SPD Sottrum beschäftigt sich mit dem Problem der Vermaisung

„Ende im Gelände für Biogasanlagen im Landkreis“

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Ralf Borngräber (l.) im Dialog mit Uwe Baumert, Dieter Klotz und Lars Klingbeil.

Sottrum - Als Anwalt der Natur kämpft er ständig im Sinne des Umweltschutzes um den Erhalt von Naturfläche. Und wenn er im Landkreis Rotenburg vermaiste Flächen sieht, bringt ihn in das in Rage.

Deshalb ist er für nicht wenige Landwirte ein rotes Tuch: Auf der jüngsten offenen Mitgliederversammlung der SPD Sottrum referierte Uwe Baumert, Vorsitzender des Nabu-Kreisverbandes Bremervörde/Zeven und zugleich der zweite Landesvorsitzende, vor 30 Gästen über „Ist der Bio-Gasanlagenbau im Landkreis noch zu stoppen? Droht eine Vermaisung der Landschaft?“.

Baumert plädierte für einen Mix aus erneuerbaren Energien. Dort sei Biogas nur einer von mehren Faktoren. Er verlangte, die Vermaisung der Landschaft zu stoppen. Denn Monokulturen würden die Natur schädigen. Bestände an Weißstorch, Kiebitz, Rebhuhn und der Wiesenweihe gingen zurück, die Schwarzwildpopulation steige. Wenn er massive Gülleausbringung und intensiven Grünlandumbruch sehe, blute ihm das Herz.

Kommunen hätten keine Steuerungsinstrumente um neue Anlagen zu verhindern, wohl aber könnten sie ihre Planungshoheit voll ausschöpfen. Zudem fordere der Nabu, so Baumert, „keine Anlagen in Wasserschutzgebieten, in Überschwemmungsgebieten, in Naturschutz- und Landschaftsschutzgebieten und das Einhalten eines Mindestabstandes zur nächsten Wohnbebauung. Alternativ zum Mais regte Uwe Baumert an, andere Energiepflanzen wie die durchwachsende Silphie anzupflanzen. „Wir Naturschützer wollen die Energiewende, wandeln uns vom Bedenkenträger zum Mitgestalter und suchen Wege zu einer Vision einer naturverträglichen Landwirtschaft“, so der Experte.

Sottrums SPD-Chef Dieter Klotz meinte: „Unsere Naturlandschaft müssen wir erhalten. Moralisch hört sich der Vortrag gut an. Aber man bräuchte Kontrolleure, die etwas umsetzen. Und hier denke ich, der Weg geht nur über den Preis.“ Baumert entgegnete: „Wenn Leute aus Überzeugung handeln, braucht man sie nicht zu kontrollieren.“ Kreislandwirt Jörn Ehlers fand: „Die Entwicklung im Bereich erneuerbarer Energien ist der Landwirtschaft bewusst. Wo Chancen sind, sind auch Risiken. Doch die Entwicklung der Biogasanlagen ging von der Gesellschaft und dem Gesetzgeber aus. Die Landwirtschaft hat darauf reagiert. Der Energieabsatz von Biogasanlagen ist reguliert. Dort haben wir keinen Markt. Solange die Maiseffektivität keinesfalls erreicht ist, bräuchte der Landwirt für alternative Energiepflanzen wesentlich mehr Anbauflächen. Das verschärft die Flächenkonkurrenz noch mehr.“ Der SPD-Landtagsabgeordnete Ralf Borngräber schilderte: „Mit 150 Anlagen gehört der Landkreis Rotenburg zu den Top drei in Niedersachsen. Diese erzeugen 70 Megawatt Energie auf Kosten einer Maisanbauausweitung und eines Grünlandumbruches. Alternativen müssen wir ernst nehmen, da Anlagen 20 Jahre einspeisen können.“ Er forderte: „Ende im Gelände für neue Biogasanlagen im Landkreis. Mehr geht keinesfalls. Es geht nur noch auf Kosten der Umwelt. Umsteuern ist notwendig.“ · woe

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