Frauenfrühsstückstreff thematisiert die Kraft der Dankbarkeit

Absage an die Staubsaugermentalität

Susanne König weihte die Zuhörerinnen in die Technik vonDudelsäcken ein. Foto: Heyne

Stemmen – Einen „weltweiten Morgen“ hatte Hanni Nack, die Moderatorin des „Frauenfrühstückstreffs“, am Samstagmorgen im Landgut Stemmen versprochen. Das Konzept des inspirierenden Vormittags mit einem gemeinsamen Frühstück, Denkanstößen und Vortrag kommt auch nach mehr als 30 Jahren an: Rund 250 Frauen aus der gesamten Region waren gekommen, um die Ausführungen von Karin Vorländer zur „Kraft der Dankbarkeit“ zu hören.

Zur Einstimmung berichtete Regina Möller über ihre Zeit in Namibia, wo sie sieben Jahre mit ihrem Mann, einem Soldaten im Auslandseinsatz, und ihrem Sohn gelebt hatte. Der Perspektivwechsel habe ihren Blick verändert. Beeindruckt hätten sie die Lebensfreude der vielen armen Menschen dort, die fest im Glauben verankert seien. Ihre Erkenntnis: „Das Leben ist nicht dazu da, seine Dinge zu verwalten.“

Nach Schottland ging es im musikalischen Teil, den die Dudelsackspielerin Susanne König mit versiertem Spiel und Erklärungen zum Instrument bestritt. Eher als Reise ins eigene Innere als in die weite Welt sollte sich der Vortrag der freien Journalistin und Biografin Karin Vorländer entpuppen, denn: „Dankbarkeit ist eine Einstellungssache!“ Mit vielen Anregungen, dem „Spiel der Alltags-Wohltaten und sogar Atemübungen sensibilisierte sie für eine Haltung, die es lohne zu trainieren. Nah an der Lebenswelt der Frauen, wurde ihrem praktischen Beispiel mehr als einmal mit einem zustimmendem „Genau!“ begleitet oder einem Kichern, wenn sie den Zuhörerinnen einen Spiegel vorhielt. Sie warnte vor der „Staubsaugermentalität, die alles aufsaugt, was nicht klappt!“ und der „Ich schaff das ganz allein“-Einstellung: „Das ist ein Glückskiller!“

Auch wenn sie ihre Botschaften auf das Fundament des Glaubens zurückführte, so kamen ihre Impulse doch mit erstaunlich vielen aktuellen politischen Bezügen daher: „Ich bin tief erschüttert, was wir aus der Chance auf einen Neuanfang durch den Mauerfall gemacht haben“, positionierte sie sich im Hinblick auf das Wiedererstarken rechter Gesinnungen. Fairtrade und Konsumverzicht kamen ebenso zur Sprache wie der Umweltschutz, Flüchtlingshass oder die gerechte Verteilung von Ressourcen. Die scharfe Denkerin machte mit ihrer Kritik auch vor den eigenen Reihen nicht Halt und forderte, nicht alles auf Gott zu schieben: „Wenn ich Tischgebete höre wie ‚Bitte gib auch denen, die nicht so viel haben‘, dann werde ich wütend – das ist nämlich unser Job!“ Auch Plattitüden wie „Wer weiß, wozu es gut ist“, kamen an den Pranger: „Es gibt ein Recht auf Fragen und Trauern – das Leben darf Stückwerk sein!“

Viele der Botschaften und Anregungen der ebenso eloquenten wie sympathischen Rednerin kamen an. „Im Prinzip hat man das alles schon gewusst, aber es ist gut, in dieser Form mal wieder daran erinnert zu werden“, befand eine Zuschauerin schon in der Pause.

Auch für die letzte Herausforderung, nämlich den Umgang mit Alter, Krankheit und Tod, hatte die 67- Jährige einen Ratschlag parat: „Nehmen Sie Ihr Alter an und bemühen Sie sich trotz aller Gebrechen um innerliche Unversehrtheit.“ – Wieder einmal eine Stärkung für Leib und Seele, die das zehnköpfige Organisationsteam den Gästen da bereitet hatte.  hey

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