Rückstellungen notwendig

Fintel: Mehrkosten beim Abwasser

Ein Schild an einem Zaun: „Abwasserreinigungsanlage der Samtgemeinde Fintel“.
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Die Abwasserbeseitigung in der Samtgemeinde Fintel kostet in Zukunft mehr.

Die Samtgemeinde Fintel wird im kommenden Jahr die Gebühren für die Abwasserbeseitigung erhöhen. Ein entsprechender Antrag hat bereits den Finanzausschuss passiert, am Donnerstag entscheidet der Rat.

Lauenbrück – Bewohner der Samtgemeinde Fintel werden in Zukunft in Sachen Abwasser ein wenig tiefer in die Tasche greifen müssen. Ab dem 1. Januar des kommenden Jahres soll der Kubikmeter Schmutzwasser dann 3,25 Euro kosten, bisher lag der Preis bei 3,13 Euro. Zusätzlich fällt für jeden Zwischenzähler eine Gebühr von zehn Euro an – durch diese Änderung des Gebührensatzes kommen am Ende für die Samtgemeinde Mehreinnahmen in Höhe von rund 40 800 Euro zusammen, so Friedhelm Indorf von der Finanzverwaltung gegenüber dem Finanzausschuss, der jüngst über die Gebührenerhöhung debattierte. Am Ende empfahl dieser einstimmig diese Anpassung. Am Donnerstag trifft der Samtgemeinderat eine abschließende Entscheidung.

Es gibt verschiedene Gründe für die Erhöhung – zunächst eine buchhalterische: Lange hat man nicht genau gewusst, ob die Verwertung des Abwassers kostendeckend ist oder nicht. Das lag unter anderem an der Konzentration der Fachabteilung auf das Thema Jahresabschlüsse. Diese müssen aufgrund der Doppik-Umstellung nachträglich für die Jahre ab 2012 erstellt werden – hier hinkt die Samtgemeinde Fintel noch hinterher. Der Aufwand ist enorm, denn die verlangte Umstellung der kommunalen Haushalte auf doppelte Buchführung gleicht einem Kraftakt. So kam es auch in der Samtgemeinde Fintel dazu, dass die in den vergangenen Jahren entstandenen Unter- und Überdeckungen in Sachen Abwasser nicht früher berücksichtigt werden konnten.

Dies soll sich nun ändern. „Die Kalkulation ist aktualisiert worden“, so Indorf. Es werde künftig deutliche Steigerungen geben, auch weil der Strom teurer werde. Zudem seien höhere Rückstellungen notwendig. So musste die Samtgemeinde bereits in diesem Jahr einige Investitionen beim Thema Abwasser tätigen. Zum einen wurde die Vererdungsanlage erweitert, zum anderen wurden Baugebiete in Fintel und Vahlde erschlossen. Hinzu kommen gestiegene Personal- und Unterhaltungskosten der Anlagen. „Wir hatten nicht nur eine Corona-Krise, sondern auch eine Finanzen- und eine Klärschlamm-Krise“, erläuterte Indorf. Die Entsorgung des Klärschlamms sei um ein Vielfaches teurer geworden. „Das hat sich jetzt aber etwas normalisiert.“

Höhere Abschreibungen seien aber auch durch die Erweiterung der Vererdungsanlage um zwei Beete notwendig. In der neuen Kalkulation sei die Entsorgung aller Beete für einen Zeitraum von zehn Jahren berücksichtigt worden. „Damit dann im Jahr der Entsorgung die Gebühr nicht überdurchschnittlich erhöht werden muss, werden jetzt schon Gelder zurückgestellt“, erklärte Indorf die Details.

Doch er hatte auch andere Zahlen parat, mit denen die Samtgemeinde die Gebührenerhöhung rechtfertigt. Lag die Rückstellungssumme der Klärschlammentsorgung für das Jahr 2020 noch bei 23 000 Euro, müssen es 2022 schon 50 000 Euro sein. Die Abwassermenge ist ebenfalls gestiegen. Man sehe 2021 deutlich den „Homeoffice-Effekt“, so Indorf.

Auch für 2022 wird prognostiziert, dass die Mengen weiter in die Höhe klettern. Hier gab es die Nachfrage, woher die Prognose käme, dass die Wassermenge weiter steigen werde. Indorf erläuterte, dass sich dies aus den Zahlen der letzten Monate erschließen ließe. „Hinzu kommt noch, dass in 2022 – zumindest hoffen wir das alle – das Freibad in Fintel wieder geöffnet ist, auch das ist dann zu berücksichtigen“, ergänzte er mit Blick auf die zu kalkulierenden Wassermengen, die innerhalb der Samtgemeinde fließen und auch verarbeitet werden müssen.

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