Arbeiten an Bohranlage in Westerholz

Durchmesser verkleinern und den Druck erhöhen

Die Bohranlage der Firma EEW aus Salzwedel ist installiert, die eigentlichen Arbeiten können jetzt beginnen. ·

Scheessel - Von Wieland BonathWESTERHOLZ · Das passiert in den besten Erdgasförderstätten: Der Druck wird weniger, dann sind die Techniker gefragt, um die Produktion der wichtigen Energie zu erhalten. Bei „Höhnsmoor Z-1“ zwischen Rotenburg und Westerholz ist es in den 20 Jahren seit die erfolgreiche Bohrung besteht, jetzt zum zweiten Mal soweit. Ein ganzer Apparat von Technik hat sich hier für Wochen etabliert.

Genauer wird Obermeister Matthias Bothe (53): „Wir fördern Erdgas aus einem Sandstein in etwa 4 800 Meter Tiefe. Nach 20 Jahren Förderung ist der Druck in der Lagerstätte geringer geworden. Deshalb muss der Förderstrang ausgebaut und durch einen vom Durchmesser kleineren Strang ersetzt werden.“

Immerhin: Die Arbeiten, die mit Auf- und Abbau fünf bis sechs Wochen dauern, lassen sich im Ansatz mit der Erdgasbohrung selbst vergleichen. Um das im Durchmesser „dünnere“ Stahlrohr zu etablieren, muss eine Bohranlage, wenn auch etwas kleiner als die ursprüngliche, montiert werden. Rund 20 Facharbeiter sind in Schichtarbeit tätig. Vor 20 Jahren und noch davor wurde im Landkreis eine unerwartete Menge von erfolgreichen Erdgaslagerstätten entdeckt. Eine saubere Energie und deshalb beliebt. Nur verständlich, dass RWE Dea, einer der größten Energieversorger Deutschlands, dabei sein wollte. Um den Erdgas-Transport zwischen Kontinenten und Ländern den verschiedenen Konzernen zu ermöglichen, wurde inzwischen ein Netzwerk von Pipelines geschaffen. Das gilt auch für die Mammut-Pipeline, die gerade gebaut wird, für eine Strecke von 40 Kilometern durch den Landkreis Rotenburg verläuft und im kommenden Jahr Erdgas aus Russland durch die Ostsee nach Deutschland und andere westeuropäischen Länder transportieren soll.

Obermeister Bothe, der bei „Höhnsmoor Z-1“ von „Standardarbeit“ spricht: „Nach Abschluss der Arbeiten hoffen wir, weitere zehn bis 15 Jahre problemlos Erdgas fördern zu können.“ Am Ende der Arbeiten ist eine Frac-Maßnahme für den Spätsommer geplant. Dabei werden künstliche Fließwege für das Gas geschaffen. Diese Arbeiten werden noch bekannt gegeben. Außerdem ist eine Info-Veranstaltung geplant. Frac ist kürzlich in die Kritik geraten, weil bei den Arbeiten eines anderen Konzerns bei Rosebruch Spülwasser ausgetreten war.

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