Diakonieklinikum will mit Zevener Gesundheitszentrum kooperieren

Vor der großen Zäsur

Der Betriebsrat des Zevener Krankenhauses will für eine gute medizinische Versorgung und die Mitarbeiter kämpfen.
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Der Betriebsrat des Zevener Krankenhauses will für eine gute medizinische Versorgung und die Mitarbeiter kämpfen.

Rotenburg - Von Michael Krüger. Bereits überraschend deutlich ist es am Dienstag bei einem Regionalgespräch im Kreishaus geworden, wie die Krankenhauslandschaft im Landkreis schon bald aussehen könnte. Ein Vollversorger mit dem Diakonieklinikum in Rotenburg, ein in Partnerschaft mit den Elbe Kliniken Stade-Buxtehude geführtes Krankenhaus in Bremervörde und ein Medizinisches Versorgungszentrum in Zeven. Soweit der Plan – inklusive vieler Fragezeichen.

Klar ist: Für die jetzige Struktur wird das Land keine Mittel mehr zur Verfügung stellen. Und auch der Landkreis, der im April den Anteil von 49,9 Prozent der Sana Kliniken AG aus München übernommen hatte und damit zum alleinigen Gesellschafter in der Oste-Med-Kliniken Zeven und Bremervörde wurde, wird auf lange Sicht den Betrieb nicht stemmen können – sollte es politisch dafür überhaupt eine Mehrheit geben. Die Elbe Kliniken Stade-Buxtehude hatten sich bereit erklärt, bis Ende des Jahres das Management für die Häuser zu übernehmen. Zudem scheint eine Intensivierung der Partnerschaft mit Bremervörde auf lange Sicht wahrscheinlich.

Und Zeven? Der Landkreis blieb bei seiner Partnersuche erfolglos. Auch das Agaplesion Diakonieklinikum in Rotenburg als Ansprechpartner Nummer eins wiegelte ab. Diako-Geschäftsführer Rainer W. Werther: „Wir haben Zeven geprüft und festgestellt, dass ein langjähriger, dauerhafter Betrieb eines Krankenhauses nicht möglich ist.“

Es müssen also andere Lösungen her, die wahrscheinlichste und auch über die Parteigrenzen hinweg mitunter zähneknirschend, wohl aber weitgehend akzeptierte Lösung: Ein Ärzte-Zentrum ohne die 87 Betten der bisherigen Klinik – und vermutlich mit deutlich weniger als den aktuell 240 Beschäftigten. Das könnte dann unter dem Namen eines Medizinischen Versorgungszentrums oder Gesundheitszentrums laufen. Werther: „Wir müssen uns dort weiterentwickeln zu ambulanter Gesundheitsversorgung.“ Es sei klar, dass man die 22000 Bürger Zevens nicht unversorgt lassen könne, aber an der „großen Zäsur“ führe kein Weg vorbei.

Ein Umstand, den gestern die Rotenburger Landtagsabgeordnete Mechthild Ross-Luttmann (CDU) kritisierte. Sie war von 2005 bis 2010 selbst Landesgesundheitsministerin: „Die Landesregierung könnte die Träger vor Ort besser unterstützen.“ Ein Sicherstellungszuschlag für die besondere Situation im Landkreis wäre vertretbar. Ross-Luttmann: „Ich habe als Ministerin die Krankenhäuser vor Ort gestärkt.“ Rot-Grün hingegen tue nicht genug, um das Leben in der Fläche zu erhalten.

Der Diako-Geschäftsführer zeigt sich derzeit durchaus überrascht von der Dynamik der Entwicklung. Doch bevor Agaplesion seine Zusage für die Kooperation mit Zeven erteile, sei die Politik am Zug. Auch die Ärzteschaft, Krankenkassen und die Samtgemeinde müssten ihren Teil beitragen. Vielleicht weiß man am 12. März bereits mehr – dann soll in der Kreistagssitzung die Strategie für dasweitere Vorgehen beschlossen werden.

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