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50 Jahre auf 72 Seiten: Samtgemeinde Fintel gibt im Jubiläumsjahr einen Rückblick in Buchform heraus

Präsentkörbe als Dankeschön: Samtgemeindebürgermeister Tobias Krüger (l.) mit den beiden Autoren Friedrich Dreyer (Mitte) und Hans Engel.
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Präsentkörbe als Dankeschön: Samtgemeindebürgermeister Tobias Krüger (l.) mit den beiden Autoren Friedrich Dreyer (Mitte) und Hans Engel.

Lauenbrück – Im Jahre 1971 war es für manchen noch schmerzlich, im Jahre 2021 dann aber rückblickend genau die richtige Entscheidung: die Gründung der Samtgemeinde Fintel. 50 Jahre später, genauer am Donnerstagabend, tagte der Samtgemeinderat zum letzten Mal in alter Besetzung. Und ja, auch dem Jubiläum, das ganz ohne Festwoche oder ähnlichen Aktivitäten auskommen muss, war ein eigener Tagesordnungspunkt gewidmet.

Dass mit Hans Engel und Friedrich Dreyer gleich zwei Verwaltungsurgesteine zugegen waren, beide lenkten über jeweils viele Jahre die Geschicke der Kommune als Samtgemeindedirektoren mit, war kein Zufall. Denn in fast dreijähriger Arbeit, verbunden mit dem Durchforsten alter Akten und Zeitungsberichten sowie mit tatkräftiger Unterstützung des Rathaus-Personals, hat das rüstige Duo einen buchgewordenen Rückblick erarbeitet, der die wichtigsten Ereignisse aus einem halben Jahrhundert Samtgemeinde (einschließlich ihrer Entstehungsgeschichte) auf 72 Seiten vereint.

Glücklicherweise habe er die Autoren, die ja selbst ein Teil der Historie seien, gar nicht erst überreden müssen, als er mit seinem Anliegen an sie herangetreten sei, blickte Samtgemeindebürgermeister Tobias Krüger auf die Anfänge zurück. „Die beiden haben sofort zugesagt, da ist mir wirklich ein Stein vom Herzen gefallen.“ Dreyer, der seit 13 Jahren im Ruhestand ist, erklärte, man habe das Angebot natürlich gerne angenommen – jedoch nur unter der Prämisse, dass der jeweils andere auch mitmache. „So sind wir dann 2018 angefangen.“ Beide hätten sich natürlich zu Beginn gefragt, wie man das Projekt angehen wolle, und man sei sich relativ schnell einig gewesen, dass eine Chronik im klassischen Sinne nicht infrage käme. „Es sollte ein betont sachlich gehaltener Rückblick werden – ohne eigene Bewertungen und ohne das Hervorheben einzelner Personen und ihren Leistungen. Insofern handelt es sich auch um eine recht emotionslose Lektüre“, gab Dreyer, der von 1996 bis 2008 als letzter Samtgemeindedirektor wirkte, in der Sitzung Auskunft. Mehrere Ereignisse fänden auch aus den Mitgliedsgemeinde Erwähnung – „die Samtgemeindeverwaltung war dort ja an der Planung und Umsetzung vieler Maßnahmen beteiligt.“

Die Lektüre, ergänzt um zahlreiche Bilder, wirft einen sachlichen Blick auf die zurückliegenden 50 Jahre.

Über den Schaffungsprozess als solchen verloren er und sein Kompagnon keine Worte, dafür aber der Samtgemeindebürgermeister: Die Arbeit sei nicht dergestalt gewesen, dass beide nur einmal im Monat im Rathaus vorbeigeschaut hätten. Nein, es habe sehr intensive Phasen gegeben, vor allem zu Beginn, als die beiden in unzähligen Akten gestöbert hätten. „Wir haben versucht, das Ganze mit Kaffee und Keksen zu unterstützen, aber die Arbeit ist trotzdem nicht weniger geworden“, so Krüger. Irgendwann sei es den Autoren schließlich zu eng im Rathaus geworden, woraufhin beide sich ins geräumigere Homeoffice verabschiedet hätten – „und das schon vor Corona.“

Im Besonderen kam Krüger auf den damaligen Gründungsabend zu sprechen, über den es spannende Geschichten zu erzählen gäbe. Wie spannend, verdeutlichte der langjährige SPD-Ratsherr Jürgen Borngräber, der selbst bei der Versammlung zugegen war: So habe etwa der Oberkreisdirektor seinerzeit versucht, alle Bürgermeister mit Schnaps zu beeinflussen, auf dass die auch wirklich ihre Unterschriften unter die neue Hauptsatzung der Samtgemeinde setzen würden. „Und es ist ihm auch gelungen“, erklärte der Lauenbrücker.

Er selbst sei damals zwar nicht dabei gewesen, so Ratsvorsitzender Rüdiger Bruns (SPD), er wisse aber, dass die Zusammenführung der fünf Gemeinden absolut keine Liebesheirat gewesen sei. „Da ging es damals schlichtweg ums Geld.“ Seiner Beobachtung nach könnten Fintel, Vahlde, Lauenbrück, Stemmen und Helvesiek inzwischen aber gut miteinander umgehen.

Wo gibt`s das?

Das Buch „50 Jahre Samtgemeinde Fintel (1971 bis 2021)“ ist ab sofort im Rathaus der Samtgemeinde Fintel in Lauenbrück zum Preis von zehn Euro erhältlich. Ferner kann der Rückblick kostenlos im Internet unter www.sgfintel.de eingesehen werden.

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