53. heimatpolitische Tagung der Kreisgemeinschaft Angerburg mit zahlreichen Gästen und Referenten

„Den Austausch intensivieren“

MdB Reinhard Grindel (v.l.) kam während der heimatpolitischen Tagung mit Dr. Walter T. Rix, Dr. Bärbel Beutner, Edmund Ferner und Kurt-Werner Sadowski ins Gespräch.

Rotenburg - Von Wieland BonathROTENBURG · Der CDU-Bundestagsabgeordnete Reinhard Grindel sprach zur 53. heimatpolitischen Tagung der Kreisgemeinschaft Angerburg das Problem an, das quasi von Tag zu Tag aktueller wird: Die Zeugnisse der Erlebnisgeneration werden ständig weniger. Deshalb sei gründliche Forschungsarbeit auch so wichtig, um authentische Belege für nachfolgende Generationen zu haben. Gleichzeitig machte sich der Politiker stark für den Kontakt junger Menschen untereinander und einen intensiveren Austausch zwischen Ost und West.

Für den Landkreis, der sich mit Gerd Fricke und Jochen Twiefel wieder um die Organisation der Tagung bemüht hatte, sprach Landrat Hermann Luttmann ein Grußwort. Der Umgang mit der jüngeren deutschen Geschichte, so Luttmann, werde im Landkreis inzwischen entspannter praktiziert.

Albert Rathjen, Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes: „Die Kreisgemeinschaft Angerburg war und ist ein erfolgreicher Brückenbauer zwischen Deutschland und Polen. Ich rufe dazu auf, die Arbeit in dem Sinne fortzusetzen.“ „Das Schicksal der Vertriebenen“, betonte der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Bernd Wölbern, „muss auch die jetzige Generation interessieren. Auch heute gilt es aufzupassen, dass der Frieden erhalten bleibt.“

„Ostpreußen im Spannungsfeld der politischen Mächte“ – zu diesem Thema sprach Dr. Walter T. Rix (70), Noer (Kreis Rendsburg-Eckernförde). Dr. Rix, der Literaturwissenschaften und Geschichte an der Universität Kiel gelehrt hat und von 2002 bis 2010 immer wieder Lehraufträge an der Kant-Universität in Königsberg hatte, nahm seine Zuhörer auf eine ausführliche geschichtliche Rundumreise mit. Ein Mann mit teilweise recht eigenwilligen Meinungen, die in der Diskussion, besonders bei Parlamentarier Grindel auf Protest stießen.

Bei Rix tauchen beispielsweise diese Sätze auf, denen Gehalt nicht unbedingt von jedem geteilt werden: „Der dem Ersten Weltkrieg folgende Bolschewismus, das furchtbare Blutvergießen des Zweiten Weltkrieges und der Kalte Krieg haben uns den Blick für die Möglichkeiten einer ideenreichen deutschen Russlandpolitik verstellt. Hinzu kommt, dass uns unser Nachkriegssystem zu reinen Heloten der Amerikaner macht.“

An einer anderen Stelle heißt es in dem Vortrag: „Aber eine andere Kraft macht sich zugleich auch bemerkbar: Die verschüttete deutsche Kultur bricht sich unaufhaltsam Bahn und hinterlässt nachhaltige Spuren im Denken der Menschen. Wie in unsichtbaren Schichten legt sich der deutsche Geist über das Land und drängt bei denkenden Menschen zur Realisierung. Was Kant einmal gedacht hat, ist nicht aus der Welt zu schaffen und nimmt in Königsberg seinen Ursprung. Man trifft jetzt vielfach auf die Einstellung, dass Berlin weitaus näher liegt als Moskau, ja, dass man auch vom Strom der deutschen Kultur getragen wird.“ Edmund Ferner (75), Insel Fehmarn, Landesvorsitzender der Landsmannschaft Ostpreußen, Landesgruppe Schleswig-Holstein, referierte über die ostdeutsche Kulturarbeit für die nähere Zukunft und darüber hinaus. Ein großes Bündel an Daten und Informationen über die Situation der Ostpreußischen Kulturstiftung, die dabei ist, ihre Arbeit aufzunehmen. Zum Thema „Charta der Vertriebenen“ referierte abschließend Dr. Bärbel Beutner, Hamburg.

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