Aktivkohlefilter aus ungeklärter Ursache in Flammen / Keine giftigen Gase

Feuer auf der Anlage Z1: Großalarm in Grapenmühlen

Messtrupps der Feuerwehr am verkohlten Filter.

WITTORF · Von Jens Wieters. Dramatischer Zwischenfall gestern Morgen auf dem Gelände des Betriebsplatzes Wittorf Z1 der RWE Dea: Aus bislang ungeklärter Ursache brennen zwei mannshohe Aktivkohlefilter der Verpressanlage für Lagerstättenwasser, das bei der Erdgasproduktion anfällt.

Die Flammen erlöschen relativ zügig von selbst, übrig bleiben Rauchsäulen über den beiden Filtern, die im Laufe des Tages demontiert werden. Eine Gefahr für die Bevölkerung durch austretende Gase habe nach Aussage des Konzerns und der Messtrupps der Feuerwehren nicht bestanden.

Brand in Visselhövede bei der RWE Dea AG

Es ist 9.25 Uhr als die Besatzung eines Rettungswagens und auch Polizeihauptkommissar Bernd Kroll eher zufällig den Geruch „nach faulen Eiern“ auf der Bundesstraße 440 bei Grapenmühlen wahrnehmen. Die Ursache ist schnell klar: Zwei knapp zwei Meter hohe Aktivkohlefilter auf der Verpressanlage qualmen. Auch der Fahrer des RWE-Tankzugs, der Lagerststättenwasser bringt, bemerkt, dass etwas nicht stimmt.

Sofort wird die Alarmierungskette in Gang gesetzt. Die ersten Feuerwehrleute aus Wittorf und Visselhövede sind sofort vor Ort, die Wehren aus Rotenburg, der Gefahrgutzug aus Zeven und die Messtrupps folgen wenig später. Die Bundesstraße wird gegen 10 Uhr zwischen Wittorf und Nindorf komplett gesperrt. Mit Atemschutzgeräten und Messinstrumenten steigen Spezialisten der Feuerwehr auf die Kessel, die unter den Filtern angebracht sind, und versuchen, mögliche schädliche Gase zu ermitteln. Erleichterung, als die mutigen Männer ihre Masken abnehmen: Die Messung verläuft ergebnislos.

Mitarbeiter des Konzerns sind indes dabei weitere Flaschen mit flüssigem Stickstoff zu ordern – die vor Ort gelagerten reichen offenbar nicht. Per Kran werden die beiden Kohlefilter demontiert und die Kessel mit Stickstoff gespült. Weil auch diese Substanz nicht gerade gesund ist, bleibt die angrenzende Bundesstraße auch über Mittag noch gesperrt und das Betriebsgelände darf nur noch von Einsatzkräften betreten werden. Erst gegen Abend wird Entwarnung gegeben.

„Über die Ursache des Brandes können wir nur spekulieren. So etwas hatten wir noch auf keiner von unseren Anlagen“, sagt RWE-Mann Stephan Schulze. Es sei aber klar, dass die Anlage zunächst einmal still gelegt werde, um den Störfall lückenlos zu dokumentieren. Schulze betont, dass in den Kesseln unter den Filtern „keine explosiven Stoffe oder Giftgase enthalten sind. Es sind nur Kohlenwasserstoffe, die bei der Erdgasförderung mit an die Oberfläche kommen und hier wieder verpresst werden.“ Auch das zuständige Bergamt ist gegen Mittag vor Ort, um sich ein Bild von der Situation zu machen. Die Fachleute versprechen eine „lückenlose Aufklärung des Störfalls“. Die Verpressanlage steht obendrein aus einem anderen Grund in den Schlagzeilen: Vor knapp drei Wochen wurden auf dem Gelände 28 Milliliter Quecksilber im Erdreich gefunden.

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