Interview: Bürgermeisterin wehrt sich gegen Vorwürfe einzelner Kulturschaffender

Dittmer-Scheele: „Weise das entschieden zurück“

Käthe Dittmer-Scheele
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Käthe Dittmer-Scheele

Scheessel - Liegt ihr etwas an Scheeßels Kulturszene, oder nicht? Im Zusammenhang mit der Umsetzung des neuen Gaststättengesetzes, ist Käthe Dittmer-Scheele bei einzelnen Kulturschaffenden in die Kritik geraten (wir berichteten). Unsere Redaktion bat die Bürgermeisterin um eine Stellungnahme.

Frau Dittmer-Scheele, sind die Vorwürfe von Bernd Braumüller und Detlev Kaldinski, die Gemeindeverwaltung hätte die KIS mit dem neuen Gaststättengesetz gegängelt, berechtigt?

Dittmer-Scheele: Nein, das weise ich entschieden zurück. Meine Mitarbeiter haben pflichtgemäß ihre Aufgabe erledigt und das sehr wohl besonnen und ohne eine Bevorzugung Einzelner. Klar ist, dass die Verwaltung geltende Gesetze beachten und für alle Vereine gleichermaßen anwenden muss.

Nicht alle Vereine dürften dennoch über das neue Gesetz erfreut sein ...

Dittmer-Scheele: Aber warum? Der Landesgesetzgeber hat das bisherige Erlaubnisverfahren durch ein Anmeldeverfahren abgelöst. Nur wenn Alkohol bei Veranstaltungen verkauft wird, ist ein Nachweis zur Zuverlässigkeit vorgeschrieben. In der Praxis ist dies für die Vereine vollkommen problemlos, weil nur einmalig Gebühren in Höhe von 26 Euro entstehen. Das war`s. Nach einmaliger Umstellung des Verfahrens der „Gestattung“ auf die „Anzeige“ ist die neue Handhabung jetzt sogar einfacher als bisher.

Stimmen sind laut geworden, Sie seien am kulturellen Leben in Scheeßel und dessen Förderung gar nicht oder nur wenig interessiert. Ist die Scheeßeler Bürgermeisterin, salopp formuliert, eine „Kulturbanausin“?

Dittmer-Scheele: Auch solche Vorwürfe weise ich zurück. Ich stehe allen Initiativen stets offen und konstruktiv gegenüber. Wir als Gemeinde unterstützen Veranstaltungen, unter anderem durch das zur Verfügung stellen von Räumlichkeiten oder durch Absicherung des Risikos. Wann immer es mir terminlich möglich ist, bin ich auf kulturellen Veranstaltungen dabei, denn ich finde das, was hier geleistet wird, einfach klasse und aller Ehren wert.

Sie persönlich haben also kein Problem mit der KIS, wie man es Ihnen vorgeworfen hat?

Dittmer-Scheele: Nein, wieso sollte ich? Ich erinnere an den ehrenamtlich organisierten Verein „Publikum Scheeßel“, der lange Jahre Interpreten in unsere Gemeinde holte. Dieter Nuhr habe ich beispielsweise damals das erste Mal im Scheeßeler Hof erlebt. Die KIS, ein Ableger der KIR, greift dies in ähnlicher Form wieder auf. Meiner Ansicht nach ist das eine weitere interessante Bereicherung unseres Kulturlebens.

Was macht denn die Kulturszene in Scheeßel aus?

Dittmer-Scheele: Sie ist sehr lebendig, angefangen von unserer reichen Musikszene über Kunstausstellungen und Theaterinszenierungen bis hin zu Filmvorführungen. Die Liste ließe sich lange fortführen. Unsere Kultur- und Heimatpflege lebt dabei vom ehrenamtlichen Engagement vieler Menschen in der Gemeinde. Darüber freue ich mich. Und darauf können wir mit Recht stolz sein. · lw

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