Interview zum neuen Album „Morgenwelt“

„Kannte das Gefühl nicht“

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Tanzt auf zwei Hochzeiten: Feuerengel- und Der-Bote-Sänger Boris Delic.

Griemshoop - Von Pascal Faltermann. Das Brandenburger Tor versinkt in Eis und Schnee. „Morgenwelt“ steht in kleinen Versalien auf dem Cover des Albums unter dem Namen der Band – Der Bote. Es ist das neue Werk des Projekts von Feuerengel-Sänger Boris Delic aus Griemshoop.

Ab morgen gibt es das Album als Tonträger zu erwerben. Namhafte Musiker wie Victor Smolski (Gitarrist, Rage) und Frank Itt (Bassist, Howard Carpendale), Daniel Behrmann (Gitarre, Feuerengel) und Ralf Gustke (Schlagzeuger, Xavier Naidoo) haben mitgearbeitet. Vor der Veröffentlichung stand uns Delic Rede und Antwort.

Bei Amazon wird auf der Produktseite von „Morgenwelt“ unter „Kunden, die diesen Artikel angesehen haben, haben auch angesehen ...“ das neue Album von Heino angezeigt. Wie kommt das denn zustande?

Boris Delic: Ich muss zugeben, dass ich es mir bestellt habe, nachdem ich das Der-Bote-Cover hochgeladen hatte. Mich interessierte vor allem, wie Heino den Rammstein-Song „Sonne“ interpretiert.

Die von Heino gesungenen Coverversionen sind ernst und ohne die Ironie der Originale. Die Texte des Albums „Morgenwelt“ lassen hingegen beim ersten Hören Raum zur Interpretation. Soll dem Konsumenten nicht sofort klar werden, was gemeint ist?

Das Cover des Albums.

Delic: Bei „Kalt“, dem ersten Album von Der Bote, waren noch viele Metaphern und teilweise unverständliche Songtexte vorhanden. Dabei hat Lotto King Karl, der Texte beigesteuert hat, gerne Zeilen wie „Solange Kinder frieren auf glühendem Asphalt“ verwendet. Auf dem neuen Album sind die Aussagen nicht versteckt. Einen Titel wie „Nein (Eleven)“ sollte jeder verstehen.

Wer hat die Texte geschrieben?

Delic: Die Texte sind von einer Freundin aus Bremen, Hella Streicher, Frank Itt und von mir. Die Stücke „Dreh dich nicht um“ und „Rosen“ hat Martin Rosenplänter, der Bruder des Feuerengel-Schlagzeugers Christoph, geschrieben.

Der Bote war lange ein Projekt. Am 6. Januar 2012 gab es im Pumpwerk in Wilhelmshaven aber eine Live-Premiere. Warum wurde aus dem Studioprojekt eine Band?

Delic: Das Album war 2011 schon fertig. Wir wollten schauen, wie wir weiter vorgehen und haben das Konzert vorgezogen. Davor hatten wir alle die Hosen voll, auch unsere Profimusiker. Wir konnten nur eine Woche gemeinsam für den Auftritt im Aladin proben. Das war ein schnelles Ding, weil ich im Februar glücklicher Vater geworden bin. Da bekommt die Welt eine wunderbare Wendung. Zudem musste ich Feuerengel am Laufen halten, so hatte ich kaum Zeit für den Boten. Aber ich hatte versprochen, dass dieses Album veröffentlicht wird.

Wie war das Gefühl nach dem Auftritt?

Delic: Da die Premiere so gut war, dachten wir alle anschließend im Hotel, dass es das nicht gewesen sein kann. Ich spiele mit Feuerengel mittlerweile auf einem echt hohen Niveau, in großen Halle, vor vielen Leuten. Aber ich kannte dieses neue Gefühl nicht, weil es keine Coverversionen mehr waren, sondern etwas eigenes. Ich bin in ein Loch gefallen. Mich hat es depremiert, das es vorbei war. Wir hatten alle viel Energie in das Projekt gesteckt. Es fehlte etwas.

Mit solchen Musikern wie Smolski, Itt oder Gustke sollte es doch kein Problem sein, bei einem großen Label unterzukommen. Warum ist das nicht der Fall?

Delic: Wir haben es bei ein paar Plattenfirmen probiert. Die wünschen sich allerdings meistens Bands, die schon eine große Fanbase haben, die viel unterwegs sind und Konzerte spielen. Zudem haben mir viele Musiker und Experten dazu geraten, dass ich es selbst machen soll. Über „Record Jet“ und den Vertrieb von „New music distribution“ funktioniert jetzt alles bestens, wir können alle Aktivitäten selbst lenken und haben einen professionellen Partner an der Seite.

Ist es nicht schwierig ein Album fertig zu bekommen, wenn es keine richtige Deadline gibt?

Delic: Ja, weil wir immer wieder angefangen haben, etwas zu verbessern. Selbst kurz vor dem Hochladen beim Label haben wir noch mal etwas an einem Song geändert.

Ist denn jetzt alles so geworden, wie Sie es sich gewünscht haben?

Delic: Ja, ich bin sehr zufrieden. Im Earforce Tonstudio in Stade hatte ich mit Uwe Wendt jemanden, der viel Geduld mit mir hatte und verstanden hat, wie ich die Songs gerne gemischt hätte.

Wie kam es zu dem Akustik-Bonussong von „Morgenwelt“?

Delic: Ich bin ein Fan von Bonussachen auf einer CD. Ich hatte auch viele Coverversionen im Kopf, aber dabei muss man auch immer die rechtliche Seite beachten. Für die Version hat Thorsten Heintzsch extra den Flügel eingespielt und wir hatten ein richtiges Streicherquartett.

Sind schon weitere Konzerte geplant?

Nein, bisher nichts. Aber wir würden natürlich gerne ein paar Auftritte spielen.

Weitere Infos gibt es im Internet unter: www.der-bote.com

Video vom Auftritt 2012

Bilder vom Auftritt 2012

Der Bote feiert Premiere im Pumpwerk

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