Stapeler Autorin Claudia Koppert präsentiert beim „Ausblick“ die Vielfalt ihres kreativen Schaffens

Einfühlsam, grotesk und rührend

Claudia Koppert traf mit ihren ausgewählten Textstellen den Geschmack des Ahauser Publikums.

Sottrum - AHAUSEN (woe) · Literarisches und Musikalisches erlebte das Publikum am Freitagabend im Ahauser Gemeindehaus. Im Rahmen der Vortragsreihe „Ausblicke“ hatte die Kirchengemeinde Claudia Koppert eingeladen. Die Autorin, die in Stapel lebt und arbeitet, ist als Verlagslektorin tätig und so mit der Arbeit an Büchern sehr vertraut. Und auch ihr eigener Roman „Allmendpfad“ fand bereits viel Aufmerksamkeit und Anerkennung.

In der Region machte sich Koppert außerdem einen Namen als Gewinnerin des Sottrumer Krimipreises mit ihrem historischen Kurzkrimi „Rätselhafter Verbleib eines Schweinehirten“. Im Laufe des Abends in Ahausen las die Stapelerin drei sehr unterschiedliche Texte vor.

Zu Beginn stellte sie ein Kapitel aus ihrem neuen Roman vor, an dem sie zurzeit schreibt. Darin erzählt eine Krankenschwester vom Verhältnis zu ihrer 15-jährigen Tochter. Die Autorin betonte, dass sie dafür aber kein eigenes Erleben verarbeitet habe, wie ihre Romanfiguren überhaupt – selbst die Ich-Erzähler – allesamt frei erfunden seien. In dem vorgetragenen Kapitel ist es der Autorin gelungen, mit genauer Beobachtung und sprachlicher Präzision das Verhältnis von Mutter und Tochter darzustellen. Ein Verhältnis, das sich in leisen Andeutungen hin und her vollzieht, in kleinen Gesten, Betonungen und Blicken. Es ist ein spannungsvoller Prozess des Sich-Annäherns und Entfernens. Ein mühsamer und doch auch hoffnungsvoller Weg.

Der zweite Text schilderte eine grotesk-komische Begegnung einer Schülerin mit einem Schriftsteller. Die Schülerin soll ein Interview über das Verhältnis des Schriftstellers zur Presse führen. Dieser, durch einen zeitweiligen Schluck aus der Flasche gestärkt, offenbart in immer unverständlicheren Vorwürfen und Beschimpfungen seine schmähliche Abhängigkeit von der Presse. Letztere habe die Macht, ihn zu loben oder in Rezensionen zu vernichten, wobei er eher von der Vernichtung betroffen sei. Schließlich gelingt es der Schülerin, sich davonzuschleichen.

Ganz anders der dritte Beitrag des Abends, indem die Autorin eigene Erlebnisse verarbeitet hat. Die Geschichte erzählt von einem Garten voller Nistkästen, deren Bewohner sie mit großer Anteilnahme beobachtet und mitreißend schildert. Die rührenden und bewegenden Erlebnisse mit den Jungvögeln aus zwei Nistkästen sprachen die Zuhörer sofort an. Vergnüglich und humorvoll beschreibt Koppert, wie sie sich für die gefiederten Freunde begeistert und sich um hilflos junge Meisen bemüht hat.

Das musikalische Rahmenprogramm gestaltete Ina Ekkert mit dem Violoncello – begleitet von Egbert Rosenplänter am Klavier. Es erklang eine Sonatine von Jean-Baptiste Bréval. Am Anfang stand ein feierlich-festliches Allegro, gefolgt von einem gesanglichen Adagio. Zudem trug Ekkert schwungvoll ein fröhliches und virtuoses Rondo vor. Das Finale bildete ein besinnlicher Largo-Satz aus einer Sonate von Antonio Vivaldi. Mit lang anhaltendem Beifall bedankte sich das Publikum bei der Autorin, Musikerin und dem Pastor für den Abend.

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