Rot-Grün setzt im Fachausschuss Kofferleuchten in LED-Technik durch

Effizienz kommt vor Optik

Sottrum - Die energetische Sanierung der Straßenbeleuchtung in der Gemeinde Sottrum ist in den vergangenen Monaten intensiv in den politischen Gremien diskutiert worden. Ziel der Umrüstung ist es, die Stromkosten zu senken und die CO2-Bilanz zu optimieren. Am Montagabend stellte der Ausschuss für Bau, Planung und Umwelt die Weichen für den ersten Abschnitt. Mit dem Ergebnis: Für die rot-grüne Mehrheit steht die Effizienz über der Optik.

Ausgetauscht werden sollen die 560 Pilzleuchten im Gemeindegebiet. Diese sollen nach dem Wunsch von Rot-Grün gegen moderne Kofferleuchten in LED-Technik getauscht werden – auf Verwaltungsvorschlag mit der Option einer eventuellen Dimmung und in verschiedenen Wattstärken. CDU und FDP hätten sich mit Blick auf die Optik des Ortsbildes gewünscht, dass in die Ausschreibung als Alternative zu den eher funktionalen Kofferleuchten insbesondere für Wohngebiete auch ein Pilzleuchten-Modell aufgenommen wird.

Der Investitionsaufwand liegt bei rund 450 000 Euro. Gefördert wird das Vorhaben vom Forschungszentrum Jülich mit 40 Prozent, also 166 800 Euro. „Der Zuwendungsgeber fordert den Einbau einer hocheffizienten Beleuchtungstechnik mit einem CO2-Minderungspotenzial von mindestens 60 Prozent“, erläuterte Gemeindedirektor Markus Luckhaus. Als Experte stellte Carsten Haverkamp, Leiter des beauftragten E-Werkes Ottersberg, die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Modelle vor.

Demnach spräche für die Pilzleuchten im Vergleich zu den Kofferleuchten vor allem ihr sehr gutes Aussehen. Jedoch seien diese Modelle in der Anschaffung sowie Unterhaltung deutlich teurer und hätten überdies einen höheren Energieverbrauch. Mit den Kofferleuchten könne man dagegen bei 550 Lampen je nach Ausführung (20 bis 29 Watt) 250 000 bis 270 000 Kilowattstunden und damit 150 bis 160 Tonnen Kohlendioxid im Jahr einsparen. Die Pilzleuchten benötigten indes 40 bis 45 Watt – entsprechend geringer fielen die Einsparungen aus.

„Ihr wollt das so steril. Das ist nicht im Sinne der Bürger“, monierte Siegfried Gässler (CDU) in Richtung Rot-Grün. Die Beleuchtung in Wohngebieten sei aber eindeutig auch dekorativ. Daher sollten zwei Modelle in die Ausschreibung gehen. „Es geht auch um Attraktivität. Wir hätten die Bürger mal fragen sollen, was sie wollen“, schloss sich Heiko Döll (FDP) an.

Rot-Grün wies die Kritik zurück. „Wenn es nach der Optik geht, würde ich auch eine Pilzleuchte nehmen“, so Christa Kirchhof (SPD). Aber mit Blick auf die Anschaffungs- und Unterhaltungskosten sowie die möglichen Einspareffekte „sollten wir uns für eine Lampe und einen Typ entscheiden“. Und das müsse eine Kofferleuchte sein. · sbo

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