Ausstellung zum „Jahr der Genossenschaften“ in der Volksbank Sottrum

Mit 100 Euro aus der Armut

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Matthias Dittrich (v.l.), Joachim Behrens, Stefan Knüppel und Dr. Rupert Neudeck eröffneten die Ausstellung in der Volksbank Sottrum. ·

Sottrum - Zur Eröffnung der Fotoausstellung „Mit 100 € Euro aus der Armut – Soziale Mikrofinanz für Menschen“ hatte die Volksbank Sottrum am Montag in das Foyer eingeladen. Mehr als 80 Kunden, Geschäftsleute, Vertreter von Politik, Kirche und Schulen waren gekommen, um sich über die Initiative zu informieren, mit der die Volksbank die Organisation Opportunity International Deutschland (OID), die die Fotoausstellung gestaltet und zusammengestellt hat, unterstützen möchte.

Die beeindruckende Schau macht authentisch erlebbar, wie Menschen mit einem Minikredit von 100 Euro den Weg aus der Armut in die Selbstständigkeit finden. Die Exponate erzählen Geschichten über Menschen aus Afrika, die mit wenig Kapital und viel persönlicher Schaffenskraft ein gesichertes Leben für sich und ihre Familien verwirklicht haben.

Mit eindrucksvollen Fotos, Grafiken und erklärenden Texten gewährt die Ausstellung auch einen Einblick in die Arbeit der christlich motivierten Organisation, die Kleinkredite an arme, aber unternehmerisch tätige Menschen in Entwicklungsländern vergibt und sie bei der Verwendung des Geldes begleitet. Die Referenten des Abends, Cap-Anamur-Gründer und OID-Schirmherr Dr. Rupert Neudeck, OID-Vorstand Stefan Knüppel und Joachim Behrens, Geschäftsführer der jbs Scheeßel, wiesen in ihren Vorträgen eindrucksvoll auf die Bedeutung der notwendigen mikrofinanziellen Unterstützung der Menschen in den Entwicklungsländern hin.

Volksbank-Vorstand Matthias Dittrich zeigte inhaltliche Gemeinsamkeiten von Genossenschaftsbanken und OID auf. Die UNO hat 2012 als „Jahr der Genossenschaften“ ausgerufen, um die globale Bedeutung dieser Idee für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung gerade der armen Länder hervorzuheben. Das habe man zum Anlass genommen, die OID mit einer Aktion zu unterstützen.

Dr. Rupert Neudeck stellte klar, dass es die Dritte Welt heute so nicht mehr gäbe. Asien und Südamerika hätten den Anschluss an die Wirtschaft gefunden. Das drängende Problem sei Afrika, was die Flüchtlingsströme nach Europa bewiesen. 18 Millionen junge Afrikaner wollten nach Europa. Im Küstenland Mauretanien lebten tausende Menschen im Untergrund, die auf eine Chance warteten, teilweise mit nicht einmal seetüchtigen Schiffen auf die Kanaren zu flüchten. Diesen Menschen eine Zukunftsperspektive in Afrika zu geben, darum gehe es. Entwicklungshilfegelder versickerten oft genug in obskuren Kanälen und machten die Menschen zu Bettlern. Eine Mikrofinanzierung durch Kleinkredite direkt an aktive, unternehmerische Menschen fördere das Leistungspotential der Afrikaner.

Der Friedensnobelpreisträger 2006, Professor Yunus, habe es mit seiner Mikrofinanzarbeit in Bangladesch vorgemacht, erläuterte Stefan Knüppel. Minikredite von im Schnitt 200 Euro sicherten in Afrika ganze Existenzen und Familien. Weltweit hätten 2,7 Milliarden Menschen überhaupt keinen Zugang zu Finanzdienstleistungen, seien ausgeschlossen vom klassischen Bankwesen, weil sie keine Sicherheit für Kredite stellen könnten. Dort setze die OID an, vergebe Kleinkredite ohne Sicherheiten – zu 84 Prozent an Frauen, die viel unternehmerischer denken würden, weil sie in afrikanischer Tradition verantwortlich für das Überleben ihrer Familien seien. „Wir geben den Menschen keine Fische, sondern die Angel und zeigen ihnen, wie man damit Fische fängt“, so Knüppel. Dass das funktioniere, beweise eine Rückzahlungsquote von 97 Prozent. Die OID lasse die Menschen aber nicht alleine, sondern helfe ihnen auch durch Schulungen zu Themen wie Geschäftsführung, Gesundheit und Aids-Prävention bei der Führung ihrer Kleinunternehmen.

Joachim Behrens, Geschäftsführer der jbs in Scheeßel, kennt die Arbeit der OID aus eigener Erfahrung vor Ort in Afrika und unterstützt Farmer in Ghana mit Rat und Tat, die mit Kleinkrediten der Organisation Saatgut und Maschinen kaufen können. · hs

Rückzahlungsquote

liegt bei 97 Prozent

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