20 Mietwohnungen entstehen an der Wilhelm-Richard-Straße

Fast nur aus Holz

Innerhalb weniger Tage ist der Rohbau weit vorangeschritten. Das funktioniert dank vorgefertigter Elemente. Foto: Witte

Rotenburg - Von Farina Witte. Vor einer Woche haben die Arbeiten auf dem Grundstück an der Wilhelm-Richard-Straße in Rotenburg begonnen, mittlerweile ist der Rohbau des ersten Hauses weit vorangeschritten und die Raumaufteilung im Inneren schon gut erkennbar. Der Rotenburger Unternehmer Friedrich Behrens lässt dort zwei Mehrparteienhäuser errichten, und zwar in einer besonderen Bauweise. Denn die Gebäude bestehen zu einem großen Teil aus Holz: Etwa 700 Kubikmeter Holz werden darin verarbeitet. Nicht nur die Innen- und Außenwände sowie die Decken sind aus dem Material, auch die Dämmung besteht aus Holzfasern. Sehen wird man das am Ende aber von außen kaum. „Die Außenfassade wird mit rötlichem Klinker versehen“, erklärt der Bauherr. Dadurch sei der Pflegeaufwand gering.

Dass der Rohbau der Häuser so schnell vonstattengehen kann, liegt an der Tafelbauweise. Die Bauelemente sind dabei bereits vorgefertigt, erklärt Heiko Pape, der die Bauleitung übernimmt. Der Zimmermeister der Firma Kurt Buck ergänzt, dass durch das trockene Holz, das verwendet wird, die Aushärtungs- und Trocknungszeiten entfallen, die bei einem Massivbau berücksichtigt werden müssen. Zudem hätten die Häuser eine positive CO2-Bilanz. Neben den verbauten Holz und dem damit verbundenen Energieeigenschaften, tragen dazu auch eine Luftwasser-Wärmepumpe und eine Photovoltaikanlage auf dem Dach der beiden Häuser bei. „Der ökologische Aspekt ist wichtig“, findet Behrens. Weitere Vorteile beim Bau und dem späteren Wohnen in einem solchen Haus seien für ihn ausschlaggebend gewesen, sich für Holzrahmenbau zu entscheiden. „Für mich war es schon immer ein Traum, ein solches Holzrahmenbau-Projekt zu realisieren“, sagt der Gesellschafter des Holzhandels Behrens. Seiner Ansicht nach sollte es viel mehr solcher Bauten geben. In anderen Teilen Deutschlands sei der Anteil dieser Bauweise schon deutlich höher.

Jeweils zehn Mietwohnungen entstehen in den beiden Gebäuden auf dem 4 100 Quadratmeter großem Grundstück an der Wilhelm-Richard-Straße. Mit Blick auf den Städtebau und den Bedarf an Wohnungen sei es ihm wichtig gewesen, diese Fläche in der bestehenden Siedlung auch für Wohnungsbau zu nutzen. Der Bauherr meint, gerade mit den kleineren Wohnungen im Erdgeschoss einen Bedarf in Rotenburg zu decken. Nachverdichtung sei daher etwas, das man auch in der Kreisstadt umsetzen sollte, wenn es möglich ist. Geht man in die Außenbereiche, „verschwindet immer ein Stück Natur“, gibt Behrens zu Bedenken. Der Rohbau des ersten Gebäudes werde in etwa zwei Wochen fertig sein, dann folgt das zweite. Behrens plane, dass das Vorhaben dann Ende Oktober komplett abgeschlossen ist und die Mieter einziehen können.

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