Haschisch für rund eine Million Euro sollte von den Niederlanden nach Kopenhagen transportiert werden

Drogenkurier seit gestern vor dem Landgericht

Rotenburg - Von Wilfried PalmVERDEN / SOTTRUM · Am 27. März dieses Jahres hatte ein 43-jähriger Holländer seinen Job als Kraftfahrer verloren, am 11.

April hatte er bereits einen neuen – allerdings einen, der ihn gestern vor die Schranken des Verdener Landgerichts brachte. Er hatte sich als Drogenkurier anheuern lassen und war gleich beim ersten Versuch der deutschen Polizei in Stuckenborstel ins Netz gegangen.

Vor der 2. Großen Strafkammer legte der auf frischer Tat ertappte Angeklagte notgedrungen ein umfassendes Geständnis ab. Dafür sagte ihm die Kammer eine Strafe von nicht mehr als vier Jahren Haft zu. Gut vier Monate davon hat er schon in Untersuchungshaft abgesessen.

Der Mann war nicht nur wegen der großen Menge der transportierten Betäubungsmittel in Haft genommen worden, sondern auch, weil die Niederlande Täter bei Delikten mit so genannten weichen Drogen nicht ausliefern. Sie sind dort ja erlaubt.

Der Angeklagte gab bereitwillig in recht gutem Deutsch Auskunft, wie er an den Auftrag geraten war. Ein Bekannter, der von seiner Arbeitslosigkeit erfahren hatte, knüpfte den Kontakt zu den Drogenhändlern.

Dem Angebot, für eine einzige Fahrt nach Kopenhagen 4 000 Euro zu kassieren, konnte der 43-Jährige nicht wiederstehen, obwohl er wusste, dass er rund 100 Kilogramm Cannabis-Harz transportieren würde. Der Verkaufswert der Drogen liegt bei einer Million Euro.

Am Bremer Kreuz fiel sein Fahrzeug allerdings patroullierenden Zollbeamten auf. Der Angeklagte suchte sein Heil in der Flucht, doch die war in Stuckenborstel beendet. Die Polizei stellte den Flüchtigen, und das Amtsgericht Rotenburg ordnete sofort Untersuchungshaft an.

Der Angeklagte ist im übrigen ein unbeschriebenes Blatt und nicht, wie die meisten in Drogengeschäfte verwickelten Personen, selbst abhängig. Entsprechende Tests verliefen alle negativ, und auch vor Gericht beteuerte der Mann, mit Drogen ansonsten noch nie etwas zu tun gehabt zu haben. Er hatte sich auf den Deal eingelassen, weil er durch seine Arbeitslosigkeit in finanzielle Schwierigkeiten gekommen war. Die Raten für ein Haus, das er inzwischen verkaufen musste, hätte er nicht mehr zahlen können.

Über die Hintermänner erfuhr das Gericht allerdings so gut wie nichts. Den Kontaktmann, der ihm das mit den Drogen beladene Fahrzeug übergeben hatte, konnte der Angeklagte nur vage beschreiben. Durch das Geständnis gibt es einen kurzen Prozess. Nach der Vernehmung von drei Zeugen wird das Urteil wohl schon heute gefällt.

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