Eine IGS kommt eigentlich nur in Rotenburg in Frage

Kreis Rotenburg - Von Mareike Bannasch und Guido Menker - Die Würfel sind gefallen: Gut eine Woche vor der Sitzung des Schulausschusses sind den Mitgliedern des Rotenburger Kreistages die Ergebnisse der „Bedürfnisermittlung für die Einrichtung von Integrierten Gesamtschulen (IGS)“ zugegangen.

Das Resultat dieser Elternbefragung: Nur in der Stadt Rotenburg kämen auf dieser Grundlage so gerade eben ausreichend Schüler für eine vierzügige IGS (mindestens 96 Kinder) zusammen.

Aus der detaillierten Ergebnisübersicht, die der Redaktion der Rotenburger Kreiszeitung vorliegt, geht unter anderem auch die Rückläuferquote dieser Befragung hervor. Dabei liegt Bothel mit 73,5 Prozent an der Spitze. In Sottrum beteiligten sich 64,4 Prozent der Eltern aller Grundschüler an der Umfrage, in Scheeßel waren es 62,7 Prozent, in Visselhövede 54,5 Prozent, in Fintel 53,4 Prozent sowie 50,4 Prozent in Rotenburg, das damit in dieser Rubrik als Schlusslicht grüßt. „Die Beteiligung war diesmal deutlich schlechter als bei der ersten Umfrage. Da waren es rund 70 Prozent“, sagte der SPD-Landtagsabgeordnete und Kreistagsmitglied Ralf Borngräber auf Anfrage. Was die Bewertung der Resultate betrifft, gehe er davon aus, dass es „schwierig“ wird. Dennoch: Rotenburg schneidet mit Blick auf mögliche IGS-Standorte am besten ab, denn das Land fordert eine Fünfzügigkeit und lässt nur in Ausnahmefällen auch eine Vierzügigkeit zu. Borngräber merkt dazu allerdings an, dass in Niedersachsen seines Wissens nach noch keine vierzügige IGS genehmigt worden sei.

Für eine IGS in Rotenburg sprechen sich 27,5 Prozent der an der Umfrage teilnehmenden Eltern aus Rotenburg aus, 24,4 Prozent der Eltern aus Bothel, 6,4 Prozent aus Visselhövede, sechs Prozent aus Fintel, 15,1 Prozent aus Sottrum sowie 6,4 Prozent aus Scheeßel. Diese Werte setzen sich aus Erst-, Zweit- und Drittwunsch der befragten Eltern zusammen. In Bothel haben sich 62,6 Prozent für eine IGS bei sich vor Ort ausgesprochen, in Fintel votierten 28,8 Prozent für eine IGS in Lauenbrück, in Sottrum waren 24 Prozent, in Visselhövede 36,2 Prozent jeweils für eine IGS vor der eigenen Haustür.

Scheeßeler Eltern konnten sich bei dieser Befragung ausschließlich für einen IGS-Standort außerhalb des Beekeortes aussprechen, denn der dortige Gemeinderat hatte darauf verzichtet, Ansprüche für eine eigene IGS anzumelden. Grund: Die Gemeinde fühlt sich mit Eichenschule und der Oberschule ausreichend gut versorgt. Dennoch haben die Eltern auch eine Meinung, und demnach sprechen sich jeweils 6,4 Prozent von ihnen für eine IGS in Rotenburg oder in Lauenbrück aus.

Die engagiertesten Eltern, die sich für eine IGS in ihrem Heimatort aussprechen und entsprechend auch stark machen, gibt es offensichtlich in Bothel: Dort waren es deutlich mehr als 60 Prozent. Dennoch: Die absoluten Zahlen werden für die Einrichtung einer solchen Schule nicht reichen.

Dazu passt auch eine weitere Aussage Borngräbers: Der moniert, dass nur die absoluten Zahlen bewertet und Hochrechnungen nicht berücksichtigt würden. Er sehe darin einen Teil der IGS-Verhinderungsstrategie des Landes, sagte der SPD-Landtagsabgeordnete.

In der Gesamtübersicht des Zählergebnisses verbirgt sich auch eine kleine Überraschung, denn die Zahl der Eltern aus dem Südkreis, die die bestehenden Schulen favorisieren, und die der Eltern, die eine IGS wollen ist mit 29,4 zu 29 Prozent fast gleich.

Das liegt den Zahlen nach darin begründet, dass in der Samtgemeinde Sottrum 38,8 Prozent an bestehenden Schulen festhalten und nur 25,6 Prozent eine IGS wollen. Noch deutlicher wird es in Scheeßel: 52,6 zu 8,2 Prozent. Ganz anders in Bothel, wo knapp zwei Drittel der Eltern vom alten Schulsystem abrücken und hin zu einer IGS möchten.

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