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Werke-Geschäftsführerin geht in den Ruhestand

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Von: Guido Menker

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Hans-Joachim Lenke (l.) und Hans Christian Brandy entpflichten Jutta Wendland-Park als Geschäftsführerin der Rotenburger Werke und verabschieden sie in den Ruhestand.
Hans-Joachim Lenke (l.) und Hans Christian Brandy entpflichten Jutta Wendland-Park als Geschäftsführerin der Rotenburger Werke und verabschieden sie in den Ruhestand. © Menker

Jutta Wendland-Park geht nach 16 Jahren in den Ruhestand. 150 Gäste nehmen am Freitag an der Verabschiedung in einem Zelt auf der Quartierswiese der Einrichtung für Menschen mit Behinderung teil und sorgen nach fast drei Stunden für Standing Ovations sowie für ein paar Tränen bei der Pastorin mit diakonischer Prägung.

Rotenburg – Jutta Wendland-Park lacht herzhaft, als Sascha Jansen seine Grußworte im Namen der Bewohnervertretung an sie richtet. Er bescheinigt der Geschäftsführerin, die sich an diesem Freitag in den Ruhestand verabschiedet, dass die Bewohnervertretung der Rotenburger Werke in den 16 Jahren mit ihr an Einfluss gewonnen hat. „Wir haben sogar ein eigenes Büro für Beratungsgespräche und gelernt, was Teilhabe ist.“ Wenn sie mag, dürfe sie auch weiterhin gerne mal vorbeischauen. Jansen: „Und wenn Sie sich ehrenamtlich engagieren möchten – wir haben nichts dagegen.“

Der Ort für diese Veranstaltung wäre unter normalen Umständen wohl ein anderer gewesen: In der Kirche „Zum Guten Hirten“ hätte man den Gottesdienst gefeiert, im Haus Niedersachsen wahrscheinlich die rund 150 Gäste platziert. Aber mit Corona ist fast alles anders – doch es muss deshalb nicht immer schlechter sein: In einem großen Zelt auf der Quartierswiese der Rotenburger Werke freut sich die langjährige Geschäftsführerin nicht nur über viele Grußworte, wie das von Sascha Jansen, sondern auch über eine Verabschiedung, in deren Mittelpunkt ihre Entpflichtung steht. Eine Aufgabe, um die sich Hans Christian Brandy als Regionalbischof des Sprengels Stade sowie Pastor Hans-Joachim Lenke als Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werkes Niedersachsen kümmern. Henrik Pröhl moderiert das Ganze bei herrlichem Wetter.

Sabine Ulrich ist die neue und bildet mit Thorsten Tillner Geschäftsführer-Duo in den Werken.
Sabine Ulrich ist die neue und bildet mit Thorsten Tillner Geschäftsführer-Duo in den Werken. © Menker

Brandy beleuchtet den beruflichen Werdegang Wendland-Parks, der für sie als Dorfpastorin in Ostfriesland ihren Anfang genommen hatte. Schon bald danach rückte sie ins Präsidium des Diakonischen Werkes. Künftig bleibt sie als Teil des Aufsichtsrates am Ball. „Ihr pastorales Leben hatte immer eine diakonische Prägung“, sagt Lenke. Er bezeichnet Wendland-Park als eine „Pionierin“, die sich stets den Herausforderungen gestellt habe. Lenke: „Heute geht ein diakonisches Urgestein in den Ruhestand.“ Zurück lässt sie die Rotenburger Werke in einem guten Zustand, versichert Brandy. „Die Rotenburger Werke sind ein hervorragender, wichtiger und segensreicher Ort für viele Menschen.“

Die beiden Geistlichen bescheinigen der scheidenden Werke-Geschäftsführerin, dass ihr Blick stets auf die Menschen geht, denen sich das Unternehmen annehme. Man lobt zudem ihren Weg, die schmerzliche Geschichte der Werke im Nationalsozialismus aufzuarbeiten. In Anspielung darauf, sicher aber auch auf das, was sich zurzeit in der Ukraine ereignet, sagt Jutta Wendland-Park: „Wo Menschen glauben, Gott zu spielen, endet es in einer Katastrophe.“ In ihrer Predigt rückt sie daher die unantastbare Würde aller Menschen sowie das jüdisch-christliche Menschenbild in den Fokus.

Da passt es, was Landrat Marco Prietz betont: „Sie richten ihren Blick als Geschäftsführerin nicht nur auf Zahlen, sondern auf die Menschen.“ Auch Rotenburgs Bürgermeister Torsten Oestmann lobt die vertrauensvolle, gute und ehrliche Zusammenarbeit. Superintendent Michael Blömer, Hans Pähler für die Mitarbeitervertretung, Martin Petzold für die Angehörigen und Friedhelm Sager für die Geschäftsfelder sowie Matthias Grapentin für den Förderverein sparen ebenso nicht mit lobenden Adjektiven. Zur Musik von Stephan Orth endet die Verabschiedung nach drei Stunden mit Standing Ovations – und es fließen ein paar Tränen.

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