Holocaust-Gedenkfeier im Rathaus / Tag der Befreiung Auschwitz’ jährt sich zum 66. Mal

„Erinnerung darf nicht enden“

Bürgermeister Detlef Eichinger und Pastorin Jutta Wendland-Park legten Donnerstagabend am Holocaust-Mahnmal in der Rotenburger Innenstadt einen Kranz nieder.

Rotenburg - ROTENBURG (sf) · Zum 66. Mal jährte sich Donnerstag der Tag, an dem die Überlebenden der Konzentrationslager Auschwitz und Birkenau von der Roten Armee befreit wurden. Bundespräsident Roman Herzog rief den Tag 1996 zum Gedenktag an die Opfer des Holocaust aus. In Rotenburg erinnern Stadt und Rotenburger Werke gemeinsam an die Grauen des nationalsozialistischen Terrors, der sechs Millionen Menschen das Leben kostete.

Bürgermeister Detlef Eichinger hatte zur Gedenkstunde in den Ratssaal geladen. Pastorin Jutta Wendland-Park zitierte in ihrer Ansprache den ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog, der 1996 dazu gemahnt hatte, die Erinnerung niemals enden zu lassen. Die Erinnerung an die Schrecken des braunen Terrors solle auch „künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen“, um jeder Gefahr der Wiederholung entgegenzuwirken.

Wann immer sie über dieses düstere Kapitel der deutschen Geschichte reden solle, bekannte Jutta Wendland-Park, ringe sie nach Worten. Das was damals geschah, verschlage ihr bis heute die Sprache. Es seien die furchtbaren Bilder von Bergen ausgemergelter Leichen, von Schuhen und Brillen, die sich bei ihr eingegraben hätten. Es sei die Akribie, die deutsche Gründlichkeit, mit der die Ermordung, die Ausrottung unwerten Lebens organisiert worden sei, die sie immer wieder erschaudern ließe. Die Frage, wie ein Mensch einem anderen Menschen so etwas antun könne, bleibe unbeantwortet. Was bleibe sei „die schreckliche Ahnung, dass der Grat zur Unmenschlichkeit in einem Menschen sehr schmal sein kann und dass die Abgründe tief sind, die in uns verborgen liegen.“

Die Werke-Vorstandsvorsitzende erinnerte daran, dass 1,3 Millionen Menschen aus ganz Europa ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert wurden. 1,1 Millionen davon wurden ermordet, darunter eine Million Juden. Aber auch Sinti und Roma, Menschen mit Behinderung, Homosexuelle, politisch Andersdenkende sowie Männer und Frauen des Widerstands wurden verfolgt und ermordet. Nach Schätzungen fielen allein eine halbe Million Sinti und Roma dem Holocaust zum Opfer. Die Rotenburger Werke sehen sich beim Bemühen darum, die Erinnerung wach zu halten, in einer besonderen Verpflichtung, denn 547 Menschen mit Behinderung, Bürger der Stadt, wurden in der Zeit des Nationalsozialismus weggebracht und getötet; von 50 weiteren sei das Schicksal unbekannt. Den Rotenburger bescheinigte Pastorin Wendland-Park eine „Erinnerungskultur“, zu der Bürgerinnen und Bürger ihren Beitrag leisteten. Die Verlegung der Stolpersteine und auch der Bau der Cohnscheune „genau dort, wo sie steht“, helfen, die Erinnerung wach zu halten und bestätigten Artikel 1 des Grundgesetzes, wo es heiße: „Die Würde des Menschen ist unantastbar ...“

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