Leiter der Unteren Naturschutzbehörde, Jürgen Cassier, ist erster Wolfsberater im Landkreis

Expertenwissen über Isegrim

Jürgen Cassier ist Ansprechpartner in Sachen Wolf. ·
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Jürgen Cassier ist Ansprechpartner in Sachen Wolf. ·

Kreis Rotenburg - Der erste ehrenamtliche Wolfsberater für den Landkreis Rotenburg heißt Jürgen Cassier, Forstoberrat und Leiter der Unteren Naturschutzbehörde.

Sein Fachwissen über den von vielen Mythen durch die Jahrhunderte begleiteten Isegrim ergänzte Cassier jetzt bei einer Informationsveranstaltung: In der Naturschutzakademie bei Schneverdingen (Heidekreis) trafen sich Wolfsfachleute aus Rotenburg, Celle, Verden, Lüneburg, Lüchow-Dannenberg und Aurich.

Dort wurde das inzwischen streng geschützte Raubtier entweder bereits gesehen oder wird erwartet. Die Tiere, die westwärts „drücken“, kommen unter anderem aus Polen, aus der Lausitz oder Mecklenburg-Vorpommern. Dem grauen Vierbeiner hängen uralte Fabeln an, die auch heute noch für viele gelten.

Jürgen Cassier, der weiß, dass beim „bösen Wolf“ noch einiges gerade zu rücken ist: „Meine Aufgabe als Wolfsberater wird es sein, Meldungen entgegen zu nehmen über Beobachtungen, gegebenenfalls auch Überprüfung und Feststellung, ob es sich tatsächlich um einen Wolf handelt. Die Berater haben außerdem die Aufgabe, die Feststellungen an den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz weiterzuleiten.“

Jürgen Cassier ergänzt außerdem: „Im benachbarten Heidekreis hält sich aktuell immer noch ein Wolf auf. Bei seinen weiträumigen Wanderungsaktivitäten ist es sehr naheliegend, dass das Tier auch bei uns gesichtet wird oder sonstige Spuren festgestellt werden.“ Deshalb bitte er, Beobachtungen, vor allem von Jägern, an diese Mail-Adresse zu schicken: juergen.cassier@lk-row.de.

Sollte sich im Landkreis Rotenburg einmal ein Rudel etablieren, würde es einen Lebensraum benötigen, der einem Viertel der Kreisfläche entspreche, weiß Cassier. Als Nahrungsgrundlage komme in erster Linie Rehwild in Frage, dann Damwild und beim Schwarzwild wegen seiner fehlenden Wehrhaftigkeit die Frischlinge.

Aus der Lausitz und aus anderen Bereichen sei bekannt, dass der Wolf auch Schafe reiße, ergänzt Cassier. Für diesen Fall zahle der Freistaat Sachsen eine Entschädigung. Allerdings gebe es für den Schäfer praktische Möglichkeiten, Übergriffe auf seine Herde zu verhindern. Cassier nannte in diesem Zusammenhang Elektrozäune.

Der Wolfsberater des Landkreises, der künftig regelmäßig an Fortbildungsveranstaltungen teilnehmen wird, um sein Wissen aufzufrischen und auch zu ergänzen: „Für mich ist der Wolf ein Jagdpartner, der in weit besserem Maße als der Jäger krankes und schwaches Wild erkennen kann und damit zur Gesunderhaltung eines Wildbestandes beiträgt.“ „Wir haben bei dem Damwild und bei den Wildschweinen gebietsweise einen sehr hohen Bestand, wo auch der Wolf dem Jäger behilflich sein kann, diesen zu regulieren“, so der Experte weiter. · bn

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