Stadt Visselhövede gibt grundsätzlich keine gefrorenen Gewässer frei

Eis-Spaß wird schnell zum Tanz mit dem Tod

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Zunächst bohrt Raphael Kirchfeld ein Loch ins Eis, um die Dicke zu messen: „Ich will aber kein Vorbild sein.“

Visselhövede - Von Jens Wieters. Das Eis glitzert in der Sonne, die Kufen der Schuhe sind geschliffen, Puck und Schläger griffbereit. Los geht das Eishockeyvergnügen. Was einigen Visselhövedern Spaß bereitet, treibt anderen die Sorgenfalten auf die Stirn. Denn das Betreten der Eisflächen auf den Vissel-Seen gleicht einem gefährlichen Tanz mit dem Tod.

„Wir geben grundsätzlich keine Eisflächen frei – nicht auf den Vissel-Seen und auch sonst keine Gewässer. Schon aus Haftungsgründen nicht, und außerdem sind wir keine Fachleute, die bestimmen können, ob das Eis trägt“, stellt Mathias Haase vom Visselhöveder Hauptamt unmissverständlich klar. Er warnt ausdrücklich davor, die gefrorenen Seen und Teiche zu betreten. „Das Eis ist sicherlich noch viel zu dünn und damit brüchig“, so Haase, der an Eltern appelliert, ihre Kinder bei Spaziergängen im Auge zu behalten. „Besonders gefährlich ist das Regenrückhaltebecken am Zernitzpark. Dort fließt der Visselbach hinein und das Eis ist nur wenige Zentimeter dick.“ Grundsätzlich würden die Schlittschuhläufer die Eisfläche auf eigene Gefahr betreten. „Die müssen auch immer bedenken, dass im Falle eines Falles die Helfer der Feuerwehren sicherlich immer zehn Minuten brauchen, um direkt vor Ort zu sein. Bis dahin ist ein ins Eis Eingebrochener wegen der Unterkühlung schon versunken, denn tief genug sind die Seen“, so Haase.

„Ich bin mir der Gefahr schon bewusst“, sagt hingegen Raphael Kirchfeld, der seit einigen Tagen mit Freunden auf dem Vissel-See 2 voller Begeisterung Eishockey spielt. Bevor die jungen Männer das Eis betreten, wird aber immer der Akkubohrer bemüht, um die Stärke der Eisdecke zu ermitteln. „Wir haben gut acht Zentimeter gemessen, Aber das Eis wird bei dem Dauerfrost ja täglich dicker“, sagt der 20-Jährige, der aber kein Vorbild für Kinder oder Jugendliche sein will. „Es gibt aber leider nicht so oft die Möglichkeit, mit Schläger und Puck zu spielen.“

Vor dem Spaß wurde das Hockeyfeld allerdings mühsam mit Schieber und Besen vom Schnee befreit. „Das war ganz schön anstrengend“, so Kirchfeld, der darauf hofft, dass der bisher zehntägige Dauerfrost noch eine Weile anhält.

Was passiert aber, wenn das Eis doch plötzlich bricht? „Die Rettung würden wir mit Steckleiterteilen vornehmen. Die werden als Fortbewegungsmittel eingesetzt und der Retter gleitet damit über das Eis zur eingebrochenen Person“, teilt Sebastian Kurz, Sprecher der Visselhöveder Feuerwehr mit. Für Sicherheit sorge dann eine Leine, die am Ufer befestigt wird. „An der Einbruchstelle wird die zu rettende Person auf das freie Steckleiterteil und dann an Land gezogen. Eigensicherung geht aber stets vor, so dass der Retter sich niemals selbst in Gefahr bringt.“

Eis-Experten der DLRG geben Schlittschuhläufern noch einen Tipp mit auf die Kufen: „Bei stehenden Gewässern sollte das Eis 15 Zentimeter dick sein, bei Bächen und Flüssen sogar 20 Zentimeter. Dunkle Stellen verraten: Das Eis ist noch zu dünn. Wenn es knistert und knackt, am besten flach hinlegen, um das Gewicht zu verteilen und auf dem Bauch in Richtung Ufer rutschen.“

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