Jetzt ist es offziell: Rotenburg hat die Von-Düring-Kaserne

„Eine gute Wahl“

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Peter Tauber (l.) im Gespräch mit Bürgermeister Andreas Weber und dem CDU-Landtagsabgeordneten Eike Holsten kurz vor der Enthüllung des neuen Namens.

Rotenburg – Die Bundeswehr ist bekannt dafür, dass sie ihre Veranstaltungen minutiös plant. Und doch kann es passieren, dass sich dieser Plan nicht immer haargenau umsetzen lässt. Die feierliche Namensänderung der Rotenburger Kaserne beginnt am Montagnachmittag mit einer 15-minütigen Verspätung, weil sich der Hauptredner Peter Tauber (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Verteidigung, verspätet. Sie endet mit einem hakenden Band, was die Enthüllung des Namensschildes nicht ganz reibungslos erscheinen lässt.

Dennoch sind an diesem Tag alle glücklich: Zusammen mit Rotenburgs Bürgermeister Andreas Weber (SPD), Hasso von Düring als Nachfahre des Namensgebers Johann Christian von Düring (1792 - 1862) sowie dem Standortältesten Oberstleutnant Maik Münzner sorgt Tauber um 15.28 Uhr dafür, dass Rotenburg jetzt eine Von-Düring-Kaserne hat. Der Name Lent war bereits vor einer Woche von dem Schild verschwunden – er ist Geschichte. Sieben Jahre, nachdem die Debatte über einen neuen Namen ihren Anfang genommen hatte.

„Ja, eine wirklich lange Zeit“, muss Tauber auf Nachfrage zugeben, während sich die anderen Gäste bereits zum Empfang im „Haus am Luhner Forst“ begeben. Aber es sei eine Entscheidung gewesen, die „nicht am grünen Tisch“ im Ministerium getroffen werden sollte. Die Einbindung der Soldaten sei ganz wichtig gewesen. Die erfolgte Namenswahl sei „eine gute Wahl mit Blick auf die Geschichte der Region und würdigt einen tapferen und klugen Mann, der auch neben seinem militärischen Handeln für Werte eintrat, denen wir uns heute verpflichtet fühlen sollten“, so Tauber.

Standesgemäß: Jagdbläser im Einsatz.

Johann Christian von Düring war im 19. Jahrhundert Freikorpsoffizier. Mit 20 Jahren stellte er ein Jägerkorps auf, um gegen Napoleons Truppen zu kämpfen. Nach seinem Militärdienst war er als Forstmeister in Rotenburg tätig und kümmerte sich um die Aufforstung von Wäldern.

Andreas Weber spricht von einem „historischen Moment“ für die Garnisonsstadt Rotenburg, schließlich habe eine Namensänderung „eine wichtige, identitätsstiftende Bedeutung“. Die Namensfindung und -gebung vom Verfahren und auch vom Ergebnis her sei zudem ein „Glücksfall für Rotenburg“.

Stolz: Hasso von Düring.

Stolz und dankbar zeigt sich Hasso von Düring, weil es einer seiner Vorfahren ist, dessen Name ausgewählt worden ist. Als man ihm vom laufenden Verfahren vor gut einem Jahr berichtet habe, „war ich durchaus noch etwas skeptisch ob des Gelingens“. Hasso von Düring: „Mir war klar, welch langer Weg der Entscheidungen mit vielen Hürden, Interessen und politischen Fallstricken der hier vor Ort geborene Vorschlag zu überstehen hatte.“ Die Zweifel sind vom Tisch: „Großartig, dass es gelungen ist.“

Erleichtert: Maik Münzner

Dass der Namensgeber nicht nur militärisch als Vorbild dient, sondern auch als Forstmeister nachhaltig Eindruck hinterlassen hat, macht Revierförster Henning Küper deutlich. Er hebt von Dürings „Liebe für den Wald und die Jagd“ hervor, der im Sinne der Waidgerechtigkeit erzogen worden sei. Dazu passt das, was Hasso von Düring am Ende seiner Rede wenige Meter vor dem Grab von Dürings sagt: „Wir sind stolz auf unser Familienmitglied, nicht als Vollbringer einzelner Heldentaten, sondern als selbstbewussten, freiheitsliebenden Menschen mit einem sehr erfolgreichen Wirken.“ Maik Münzner stößt bei seiner Begrüßung ins gleiche Horn, und der Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil (SPD), der nicht dabei sein kann, lässt mitteilen: „Die Soldaten, die Stadt und der Landkreis haben die Umbenennung verantwortungsvoll diskutiert. Es ist gut, dass der neue Kasernenname nun aus den Vorschlägen von vor Ort hervorgegangen ist.“

Jetzt müssen eigentlich nur noch die Wegweiser zur Kaserne an den Straßen im Stadtgebiet aktualisiert werden.

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