Corinna Kohröde-Warnken schreibt viel

Ein zentrales Thema

Corinna Kohröde-Warnken hat bereits sechs Bücher veröffentlicht. Foto: Menker
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Corinna Kohröde-Warnken hat bereits sechs Bücher veröffentlicht.

Rotenburg – Schreiben. Das ist für Corinna Kohröde-Warnken ein Lebensinhalt. Sechs Bücher hat die Rotenburgerin seit 2003 veröffentlicht. Das siebte Buch ist bereits in Arbeit und soll im kommenden Jahr erscheinen. Zwei Dinge haben ihre Bücher gemeinsam: Es handelt sich stets um eine Mischung aus Sach- und Fachbuch sowie Ratgeber, und außerdem zieht sich das grundsätzliche Thema wie ein roter Faden durch ihre Veröffentlichungen. „Es geht um alles, was mit Krankenhaus, Medizin, Pflege, Betreuung und Versorgung zu tun hat.“ Zurzeit entsteht an ihrem Laptop ein neues Buch über Pflegekräfte – der Titel steht allerdings noch nicht fest. So viel scheint aber sicher zu sein: Das Buch passt in die Zeit, in der gerade die Pflegekräfte so deutlich wie vielleicht noch nie zuvor in den Fokus gerückt sind.

Nach einer Krebserkrankung hat die Autorin 2013 ihre berufliche Laufbahn beendet. Seit sieben Jahren konzentriert sie sich auf das Schreiben. „Weil ich es kann, weil ich Spaß daran habe, und weil ich was zu sagen habe.“ So klar fällt ihre Antwort auf die Frage nach dem Warum aus. „Ich habe viel erlebt, und das Leben schreibt ganz einfach die besten Geschichten.“ In der Mitte der mobile Computer, links das iPad, rechts das Smartphone – und dann macht sich die verheiratete Mutter eines 27-jährigen Sohnes an die Arbeit. Und dabei sei sie stets auf allen möglichen Kanälen unterwegs. Dass sie etwas zu sagen hat, hängt mit ihrer beruflichen Laufbahn zusammen. 1983 beginnt sie ihre Ausbildung zur Krankenschwester, später erfolgt noch eine Fachweiterbildung in Anästhesie und Intensivmedizin. Zehn Jahre ist sie danach auf Station in unterschiedlichen Krankenhäusern in Fürth, Bamberg und Bad Oeynhausen. Nach einem Studium – Public Health / Pflegemanagement – ist Corinna Kohröde-Warnken 20 Jahre im Management zunächst in Gyhum, später im Diakonieklinikum Rotenburg und zuletzt bei den „Senioren am Mutterhaus“ beschäftigt. Dann steigt sie aus dem beruflichen Alltag aus, bleibt ihrem Thema aber treu. Ein Zeitpunkt, zu dem sie bereits zwei Bücher vorgelegt hat: „Palliativpflege in der stationären Altenpflege“ sowie „Zwischen Todesangst und Lebensmut“. Es folgt „Mein pinkfarbenes Leben“. Ein Buch, in dem sie ihre eigene Erkrankung verarbeitet. Und die Autorin schreibt weiter: Unter dem Titel „Im Wartezimmer der Hoffnung“ liefert sie „Geschichten vom lebensbejahenden Umgang mit chronischen Krankheiten“. In Kooperation mit Pia Hadley greift Corinna Kohröde-Warnken danach in dem Buch „Als meine Sonne unterging – Der Suizid meines todkranken Mannes“ ein zwar ganz anderes Thema auf, aber auch das passt in die Reihe der Veröffentlichungen. Zuletzt erscheint dann „Du bleibt Du, und ich bleib ich – Balance halten, wenn die Eltern Pflege brauchen“.

Der Rotenburgerin geht es gar nicht so sehr um ihre Sichtweise. „Ich führe immer Interviews. Zuletzt waren es gleich 13“, sagt die Autorin. Dass genau in der Zeit, in der sie an ihrem jüngsten Buch geschrieben hat, das Thema mit den Eltern, die Pflege brauchen, sie selbst erreichte, war Zufall. Doch es seien eben die Gespräche mit anderen Menschen, die sei so liebt. Diese Begegnungen auch während ihrer Lesereisen, die sie normalerweise bundesweit unternimmt, geben ihr sehr viel. „Aber genau das ist jetzt natürlich weggebrochen.“

Schreiben. Das ist für die 54-Jährige befriedigend, erfüllend und herausfordernd zugleich. „Ich lerne dabei aber auch sehr viel“, versichert sie. Und deshalb sagt sie: „Ich glaube, die Reihe wird noch länger.“ Denn inzwischen muss sie sich nicht mehr selbst um einen Verlag bemühen, der ihre Texte veröffentlicht, mittlerweile melden die sich bei ihr. „Das ist natürlich schick.“

Schreibblockaden, von denen Autoren immer wieder mal berichten, kenne sie nicht. „Hänge ich einmal fest, gehe ich mit dem Hund raus“, fügt sie hinzu. Zwei bis acht Stunden verbringt sie an vielen Tagen in der Woche mit dem Schreiben, aber sie nimmt sich auch Auszeiten. Leben könne sie davon nicht, aber allein daran ließe sich der Erfolg auch nicht messen. „Erfolg ist für mich, wenn ich mindestens einen Menschen erreiche und ihm etwas helfen konnte.“ Das sei bislang mit jedem der Bücher gelungen. Seit 2009 ist Corinna Kohröde-Warnken auch als Dozentin an der Hamburger Fern-Hochschule. „Dort fragen mich die Studenten häufig, wie ich das alles geschrieben bekomme.“ Ihr Tipp an die jungen Leute, die Facharbeiten und Klausuren zu formulieren haben: „Ich fange ganz einfach mit dem ersten Satz an.“ Löschen könne man ihn immer wieder. Doch sie lässt auch nicht unerwähnt, von welcher Bedeutung in der Zusammenarbeit mit dem Verlag die Lektoren seien. In dieser Kooperation ließen sich gute Ideen gemeinsam weiterentwickeln.

Die Autorin redet nicht nur über Bücher an diesem frühen Nachmittag in einem der wieder eröffneten Rotenburger Cafés. Sie geht natürlich auch direkt auf „ihr“ Thema ein und macht deutlich: „Das Geklatsche für die Pflegekräfte ist eine nette Geste, aber das reicht nicht.“ Vor dem Hintergrund der aktuellen Brisanz sei klar, dass da einfach etwas passieren müsse. Schließlich habe sie selbst über viele Jahre die Entwicklungen mitbekommen.

Die Serie

Mit dieser Serie werfen wir einen Blick auf die zahlreichen Autoren im Landkreis Rotenburg. Von wem haben wir schon lange nichts gehört? Wer hat den nächsten Bestseller in Arbeit? Und was machen aufstrebende, Vollzeit- und Hobbyautoren? Wir fragen nach.

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