Volkskundlerin Christine Götze-Kaldinski bringt System in Heimathaus-Bestand

Diese Frau wirbelt Staub auf

Die Regale sind voll.

Rotenburg - Von Guido MenkerVom Blechauto über alte Kaffeemaschinen, Kesselhaken und Butterfässer bis hin zu Hutrohlingen und Imkerzubehör – die Bandbreite ist groß. Doch für einen Laien ist das, was da oben auf dem Boden des alten Magazins am Rotenburger Heimathaus in den Regalen und Schubfächern schlummert, zwar auch spannend, aber eben unüberschaubar. Und selbst eine Expertin wie Christine Götze-Kaldinski wird noch einige Monate brauchen, um alles geordnet und katalogisiert zu haben.

Die Volkskundlerin aus Scheeßel arbeitet eigentlich als Museumspädagogin im Freilichtmuseum Kiekeberg. Nun hat sie aber einen weiteren Job: Die Stadt hatte bei ihr angefragt, nachdem der Bestand des ehemaligen Heimatbundes an sie gegangen war. „Zuerst war ich mit der Stadträtin Ute Scholz hier, um mir alles anzusehen – das war ein ganz schöner Wust“, erinnert sich die Scheeßelerin. Schließlich gab sie ihre Zusage und begann mit der Arbeit, nachdem die Förderung dieses Projektes durch den Landschaftsverband Stade unter Dach und Fach gebracht worden war.

Christine Götze-Kaldinski steht aber nicht ganz allein auf weiter Flur: „Es hat sich eine sechsköpfige Gruppe gebildet, die mich unterstützt.“ Peter Hoffmann, Karl Döhmer, Gundula Hiddessen, Manfred Göx, Udo Frey und Heiner Schlichting bringen sich nach Kräften mit ein. Hoffmann hat beispielsweise ein Datenbankprogramm erstellt, das hilft, den später katalogisierten Bestand der rund 3000 bis 4000 Einzelstücke digital zu erfassen und zu verwalten.

Darüber freut sich nicht nur Ute Scholz, sondern auch Bürgermeister Detlef Eichinger: „Wir sind froh darüber, diese Frau mit dieser Kompetenz für diese Arbeit gefunden zu haben. Schön ist, dass sie auch noch Unterstützung bekommt – und zwar ehrenamtlich“, so Eichinger.

Mit einer Bestandsaufnahme allein nach Kriterien, die an die Förderung geknüpft sind, ist es übrigens nicht getan. Jedes Stück ist mit einem Kärtchen inklusive Strichcode zu versehen, und außerdem gehört eine Beurteilung der Expertin dazu. Wie und in welchem Zusammenhang lässt es sich präsentieren? Oder ist es vielleicht gar nicht passend und womöglich woanders viel besser aufgehoben? Etwa ein Drittel der Stücke ist bereits inventarisiert – „aber wir müssen alles neu erfassen, um zu einem einheitlichen System zu kommen“, erklärt Christine Götze-Kaldinski.

Viel Arbeit also – und das alles, damit die kleinen großen Schätzchen, diese sehr unterschiedlichen Zeugen Rotenburger Geschichte nicht einfach weiter auf dem Dachboden verstauben, sondern am Ende auch der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden können. „Das haben ja auch alles die Rotenburger hergegeben“, betont Götze-Kaldinski.

So viel scheint klar zu sein: Im Heimathaus sollen mindestens eine der Stuben sowie eine der beiden Abseiten für eine Präsentation der Museumsstücke aus den Bereichen Handwerk, Haushalt, Landwirtschaft, Spielzeug und Textilien vorbereitet werden. „Ich denke, der größte Teil der jetzigen Arbeit wird bis Ende des Jahres fertig sein“, so Christine Götze-Kaldinski. Und bis dahin wird sie noch viel Staub aufzuwirbeln haben ...

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