„Das ist richtig Party“

Ferdinand Feld Festival mit entspannter Stimmung

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Tausende Herzen aus Papier sind den Fans in der ersten Reihe vor der großen Bühne – „Terminal“ genannt – entgegengeflogen. Das Festival bietet eben nicht nur viel für die Ohren, sondern eben auch eine ganze Menge für die Augen. - Fotos:

Rotenburg - Von Lars Warnecke. Die Beats wummern, der Zauber der Kulisse sorgt für Glücksgefühle, dazu Glitzer und Konfetti im Haar: Man hat sich hübsch gemacht für die große Sause. Tausende tanzen, liegen im Grünen unter dem wolkenverhangenen Himmel, stehen an den Foodtrucks – ein Bier, eine Limonade, einen Burger in der Hand.

Zum dritten Mal hat das Ferdinand Feld Festival Stars und Sternchen der Techno- und House-Szene nach Rotenburg geholt, zum dritten Mal strömen am Sonnabend vorwiegend junge Partymenschen aus ganz Norddeutschland auf dem weitläufigen Flugplatz zusammen.

Wenn die Luft vibriert, liegt dies normalerweise an den startenden und landenden Flugzeugen. Nicht so heute. Heute ist das Gelände ein großes Menschenpuzzle. Mehr als 10.000 Besucher sind es in diesem Jahr – mittendrin: Flugkapitän „Ferdi“, das schnurrbärtige Festival-Maskottchen. 

Ferdi ist das Maskottchen des beliebten Festivals.

Wie ein Mosaik muss es sich ausnehmen aus der Perspektive des Fliegenden. Die harten, trockenen Beats, die durch die Boxen der vier Bühnen pumpen, werden härter, trockener; eine Vocoderstimme legt sich über sie, kaum ein Wort versteht man. Ein Festival der Stille ist das hier ganz sicher nicht. Auch keines, auf dem irgendwer lange Gespräche führt. Die Musik ist allgegenwärtig, ist von einer Lautstärke, die jeden Winkel des Geländes vollkommen in Besitz nimmt. Masse und Maschinenmusik kommunizieren miteinander, unverkennbar.

Schon in den Mittagsstunden ist der Flugplatz von parkenden Autos umzingelt, sind die Wiesen voller Menschen. Immer wieder treffen Shuttle-Busse mit neuen Gästen ein. Einige haben mit elektronischer Tanzmusik eigentlich nichts am Hut und wollen mit Freunden einfach eine gute Zeit erleben. So wie Laura. Die 19-Jährige ist mit zwei Freundinnen aufs Festival gekommen – alle drei stammen aus der Umgebung Cuxhavens. „Essen, trinken, tanzen, immer wieder!“, sagen sie. Alle drei hören eigentlich lieber Hip-Hop, R’n’B – aber es darf auch einmal Techno sein. Vom Ferdinand Feld haben sie im Internet erfahren. Nun sitzen sie abseits, nahe des Ausgangs, dort, wo die Klangwolke ausdünnt und man sich wieder versteht, wenn man spricht, ruhen aus. „Es ist ein schönes Festival“, jubeln sie.

Mehr Getränke- und Imbissstände

Enormer Andrang herrscht an den Getränkeständen, den Verpflegungsständen. Die finden sich in reichlicher Zahl, ebenso Toiletten. Das war nicht immer so. Die Festivalmacher haben sich die Kritik vom Vorjahr offenbar zu Herzen genommen – und das Beste daraus gemacht.

Mehr als 10 000 Besucher sind am Samstag zum Ferdinands Feld Festival auf den Rotenburger Flugplatz gekommen. Und dort brannte zwischendurch sogar der Himmel.

Man sieht Sonnenbrillen, sieht Hüte mit breiter Krempe, sieht Büstenhalter und Boxershorts. Wer Tätowierungen hat, der zeigt sie her. Wer einen Bierbauch hat, der schämt sich nicht und steht an – für ein frisch Gezapftes.

Einige Fans hatten sich ordentlich in Schale geschmissen und feierten sogar in Plüschkostümen zur Elektro-Musik.

Laserstrahlen zucken. Wie Blitze durchschneiden sie den Kunstnebel, der über der Bühne – hier heißt sie bezeichnenderweise „Terminal“ – aufsteigt. Sie jagen über die Köpfe der Tanzenden, mal im Takt ihrer Bewegungen, mal um den Bruchteil einer Sekunde verschoben. Dazu das aus den Niederlanden angereiste DJ-Duo Chocolate Puma. „Die gehen so krass ab. Wie die springen und mitgehen, das ist richtig Party“, meint Besucher Sven (24) und deutet in Richtung der beiden Herren, die hinter dem Mischpult stehen. Der junge Mann, der ein T-Shirt mit der Aufschrift „Eat, Sleep, Rave, Repeat“ trägt, hat recht. Zu diesen ohrenbetäubenden, hypnotischen Rhythmen kann man nicht still stehen. „Das ist besser als ein Orgasmus“, ruft einer der Tanzenden in die Menge. Seine Freundin rammt ihm die Faust in die Rippen.

Die DJs auf den vier Bühnen ließen es ordentlich krachen.

Vor der Mainstage wird es dichter, als Mark Bale zu seinem Arbeitsplatz herantritt. Der Bremer trommelt mit schnellen, symphonischen EDM-Sounds auf die Feiernden ein. 40 DJs werden es am Ende dieses langen Tages sein, die das Publikum wunschlos glücklich hinterlassen. „Ferdi“ kommt wieder, ganz bestimmt.

Party bis tief in die Nacht auf dem Ferdinands Feld Festival

Fette Party vor den Bühnen auf dem Ferdinands Feld Festival

Fotos vom Ferdinands Feld Festival in Rotenburg

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