Y-Trasse: Kindler fordert Umdenken

„Ehrliche Bewertung der Kosten“

Gemeinsam gegen die Y-Trasse: Christoph Chilla, Sven-Christian Kindler, Jürgen Hambrock, Hannes Wilkens und Ute Müller (v.l.).

Visselhoevede - WALSRODE/VISSELHÖVEDE · In Sachen Y-Trasse wurde der Bundestagsabgeordnete Sven-Christian Kindler (Grüne) mehr als deutlich: „Der Umgang mit öffentlichen Mitteln und die vorgelegten Scheinberechnungen sind haarsträubend. Es muss eine ehrliche Kostenbewertung erfolgen, sonst sind alle daraus abgeleiteten Kosten-Nutzen-Analysen nichts wert“.

Die drei Bürgerinitiativen Bürger für Umwelt (BfU), Bürger für eine lebenswerte Wedemark (BlW) und der Umweltschutzverband Bothel/Brockel (BBU) hatten Kindler eingeladen, um über aktuelle Fragestellungen rund um das geplante Neubauvorhaben der Bahn zu sprechen.

Die im Herbst gelaufene Überprüfung der Bedarfspläne für die Bundesschienenwege hätte ein guter Anlass sein können, die mittlerweile veralteten Planungsdaten für die Y-Trasse einer aktuellen Bewertung zu unterziehen, teilt Kindler nach dem Treffen mit. Anstatt aber eine aktuelle Kosten-Nutzen-Bewertung vorzunehmen, sei mit den längst veralteten Kostenschätzungen aus den 90er Jahren operiert worden. Bei dem jetzigen Planungsstand komme die Y-Trasse zu spät für den bereits heute wieder anziehenden Im- und Export. Denn die Nutzung einer Y-Trasse sei erst möglich, wenn der letzte Gleisnagel gesetzt sei.

Kindler und die Bürgerinitiativen plädieren stattdessen für einen bevorzugten Ausbau der bestehenden Eisenbahninfrastruktur in Norddeutschland. „Zahlreiche seriöse Gutachten haben inzwischen leistungsstarke Alternativkonzepte erarbeitet. Auf diese Weise profitiert der Norden durch zielgerichtete Investitionen durchaus im gleichen Maße“, so Kindler.

Der Bundespolitiker hält die ins Spiel gebrachte ICE-Haltestelle in Walsrode für einen „plumpen Trick“, um den Widerstand gegen das nicht mehr zeitgemäße Mammut-Projekt in der Region zu schwächen. Durch den jüngst erfolgten Ausbau der Strecke Walsrode-Hannover sei eine attraktive Anbindung an die Landeshauptstadt geschaffen. „Ein Halt von ICE oder IC-Fernverkehrszügen in Walsrode ist aufgrund der Fahrgastzahlen utopisch,“ so Kindler. „Die Bahn wird die Kosten dafür nicht übernehmen und die Stadt ist dazu nicht in der Lage, außerdem ist ein Stopp im Raumordnungsverfahren abgelehnt worden.“

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