Gauner hacken sich in Computer von Wolfgang Staritz ein  und bitten in seinem Namen um Geld

Finger weg von den Betrüger-Mails

Betrüger nutzten den Yahoo-Account von Wolfgang Staritz, um an Geld zu kommen. ·

Scheeßel - Eine böse Überraschung erlebte Wolfgang Staritz aus Scheeßel. Über seinen Yahoo-Zugang wurden 1069 E-Mails verschickt, in denen er um Geld bittet, weil er sich angeblich in Schottland befinde und dort seine Tasche mit allen wichtigen Papieren gestohlen worden sei.

Nichts davon entsprach den Tatsachen. Es handelte sich um ein Schreiben, das von Internet-Betrügern verfasst wurde.

„Ich hoffe Du kriegst diese Nachricht rechtzeitig. Ich habe einen Ausflug nach Aberdeen in Schottland gemacht und dabei wurden meine Tasche mit Reisepass, Bargeld und meine Kreditkarte gestohlen“, so begann die Nachricht von „Wolfgang Staritz“, die mit vielen Rechtschreibfehlern gespickt war. Im weiteren Verlauf des Schreibens bitten die Betrüger in seinem Namen, ihn aus seiner misslichen Lage zu befreien und ihm Geld zu borgen. Nach Möglichkeit solle das Geld durch „Western Union“ online überwiesen werden.

„Meine Frau und ich waren mit dem Auto zu einem Ausflug zum Zwischenahner Meer, als wir gegen 11.30 Uhr einen Anruf auf unserem Handy erhielten. Ein Tenniskollege aus Cuxhaven wollte von uns wissen, wo wir uns zurzeit befinden“, erklärt Staritz gestern im Gespräch mit der RK/VN. Etwas verwundert über diese Frage, habe er erklärt, dass er sich gerade in seinem Auto befinde. Als er dann vom Anrufer erfuhr, dass er laut einer E-Mail-Nachricht angeblich in Schottland sei und dringend Geld benötige, sei er „aus allen Wolken gefallen“. Dieser Anruf war nur der Anfang einer unzähligen Reihe von Telefonaten mit vielen Empfängern der E-Mails. Selbst aus Kanada meldete sich Verwandschaft.

Der Tag war damit für das Ehepaar Staritz gelaufen. Früher als geplant traten sie die Rückreise an, um der Sache nachzugehen. Er habe erst einmal das Passwort für sein Yahoo-Konto geändert.

Der Scheeßeler machte sich Gedanken, wie sich jemand trotz Virenschutzes in seinen Computer einhacken konnte und fand nur eine Erklärung. „Am Dienstag war ich beim Versenden meiner Mails, als zwischendurch eine Aufforderung von ‚Yahoo‘ kam, mich mit Namen und Passwort noch einmal neu einzuloggen. Das habe ich auch gemacht“, so Staritz. Da, meint er, hätten die Betrüger zugeschlagen. Die Hacker hätten auch alle 1069 Anschriften und alle E-Mail-Eingänge bis zum Passwort-Wechsel am Mittwochabend gelöscht. Er rät allen Internetnutzern, als Schutz das Passwort öfter zu wechseln.

Gestern erstatte er bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt wegen Ausspähens von Daten. „Ich werde auf alle Fälle nie wieder auf eine Aufforderung in dieser Form reagieren. Es bestehen andere Möglichkeiten, um mit Yahoo Verbindung aufzunehmen“, so Staritz. Die Polizei rät allen Empfängern solcher oder ähnlicher Mails, diese zu ignorieren. Es kursierten viele solcher Schreiben. Auf keinen Fall solle man bedenkenlos Geld schicken. Bei „Western Union“ lasse sich der Verbleib des Geldes nicht verfolgen. Die Täter säßen oft im Ausland und seien kaum zu erwischen. · go

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