Bötersen Z11: Nur 200 Demonstranten versammeln sich / 16 Bürgerinitiativen mit dabei

Deutliche Worte an der Bohrstelle

200 Demonstranten zeigen an der Bohrstelle Bötersen Z11 Flagge. Dabei machen sie auch nicht vor plakativen Sprüchen und Ganzkörperverkleidungen gegen das umstrittene Fracking Halt. Dennoch hätten sich die Organisatoren sicherlich mehr Resonanz auf ihre Einladung gewünscht. ·
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200 Demonstranten zeigen an der Bohrstelle Bötersen Z11 Flagge. Dabei machen sie auch nicht vor plakativen Sprüchen und Ganzkörperverkleidungen gegen das umstrittene Fracking Halt. Dennoch hätten sich die Organisatoren sicherlich mehr Resonanz auf ihre Einladung gewünscht. ·

Bötersen - Von Bettina Diercks. Zur Demonstration an der Bohrstelle Bötersen Z11 hatte am Sonnabend die Bürgerinitiative (BI) „Frackloses Gasbohren im Landkreis Rotenburg/Wümme“ eingeladen. Deutliche Worte gab es bei „Fünf vor Frack“, viel Neues allerdings nicht.

Doch das war nicht das Entscheidende. Denn offenbar hatte BI-Chef Hartmut Horn recht: „Es scheint euch noch nicht ganz klar zu sein: es ist fünf vor Frack, hier kann gefrackt werden.“ Gemessen allein an der Einwohnerzahl der Samtgemeinde Sottrum mit rund 15 000, waren 200 Demonstranten wenig. Dabei geht es um das wertvolle Gut Trinkwasser. 16 Bürgerinitiativen aus ganz Niedersachsen und Schleswig-Holstein waren nach Hassendorf gereist. Dort stand ein Workshop zwecks Austausch von Erfahrungen und Wissen sowie Planung weiterer Aktionen an. Im Anschluss ging es dann zur Demo.

Dort wurde vor allem Samtgemeindebürgermeister Markus Luckhaus begeistert empfangen. Nicht nur, dass Sottrum eine Exxon-Spende in Höhe von 2 000 Euro abgelehnt hat: Sie ist die erste Samtgemeinde im Kreis, die eine Resolution gegen Fracking und Verpressen von Lagerstättenwasser verabschiedet hat. Laut Luckhaus haben die Kommunen der gesamten Region diese Willenserklärung übernommen. Ziel und wichtig sei, gegenüber Land und Bund mit einer Zunge zu sprechen und sich ausdrücklich gegen Fracking zu positionieren. Luckhaus‘ persönliche Forderung: „Dass das Grundwasser nicht einmalig sondern dauerhaft regelmäßig untersucht wird.“ Das bescherte den Zwischenruf, dass in Bötersen bereits Lagerstättenwasser verpresst wurde.

Superintendent Hans-Peter Daub forderte: „Was hier in der Erde liegt, darf man gar nicht mehr zerstören und verbrennen.“ Auf Kreisebene sei der Einfluss gering, räumte er ein. „Aber, den Willen der Bürger artikulieren ist immer möglich“, sagte Daub. Horn dazu: „Ich hoffe, wir kriegen einen neuen Landrat. Ich glaube, Sie sind der Richtige, Herr Daub.“

Ähnliches erlebte Andreas Weber. Der Bürgermeisterkandidat für Rotenburg versprach, sich an den Zaun der Bohrstelle anzuketten, sollte dort noch einmal gefrackt werden. Nicht sein könne, dass das Entsorgen von Abfall gesetzlich sei. „Strafbar muss dass sein“, sagte Weber der dazu aufforderte, so viele Menschen wie möglich zu mobilisieren. Aufmerksam auf die neue BI in Söhlingen machte Initiatorin Silke Döbel. Die Gruppe, die sich nach vermehrten Krankheitsfällen gegründet hatte, fordert umfassende Umweltuntersuchungen, Ausbau und Verbot der durchlässigen Rohre sowie den Einbau von Filteranlagen bei den Förderplätzen.

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