Dachdecker Carstens erfüllt anspruchsvolle Aufgaben bei Vollendung der neuen Sehenswürdigkeit in Hamburg

Imposante Elbphilharmonie trägt auch Rotenburger Handschrift

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Menschen, die im Jet oder im Jumbo über den Hamburger Hafen fliegen, werden von 10 000 weißen Augen auf dem Dach der Elbphilharminie begrüßt. Und wer hat das gemacht? Dachdecker Carstens aus Rotenburg.

Die Elbphilharmonie in Hamburg gilt seit der feierlichen Eröffnung als das neue heimliche Wahrzeichen der Hansestadt. Kenner wollen sogar wissen, dass das imposante Gebäude in absehbarer Zeit als Weltkulturerbe der Unesco ausgezeichnet werden könnte. Auch Kritiker und Rezensenten sind voll des Lobes über den hohen Wert des Neugeschaffenen an der Elbe.

Da gefällt es, dass auch ein Rotenburger Unternehmen seine Visitenkarte an der Vollendung des Bauwerks abgegeben hat: Dachdecker Carstens hat mit seinem Experten-Team die anspruchsvolle Aufgabe erfüllt, die extravagante Dachlandschaft der Elbphilharmonie nach den Vorstellungen des Schweizer Architekten perfekt zu realisieren.

Die Erstellung des spektakulären Daches der Elbphilharmonie hört sich an wie eine Doktorarbeit:
Der große Konzertsaal wird stützenfrei von einem aufwändigen Stahlfachwerk mit Stahlknoten getragen. Es besteht aus elf sternförmig angeordneten Stahlfachwerkelementen, die je bis zu 25 Meter breit und 40 Tonnen schwer sind. Diese Konstruktion wird vom charakteristischen Dach der Elbphilharmonie mit ihren schwungvollen Linien und Spitzen verdeckt. Die rund 8 000 Quadratmeter des Daches setzen sich aus acht sphärisch, konkav gekrümmten Flächen zusammen, darunter befinden sich rund 1 000 individuell gekrümmte Stahlträger, die für die wellenförmige Linienführung sorgen und der Dachsilhouette ihre Eleganz verleihen. Der niedrigste Punkt der Dachlandschaft liegt bei 74 Metern, während der höchste im Westen bei 110 Metern datiert. Zwischen den Stahlträgern sind Stahltrapezbleche mit einer Neigung bis zu 55 Grad gespannt.

Diese außergewöhnliche Dachkonstruktion erfordert eine technisch einwandfreie, zuverlässige und vor allem dauerhafte Abdichtung. Mit all den Wellen und Spitzen, sowie der abschließend angebrachten Paillettenbekleidung war dies eine extreme Herausforderung, bei der man sich für die Systemlösungen aus dem Hause Sika Deutschland und die Verlegfirma Heinrich Carstens Bedachungsgeschäft aus Rotenburg entschied.

In den äußeren Ecken des Gebäudes versuchen 600 Kilogramm Windsog pro Quadratmeter das Dachschichtenpaket abzuheben; auch hier sind exakte Planung und Ausführung Garant für die langfristige Sicherheit.

Der Elbphilharmonie: Eine extravagante Dachlandschaft

Auf diesen Dachaufbau wurde eine Rohrkonstruktion für sichtbare, weiß beschichtete und runde Aluminiumlochbleche montiert. Die 10 000 so genannten Pailletten mit einem Durchmesser von bis zu 110 Zentimeter prägen die Optik der Dachfläche. Doch für die Verarbeitung der Dachabdichtung bedeutete dies ebenfalls mehrere tausend Durchdringungen. Auch für diese Problemstellung wurden neue Lösungen entwickelt und extern geprüft.

Durch die ungewöhnliche, sich immer wieder ändernde, Form und Abwicklung der Anschlüsse mussten auch hier neue, baustellentaugliche Lösungen entwickelt werden.

Auf dem Dach der Elbphilharmonie erstrecken sich die Schweißnähte der Dachabdichtung auf eine Gesamtlänge von über 15 Kilometern. Nach dem Aufbringen und Abdichten der Pailletten ist die darunter liegende Dachabdichtung nicht mehr zugänglich.

Die Ausführung eines solchen bautechnisch komplexen und nach neuen Lösungen verlangenden Daches basiert auf der vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Planer, Systemhersteller Sika und vor allem dem kompetenten Team des Heinrich Carstens Bedachungsgeschäfts aus Rotenburg. Die anspruchsvolle Verlegung des Dachschichtenpaketes und die Lösung kniffliger Detailpunkte, die in 100 Meter Höhe bei unterschiedlichsten Witterungsverhältnissen ausgeführt, immer dicht sein müssen, verlangt sehr gut ausgebildete und motivierte Handwerker, die auch die Besonderheit dieses Bauvorhabens verstehen und verinnerlichen. Der Geschäftsführer des Unternehmens, Sven Carstens, hat es über die Jahre der Bauzeit verstanden, alle Leistungen seines Unternehmens zu bündeln und zur mangelfreien Abnahme zu führen. Chapeau claque!

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