man unter anderem damit, dass sich das Briefwahlaufkommen in diesem Jahr noch einmal steigern wird. „Bei der letzten Wahl vor fünf Jahren wurden etwa 50 Prozent der Stimmen per Briefwahl abgegeben“, berichtet Hoppe. „Dieses Mal rechnen wir mit etwas mehr.“

6 776 Wahlberechtigte in Fintel, Stemmen, Helvesiek, Vahlde und Lauenbrück, darunter sage und schreibe 687 Erstwähler, können am Super-Wahlsonntag ihre Kreuze setzen – für den Landrat, den Samtgemeindebürgermeister, für den neuen Kreistag, den Samtgemeinderat und für die Räte in den Gemeinden. In gleicher Reihenfolge erfolgt am Abend, wenn um 18 Uhr die sieben Wahllolale schließen, die Stimmenauszählung. Obwohl die Wahlvorstände von sieben auf acht Mitglieder aufgestockt worden seien, wie Böhling berichtet, rechnet er nicht damit, dass man bis Mitternacht alle Ergebnisse werde verkünden können.

„Alleine die Briefwahl zu rechnen, bedeutet schon einen großen Aufwand.“ Am schnellsten ausgezählt werden die Bürgermeister- und die Landratswahl sein, für die jeweils ja nur ein Kreuzchen gesetzt werden müsse. Verfolgen könne man die Wahlausgänge auch auf der Samtgemeinde-Website, wo die Ergebnisse nach und nach quasi im Live-Ticker veröffentlicht würden.

Im Rathaus rechnet man wieder mit vielen Briefwählern.

Obwohl der Fachbereichsleiter Steuerung und Personal, seit 1990 im Rathaus, schon viele Kommunalwahlen betreut hat – eine, bei der auch zeitgleich der Bürgermeister gewählt wird, habe er noch nicht erlebt. „Und dann auch gleich drei Kandidaten, da wird es spannend“, sagt er. Und aufwändiger. Dabei rechnen weder er noch Hoppe, dass einer der Bewerber mehr als 50 Prozent der Stimmen auf sich vereinen wird. „Wir planen für den Tag der Bundestagswahl schon eine Stichwahl ein – uns ist dabei klar, dass wir dann ziemlich zügig die neuen Stimmzettel werden entwerfen müssen“, so Hoppe. Und Böhling ergänzt: „Dementsprechend ist vorgesehen, dass der Samtgemeinde-Wahlausschuss zwingend als erster von den sechs Gremien wieder zusammenkommt, um die Ergebnisse feszustellen.“ Dies solle voraussichtlich gleich am Dienstag nach dem Wahlsonntag geschehen.

Erst einmal gilt es aber für die beiden Rathaus-Mitarbeiter, die allerletzten Vorbereitungen für den 12. September zu treffen. Dazu gehört unter anderem auch, die Zettelausgaben in den Wahllokalen später coronakonform mit Spuckschutzwänden auszurüsten. Und ja: Neben der Möglichkeit, seinen eigenen Stift mitzubringen, stellt die Samtgemeinde auch selbstdesinfizierende Kugelschreiber zur Verfügung, die dann in den Wahlkabinen befestigt sind. „Ich weiß zwar nicht, wie die Teile funktionieren, aber wir glauben es einfach mal“, schmunzelt Böhling. Man bemühe sich eben um die größtmögliche Sicherheit, meint Henrike Hoppe, sowohl für die Wähler wie auch für die Wahlvorstände. „Im Prinzip machen wir die ganze Arbeit bis zum Stimmzettel, dann fängt die Arbeit mit der Briefwahl für die Kollegen im Bürgerservice an“, erläutert die Lauenbrückerin.

Wie es jetzt weitergeht? Im Laufe der nächsten Woche bekommen die Wahlberechtigten ihre Benachrichtigungen zugesandt. Laut Olaf Böhling seien das dieses Mal keine Kärtchen, sondern richtige Briefe. Einfluss darauf, wann diese im Postkasten liegen, habe die Verwaltung nicht. „Das übernimmt mit der Kommunalen Datenverarbeitung Oldenburg, kurz KDO, der größte kommunale IT-Dienstleister in Niedersachsen“, erläutert der Wahlleiter. Ab dem 15 August, rechnet er, könne dann auch erst Briefwahl im Rathaus der Samtgemeinde beantragt werden. „Viele werden wegen Corona davon Gebrauch machen“, ist seine Kollegin überzeugt. „Es ist ja letztendlich auch bequemer.“

Was die Wahlvorstände betrifft, nach Hoppes Worten greife man hier vorwiegend auf schon erfahrenes Personal zurück, seien die noch immer nicht alle komplett besetzt. Aber auch das, sagt sie im gewohnt ruhigen Ton, bekomme man noch in den Griff.

Übrigens: Dass die Bürger der Samtgemeinde Fintel keine „Wahlmuffel“ sind, hat sich bei der letzten Kommunwalwahl gezeigt. Damals lag die Beteiligung bei knapp über 80 Prozent.

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