Kleinere Klassen an den Gymnasien / Mehr bürokratischer Aufwand

„Druck größer geworden“

Kreis Rotenburg - In einem Schreiben an die Presse beklagt der Niedersächsische Philologenverband die nach wie vor zu großen Klassen an den Gymnasien. Eine Klage, die bei den Schulleitern aus der Region auf ein geteiltes Echo stößt.

„Wir haben in diesem Jahr keine Probleme. Die Schülerzahlen haben sich in allen Jahrgängen stabilisiert und die Zahl von 30 Schülern nicht überschritten“, erklärt Franz Wenzl, Leiter des Gymnasiums Sottrum. Dennoch bezeichnet er die Situation nach wie vor als „durchwachsen“, die Klassengrößen seien seit Jahren recht groß. Walter Jarecki, Schulleiter des Ratsgymnasiums in Rotenburg, kann die Klage des Philologenverbandes nicht nachvollziehen. „In der 5. Klasse haben wir in diesem Jahr 26 bis 28 Schüler.“ Zwar gebe es in den höheren Jahrgangsstufen auch Klassen mit über 30 Schülern, aber mit einer durchschnittlichen Klassengröße von 28,5 Schülern sei die Situation nicht dramatisch. „Ich habe keine Probleme damit, größere Klassen zu unterrichten“, so Jarecki. Allerdings räumt der Schulleiter ein, dass es schwieriger sei, bei mehr als 30 Schülern den Einzelnen zu beurteilen. Auch bestimmte Unterrichtsformen,wie Gruppenarbeit seien in großen Klassen problematisch. Unterrichtsformen, die laut Ralf Goebel, Leiter der Eichenschule in Scheeßel, erforderlich sind, um den veränderten Bedürfnissen der heutigen Schülerklientel gerecht zu werden. „Die jungen Schüler sind lebhafter, kommunikativer und wollen sich mehr selbst darstellen. Da braucht es Unterrichtsformen, die den Schülern mehr Raum geben, sich mitzuteilen.“ Dabei helfe es jedoch nicht, die Klassengrößen um ein bis zwei Schüler zu reduzieren. Vielmehr seien Klassengrößen von 24 bis 25 Schülern sinnvoll, um den Einzelnen besser wahrnehmen können.

Weiterhin beklagt der Philologenverband, dass den Lehrern im Rahmen der Eigenverantwortlichen Schule überflüssiges bürokratisches „Brimborium“ aufgehalst worden sei – auf Kosten der Vorbereitungszeit für guten Unterricht. Laut Wenzl bedeuten die immer neuen Auflagen des Kultusministeriums vor allem für Schulleitung und Verwaltung einen bürokratischen Mehraufwand. Hinzukomme, so Goebel, dass Lehrer immer mehr darauf achten müssten, dass sich ihr Unterricht an den Richtlinien des Landes Niedersachsen halte, da die Gefahr bestehe, dass Eltern klagen, wenn ihr Kind das Klassenziel nicht erreiche. Die pädagogischen Freiheiten der Lehrer würden dadurch stark eingeschränkt. „Der Druck ist größer geworden, dass die Kinder die Schule mit einem guten Durchschnitt absolvieren.“ · ber

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