Interview: Was Vater und Tochter den Grimm’schen Märchenklassikern abgewinnen können

„Die gehören in jeden Haushalt“

„Es war einmal ...“: Boris Dickow liest Tochter Rosa aus dem Märchenbuch vor. ·
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„Es war einmal ...“: Boris Dickow liest Tochter Rosa aus dem Märchenbuch vor. ·

Scheessel - Von Lars Warnecke. Wenn Boris Dickow (41) vorliest, beginnt für Töchterchen Rosa (6) eine phantastische Zeit. Abend für Abend tauchen beide in die Welt der Grimm’schen Märchen ein. Im Generationen-Interview sprechen Vater und Tochter aus Scheeßel über die Faszination Märchen und welchen Einfluss die Erzählungen von damals auf die Erziehung von heute haben.

Rosa, welches ist Dein aktuelles Lieblingsmärchen der Gebrüder Grimm?

Rosa Dickow: Das von Frau Holle. Darin geht es um liebe und um böse Menschen. Wenn ich an Frau Holle denke, dann kann ich mir immer gut merken, dass ich so etwas Schlimmes nie machen werde.

Und welche Märchenfigur hat Sie als Kind besonders beeindruckt, Herr Dickow?

Boris Dickow: Gerne habe ich mir das Märchen „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“ erzählen lassen. Ich freute mich jedes Mal auf die Stelle, wenn die Großmutter dem Teufel ein weiteres Haar ausriss. Das hätten ruhig noch ein paar mehr sein können. Die Art und Weise, wie das Märchen mir damals erzählt wurde, hat dabei eine entscheidende Rolle gespielt.

Wie wichtig finden Sie es, dass Ihre Tochter die alten Märchen noch hört? Warum sind sie beim Kindsein unersetzlich?

Boris Dickow: Ich finde, dass Märchenbücher in jeden Haushalt gehören. Die anregende Wirkung eines Märchens lässt sich ganz leicht beobachten, nehmen Sie dazu einfach ein Märchenbuch und testen Sie das an einer Kinder- oder Erwachsenengruppe. Märchen sind förderlich für die Gefühlswelt, für die Sprachentwicklung, für soziale Fähigkeiten und diverse Verständnis- und Denkprozesse. Kinder und Erwachsene schwärmen noch lange von einem guten Märchenabend, viele Eltern hören selber gerne zu, wenn dem Kind am Abend eine Geschichte vorgelesen wird.

 Also spielen Märchen auch in der Erziehung eine wichtige Rolle?

Boris Dickow: Sollten sie, unbedingt! Die Erzähler eines Märchens, in der Regel sind es Eltern oder Großeltern, erwecken beim Vorlesen die Märchenfiguren zum Leben. Kinder lieben es, wenn sich dabei beispielsweise die Stimme verändert, eine Spannung entsteht und Gefühle wie Freude, Ärger, Trauer oder Angst erkennbar werden. Dies alles saugen Kinder auf und übernehmen es in ihr eigenes Spiel- und Verhaltensrepertoire.

Inwiefern haben die Erzählungen von Aschenputtel und Co. Ihr Leben beeinflusst, als Sie selbst noch ein Kind waren?

Boris Dickow: Ich hatte das große Glück, dass meine Eltern und viele meiner Bezugspersonen, darunter Lehrer, leidenschaftliche Märchenerzähler waren beziehungsweise sind. Aus der Märchenwelt habe ich mir so einiges abgeschaut und heute setze ich Märchensprache, Inszenierungen oder Phantasiewelten gezielt in meiner Arbeit als Psychotherapeut ein.

Rosa, findest Du das eine oder andere Märchen nicht auch etwas gruselig?

Rosa Dickow: Ja, „Schneewittchen“. Wenn die Arme vom Jäger getötet werden soll und wenn die Hexe immer wieder kommt und das Gift mitbringt ...

Wenn Du drei Wünsche frei hättest, wie im Märchen, was würdest Du Dir wünschen?

Rosa Dickow: Dass ich in einem Schloss wohne, ein fliegendes Pferd habe ... ach ja, und dass ich eine Fee bin!

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