Lauenbrück stößt bei Klärschlammvererdung an seine Grenzen

Abwasseranlage: Mehr Schilfbeete müssen her

Die Lauenbrücker Abwasseranlage
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Ganz schön leistungsstark: Knapp unter 400 000 Kubikmeter Abwasser werden pro Jahr auf der Lauenbrücker Abwasseranlage verarbeitet.

Lauenbrück – Taucher im Belüftungsbecken, weitere Schilfbeete, die dringend erforderlich seien, und neue Technik zur Klärschlammbelebung – Ingo Bellmann, Leiter der Abwasseranlage (Ara) in Lauenbrück, hatte einiges zu berichten in der jüngsten Sitzung des Bau- und Planungsausschusses der Samtgemeinde Fintel. Konkret kam er dabei auf die vergangenen zwei Betriebsjahre zu sprechen – und die hätten mit Blick auf die Fäkalschlammmenge nicht unterschiedlicher ausfallen können, wie er ausführte.

„2019 hatten wir da noch 86 Kubikmeter, im Folgejahr ungefähr 200.“ Warum dieser Sprung? „2020 musste unsere Anlage nach fünf Jahren wieder turnusgemäß gereinigt werden, daher der höhere Mengenanfall.“

Etwa 1 000 Kubikmeter Abwasser würden die Anlage seinen Worten nach bei Trockenwetter durchlaufen – pro Tag. „Die Reinigungsleistung war in beiden Jahren ähnlich gut – die hat für die verschiedenen Parameter zwischen 93 und 99 Prozent gelegen.“ Bedauerlicherweise sei man bei den monatlichen, unangekündigten Beprobungen des Landkreises aber einmal durchgefallen.

Der Grund: Im Belüftungsbecken sei ein Schlauch geplatzt, sodass ein erlaubter Wert von 15 Milligramm pro Liter plötzlich um zwei Milligramm angestiegen sei. „Daher konnten wir leider nicht genug Sauerstoff ins Becken bekommen“, erläuterte Bellmann. Reparieren lassen habe sich der Schaden nicht von heute auf morgen. „Dazu mussten Taucher aus Hamburg anrücken.“ Höhere Abwasserabgaben habe die Samtgemeinde nicht zahlen müssen, hätten die folgenden vier Untersuchungen doch wieder zufriedenstellende Werte zutage gefördert.

Worum der Ara-Leiter im Fachausschuss dringend warb: Für die vor einigen Jahren in Betrieb genommene Klärschlammvererdungsanlage müssten zeitnah zu den drei bestehenden Schilfbeeten noch zwei weitere errichtet werden, sei dort doch der anfallende Schlamm um einiges gestiegen: „2019 hatten wir 146 Tonnen, 2020 dann schon 160 Tonnen – ausgelegt ist die Anlage von der Fläche her aber für 130 Tonnen“, verdeutlichte er. „Aufbringen an Trockensubstanz dürfen wir knapp 10,5 Tonnen im Monat – weil der Schlamm halt anfällt, liegen wir jetzt bei 15 Tonnen, und das ist um einiges höher, als es die Beete abkönnen.“ Demnach würden die Pflanzen durch die derzeitige Beschlammungsintensität auch nicht so wachsen, wie sie eigentlich sollten, eine optimale Entwässerung sei so nicht mehr möglich. Beraten wurde das Thema im Gremium noch nicht – es dürfte aber wohl nur noch eine Frage der Zeit sein.

Worauf Bellmann ebenfalls in seinem Bericht zu sprechen kam: Im vergangenen Jahr sei eine Hälfte des Belebungsbeckens mit neuen Belüftern ausgestattet worden, für die zweite Hälfte sei die Technik nunmehr auch eingebaut worden. „Nun liegt es an mir und meinem Arbeitskollegen, diese Hälfte nach und nach zu befüllen – da passen 2 600 Kubikmeter rein.“ Durch die neue Belüftung als solche könne man nicht nur Energie einsparen, sondern ebenso mit einer längeren Lebensdauer rechnen – „die alte Technik hielt immer so geschätzt sechs Jahre, jetzt soll sie zum Teil schon 20 Jahre durchhalten.“

Und dann schlug der Fachmann in seinen Ausführungen den Bogen nochmal zurück zur Vererdungsanlage. Denn: „Wenn alles richtig eingestellt ist und funktionieren sollte, müssten unser Belebt- und der Überschussschlamm optimal für die Schilfbeete aufbereitet sein – das ist jedenfalls unsere große Hoffnung.“

Wie es denn mit Plastik auf der Anlage aussehen würde, wollte Ratsherr Rüdiger Bruns (SPD) am Rande wissen. „Was man so alles im Rechen findet, unter anderem Wattestäbchen und ,Pariser‘, da wundert man sich schon darüber, dass man das ins Klo schmeißt“, so Bellmann. Was Plastik, in dem Fall Mikropartikel betrifft, werde das auf der Anlage nicht untersucht. Dies mache auch der Landkreis nicht. Wünschenswert wäre dies aber allemal, befand Bruns.

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