Kindergarten in Fintel

30 Jahre Vintloh-Zwerge

Leiterin Sabine Kalweit (r.) und ihre Stellvertreterin Julia Schreiber.
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Sie sehen den Kindergarten gut aufgestellt: Leiterin Sabine Kalweit (r.) und ihre Stellvertreterin Julia Schreiber.

Er war einer der ersten seiner Art, in dem eine Krippengruppe an den Start ging: der Kindergarten „Vintloh-Zwerge“ in Fintel. 2008 war das. Die Geschichte der Einrichtung reicht aber noch viel weiter zurück. 30 Jahre, um genau zu sein. Das hätte groß gefeiert werden sollen.

Fintel – Wer hätte das gedacht: Bereits seit 30 Jahren gibt es in Fintel einen Kindergarten, die „Vintloh-Zwerge“. Vintloh, was? Leiterin Sabine Kalwait klärt auf: „Die Bezeichnung leitet sich vom alten Namen Fintels ab.“ Früher, weiß sie, hätten alle sich ansiedelnden Gehöfte mit „loh“ geendet. Als Vintloh größer geworden sei, habe man der Gemeinde ihren heutigen Namen verpasst. „Tja, und bei der Namensgebung unserer Einrichtung hat man sich damals eben zurückbesonnen und einfach die Zwerge für die Kinder hinzugefügt.“

Anlass zum Zurückbesinnen, den hätte es in diesem Jahr natürlich im Übermaß gegeben – in Form eines großen Geburtstagsfestes, wie man es schon zum 20- und zum 25-jährigen Bestehen gefeiert hatte. Gemeinsam mit der Dorfgemeinschaft, versteht sich. Denn die Einrichtung an der Schneverdinger Straße genießt auch in ihrem 30. Jahr noch immer einen hervorragenden Ruf. So aber war der Gründungstag im August ganz und gar geräuschlos über die Bühne gegangen. Klar, Corona ließ grüßen. Mal wieder. „Für die Veranstaltung hätte es mindestens ein Jahr Planungsvorlauf gebraucht“, sagt Kalwait. Angesichts der unsicheren Lage habe sich ihr 17-köpfiges Team am Ende gegen eine Ausrichtung entschieden. „Das tat schon echt weh, aber wer weiß – vielleicht holen wir das Ganze im nächsten Sommer noch in abgespeckter Form nach.“

In der Einrichtung fühlen sich die Mädchen und Jungen richtig wohl.

Ganz unberücksichtigt bleiben soll die Retrospektive auf drei Jahrzehnte Kindergarten indes nicht. Dazu hat Kalweit, selbst „erst“ seit 2011 in der Einrichtung beschäftigt, kräftig in den Archiven gewühlt. Wo das Haus früher 40 Jahre lang dem Jugendherbergsverband gedient hatte, zogen 1991 die ersten 25 Mädchen und Jungen ein – in einer Vormittagsgruppe mit zwei Erzieherinnen. Und vorher? „Da gab es hier noch gar keinen Kindergarten, sondern lediglich einen losen Spielkreis in Vahlde“, berichtet die 59-Jährige.

Was die Einrichtung ihren Worten nach von Anfang an ausgezeichnet habe: „Man hat hier schon immer fortschrittlich gedacht, ist mit der Zeit gegangen und hat auch über den eigenen Tellerrand hinaus geschaut.“ Und noch etwas sieht die Leiterin, seit 2019 auf diesem Posten, als besonderes Merkmal: „Mit den Eltern gab und gibt es stets eine tolle Zusammenarbeit – die packen auch selbst gerne mit an.“

17 Jahre lang war die Gemeinde Fintel Trägerin der „Vintloh-Zwerge“. 2008 gingen die Kitas schließlich in die Trägerschaft der Samtgemeinde über – so auch die in Fintel. „In diesem Jahr war dann auch klar, dass Fintel eine Krippe bräuchte – übrigens eine der ersten im ganzen Landkreis“, blickt Kalweit zurück. Als die dann an den Start gegangen war, ließ es sich selbst Ursula von der Leyen, die damalige CDU-Familienministerin, nicht nehmen, der Einrichtung ganz öffentlichwirksam einen Besuch abzustatten. „Auch daran erkennt man, dass die Träger immer ein Augenmerk darauf hatten, eine Nasenlänge vorauszudenken“, befindet sie.

Man muss immer wieder den Blick nach außen schweifen lassen, um den Anforderungen gerecht zu werden.

Kindergartenleiterin Sabine Kalweit

Eine enorme Weiterentwicklung haben die „Vintloh-Zwerge“ in den vergangenen Jahren allemal durchgemacht – und damit spielt Kalweit nicht nur auf die Inklusion an, die zu ihrer Freude im Haus überdurchschnittlich gut gelebt werde. Um die Betreuungsnachfrage zu decken, habe man immer zusehen müssen, sich zu erweitern – auch und vor allem baulich, erzählt sie. Heute ist das frühere Jugendheim, das im Kern nur noch bedingt dem alten Erscheinungsbild ähnelt, Domizil für zwei Krippen- und vier Kindergartengruppen. Macht zusammen aktuell 121 Kinder, von denen ein Großteil das Ganztagsangebot in Anspruch nimmt.

Und damit spricht die Leiterin schon die Veränderung an, die im Laufe der letzten 30 Jahre stattgefunden hat: „Heute müssen wir hier in der Erziehung viel mehr auffangen, als noch früher, wo man seinen Nachwuchs für vier Stunden zum Spielen hergeschickt hat.“ Nein, da gestalte man inzwischen das komplette Leben eines Kindes mit, sagt sie. Um das gewährleisten zu können, bilde sich ihr Team unentwegt fort – zur Fachkraft für Ernährung und Bewegung etwa oder zu einer für tiergestützte Interventionen. „Da muss man immer wieder den Blick nach außen schweifen lassen, um den Anforderungen gerecht zu werden.“ Und ihre Mitarbeiterinnen würden da gerne mitziehen. „Davon haben wir hier ganz viele junge, womit wir einfach schon gut aufgestellt sind – man strickt nicht mehr an alten Zöpfen, sondern geht vorwärts.“

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