Hanna Kipp aus Taaken gewinnt Teilnahme am Berlin Marathon

Endspurt nach 35 Kilometern

Stolz zeigt die Taakenerin Hanna Kipp ihre Teilnehmermedaille und die Startnummer des Berlin Marathons. ·
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Stolz zeigt die Taakenerin Hanna Kipp ihre Teilnehmermedaille und die Startnummer des Berlin Marathons. ·

Rotenburg - Von Mareike Bannasch · „Es war einfach eine großartige Erfahrung, ich hab den Lauf, aber eigentlich mehr die Stadt, sehr genossen.“ Hanna Kipps Augen strahlen noch immer, wenn sie an ihre Teilnahme am 39. Berlin Marathon denkt.

Die Taakenerin hatte sich beim Abendlauf in Sottrum an der EWE-Verlosung beteiligt, das Ticket gewonnen und war als eine von mehr als 40 000 Sportlern mit dabei.

Dass sie überhaupt teilnahm, hat Kipp einem außergewöhnlichen Neujahrsvorsatz zu verdanken. „An Silvester habe ich mir vorgenommen, mal wieder zu laufen“, erinnert sich die Sportlerin, die sich dann auch gleich beim Abendlauf anmeldete – und fünf Kilometer in 28 Minuten zurücklegte. „Das war eine tolle Zeit für mich.“

Aus einem Bauchgefühl heraus warf sie dann ihre Startnummer in die Losbox – und gewann den EWE-Gutschein. „Ich habe mich total gefreut und konnte in der Nacht danach überhaupt nicht schlafen, weil ich so aufgeregt war.“ Doch Vorfreude allein reicht natürlich nicht. Die 42,195 Kilometer des wohl bekanntesten Marathons in Deutschland erfordern eine akribische Vorbereitung.

Hanna Kipp beim Einbiegen auf die Straße „Unter den Linden“, 500 Meter vor dem Zieleinlauf.

Dabei stand der Hobbyläuferin Ehemann Herbert, der früher ebenfalls Marathon gelaufen ist, zur Seite. „Er hat mir einen Plan ausgedruckt und dann habe ich vier Mal die Woche trainiert“, erzählt Hanna Kipp. Und so begann im Mai ein Wettlauf gegen die Zeit, denn bis zum Startschuss am 30. September waren es nur noch weinige Monate. „Sie hat aber keine Motivationsprobleme gehabt“, lobt Herbert Kipp seine Frau, die die komplette Strecke vorab jedoch nicht abgelaufen ist. Nicht nur das heimische Taaken musste als Trainingsstrecke herhalten, Kipp nahm auch bei den Vorbereitungsläufen für den Bremen Marathon teil – um ein Gefühl für den Wettkampf zu bekommen. Mehr als 800 Kilometer legte die Taakenerin innerhalb von 23 Wochen zurück, um sich ihren Traum von der Teilnahme am Marathon zu erfüllen.

Am Freitag vor dem Startschuss hieß es dann die Sportschuhe packen und ab nach Berlin. Neben dem Gutschein für das Ticket zahlte EWE außerdem noch einen Wagen, mit dem die Kipps in die Hauptstadt fuhren und eine Pauschale für die Übernachtung.

In Berlin angekommen hieß es erst einmal: anmelden. Und das nicht irgendwo, sondern im ehemaligen Flughafen Tegel. „Das war schon eine besondere Atmosphäre mit den ganzen Leuten“, blickt Hanna Kipp zurück. Auch Ehemann Herbert war von der Größe der Gebäude, den Teilnehmermassen und den Helfern begeistert: „Die waren total hilfsbereit und sehr freundlich. Überhaupt herrschte eine super Stimmung zwischen den Läufern.“ Nach zwei eher unruhigen Nächten bei einem Cousin ging es am Sonntagmorgen dann endlich los. „Ich war im hinteren Feld, wo die Neulinge starten“, so Kipp. In diesem Feld habe sie sich dann rechts orientiert, um nicht in einen ihrer Mitstreiter hinein zu laufen und ein bisschen mehr Platz zu haben.

Auf dem Weg quer durch Berlin hatte die Taakenerin sogar noch Zeit, sich die Gegend anzuschauen: „Ich habe schon darauf geachtet, wo ich lang laufe, damit ich das später wieder finde.“ Am Meisten habe ihr der Abschnitt durch Kreuzberg gefallen, denn dort seien besonders viele Bands an der Strecke gewesen und hätten die Sportler angefeuert. „Insgesamt waren mehr als 20 Gruppen dabei“, berichtet Herbert Kipp, der den Weg mit der Bahn abfuhr und an bestimmten Punkten auf seine Frau wartete.

„Sie sah immer sehr frisch aus, selbst nach mehr als 35 Kilometern“, sagt er nicht ohne Stolz. Auch die Läuferin selbst hatte keinen Moment zu kämpfen – im Gegensatz zu manch anderem der mehr als 35 000 Starter. „Ich war überrascht, wie viele nach 20 Kilometern schon nicht mehr konnten oder ab dem 40 Kilometer gegangen sind. Ich wusste aber immer, ich schaff das.“

Die Hobby-Läuferin konnte ihr Tempo sogar steigern und noch am Ende zu Überholmanövern ansetzen. „Ich wollte unbedingt unter fünf Stunden landen.“ Nach 4:58:57 überquerte sie die Ziellinie und erreichte damit denkbar knapp ihre eigene Vorgabe.

Auf die Frage, ob sie nächstes Jahr wieder ihre Laufschuhe schnürt und die Straßen von Berlin unsicher macht, lächelt die Taakenerin und sagt: „Ich glaube nicht. Aber vielleicht laufe ich einen Halbmarathon, so zur Entspannung. Ich kann das ja jetzt.“

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